Wareneingangskontrolle

Kurz & einfach erklärt:

Wareneingangskontrolle verständlich & knapp definiert

Die Wareneingangskontrolle ist eine betriebliche Funktion innerhalb der Logistik von Unternehmen, deren Bedeutung aufgrund steigender gesetzlicher Anforderungen und Anforderung der Prozessoptimierung stets zunimmt. Im Kern geht es darum alle empfangenen Waren und ggf. auch Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe im Bezug auf die gelieferte Menge, Qualität zu prüfen und rechtsverbindliche Annameerklärungen abzugeben.

Die Wareneingangskontrolle ist der erste Schritt zu hochwertigen oder "Null-Fehler-Produkten"

Die Wareneingangskontrolle ist eine wichtige Funktion in der Logistik
In der Wareneingangskontrolle mischt sich eine rein loigistische Funktion mit der Unternehmensphilosophie oder -mission. Anders als bei Privatkunden gibt es bei Firmenkunden auch beim Online-Geschäft kein unbedingtes Rücktrittsrecht ohne Angabe von Gründen. Deshalb müssen die Unternehmen jeden Wareneingang sorgfältig prüfen.

Eine Nachlässigkeit bei der Wareneingangskontrolle würde dazu führen, dass ein unterschriebener Lieferschein nachträglich angefochten werden müsste. Bei leicht nachweisbaren Qualitätsmängeln mag dies zwar durchführbar sein, aber eine zu niedrige Liefermenge zu korrigieren wird wohl nicht möglich sein.

Wenn man die Bilanzen und Rechenwerke insbesondere von Handelsunternehmen nähert analysiert, dann wird klar: Die dort oftmals auch als "bezogene Waren" oder "Wareneinsatz" bezeichneten Positionen machen einen erheblichen Wert der Gesamtkosten aus. Ein nicht strukturiertes Vorgehen in der Wareneingangskontrolle würde deshalb den unternehmerischen Erfolg nachhaltig schmälern können.

Insbesondere bei Unternehmen, die hoch qualitative (und hoch margige) Waren verkaufen spielt die Qualität der Ingredienzen bzw. Vorprodukte eine enorme Rolle. Deshalb sind je nach Branche der Wareneingangskontrolle zusätzliche Funktionen zugeordnet wie Messen/Wiegen von eingehenden Waren oder auch Labore - insbesondere im Lebensmittelbereich.

Eine funktionierende Wareneingangskontrolle ist Voraussetzung für die Unternehmensfortführung

In den letzten Jahren hart sich die Betrachtungsweise insbesondere auf lebensmittelverarbeitende Betriebe oder auch den Bereich der Kosmetikprodukte oder Medikamentenhersteller enorm verändert. Jede einzelne Charge muss möglichst weitestgehend nachvollziehbar sein, um kostspielige Produkthaftungsprozesse zu vermeiden oder überhaupt die Marktzulassung behalten zu können.

Vorgänge müssen klar und durchstrukturiert sein

Die Vorgänge der Wareneingangskontrolle müssen dabei vollkommen klar und durchstrukturiert sein. Die Prüfungen gehen sogar so weit, dass bei Lebensmittel-Exporten in die USA die dortigen Behörden sich vorbehalten die Einhaltung der Qualitätskriterien im Abgangsland prüfen zu dürfen. Bei Nichteinhaltung kann der Entzug der Export- bzw. Importberechtigung drohen. Deshalb sind die funktionierende Wareneingangskontrolle und der nachgeschaltete Produktionsprozess auch im Rahmen des Risikomanagement-Prozesses von essenzieller Bedeutung.

Die Wareneingangskontrolle erstreckt sich auch auf Begleitdokumente

Neben der physischen Erfassung der Warenmengen und -qualität achtet die Wareneingangskontrolle auch auf die Begleitdokumente. Im internationalen Bereich wären neben den Lieferscheinen auch die Zolldokumente und Ursprungszertifikate und ähnliche Dokumente zu nennen. Diese ermöglichen es Original-Vorprodukte von gefälschten zu unterscheiden, was insbesondere im technischen Bereich (z. B. Autoteile- oder Flugzeugteilehandel) von besonderer Bedeutung sein kann.

Zusammenfassung

Der Blick auf die einzelnen Funktionen und Inhalte der Wareneingangskontrolle zeigt: Sie ist ein bedeutendes Fundament des betrieblichen Leistungserstellungsprozesses. Die wesentlichen Merkmale sind:

  • Die Wareneingangskontrolle nimmt eingehende Waren und Vorprodukte mit Bezug zur Menge und Lieferqualität auf.
  • Oftmals besteht sie aus zusätzlichen Elementen für Qualitätskontrolle oder das Testen von Waren.
  • Die Bedeutung der Wareneingangskontrolle steigt, weil das erhalten oder Aufrechterhalten von Qualitätszertifikaten oder Exportberechtigungen davon abhängen kann.

Bitte bewerten (1 - 5):
Themen: Logistik

Weiterführende Artikel:

Mängelrügen: Bei einer Mängelrüge beanstandet der Kunde eine Ware oder Dienstleistung, weil vereinbarte Anforderungen nicht erfüllt ...


Lagerkosten: Lagerkosten fallen für die Lagerung von Gütern an, die vom Unternehmen für die Produktion verwendet werden bzw. die bereits ...


Lean Production: Bei der Lean Production handelt es sich um einen Produktionsansatz, bei dem Unternehmen konsequent auf Wirtschaftlichkeit achten. Sie ...


Disposition: Bei der Disposition handelt es sich um einen mehrdeutigen Begriff, der in unterschiedlichen Zusammenhängen genutzt wird, ...


Kommissionieren: Beim Kommissionieren handelt es sich um das Zusammenstellen bestimmter Produkte im Lager eines Unternehmens, die in einem Sortiment zur ...


EAN Code: Der EAN-Code steht als Abkürzung für den European Article Number Code und ist eine international anerkannte und angewendete Methode ...