Verrechnungsscheck

Kurz & einfach erklärt:

Verrechnungsscheck verständlich & knapp definiert

Beim Verrechnungsscheck handelt es sich um ein Zahlungsverkehrsdokument. Dieses stellt der Kontoinhaber aus, der Empfänger kann dieses auf seinem Bankkonto gutschreiben lassen. Da es anders als Bargeld immer eine Buchungsspur hinterlässt ist der Verrechnungsscheck ein vergleichsweise sicheres Zahlungsmittel.

Häufige Verwendungszwecke des Verrechnungsschecks

Die Verwendungszwecke vom Verrechnungsscheck
Der überwiegende Löwenanteil der Zahlungen wird per Überweisung beauftragt, sei es als Einzelüberweisung oder in der Form der Sammelüberweisung. Der Verrechnungsscheck hat allerdings seine Vorteile, insbesondere im Falle einer einmaligen Geschäftsbeziehung oder Zahlungsverpflichtung. Versicherungen oder auch Unternehmen, bei denen Kunden einen Garantieantrag eingereicht haben, leisten die Zahlung gerne per Verrechnungsscheck. Da müssen sie nicht extra die Bankverbindung des Kunden anfragen. Zudem gibt es noch einen kleinen Zinsvorteil dadurch, dass die meisten Empfänger den Scheck nicht noch am selben Tag einlösen. Die Vorteilhaftigkeit eines Verrechnjngsschecks ist deshalb auch abhängig von der aktuellen Liquiditätslage des Unternehmens sowie vom allgemeinen Zinsniveau.

Der Unterschied zwischen Verrechnungsscheck und Barscheck

Der nur über ein Konto gutzuschreibende Verrechnungsscheck und auch der Barscheck werden auf praktisch dem gleichen Formular ausgegeben. Neben den Angaben über die Bank auf die der Scheck gezogen ist und der Betragsangabe sowie der Unterschrift des Ausstellers findet sich beim Verrechnungsscheck die Angabe "Nur zur Verrechnung". Eine maschinell lesbare "Fußzeile" bestehend aus Scheck-Nr., IBAN, Betrag und der Belegart rundet das Formular ab. Diese stellt sicher, dass keinesfalls eine Barauszahlung erfolgen kann. Indirekt ist dieser Vermerk auch eine Art Diebstahlssicherung, da niemand den Scheck anonym einlösen kann. Auch ein auf dem Postweg entwendeter Scheck würde dann eine Buchungsspur hinterlassen, die ja von Wirtschaftsprüfern oder Ermittlungsbehörden als "Papierspur" bezeichnet wird.

Risiken bei der Zahlungsart mit Hilfe eines Verrechnungsschecks

Der Verrechnungsscheck beinhaltet für den Zahlungspflichtigen keinerlei Risiko. Anders als beispielweise einer Einzugsermächtigung bzw. dem SEPA-Lastschriftmandat ist die Verfügungsmöglichkeit auf eine einmalige Zahlung beschränkt und auch der Zahlungsbetrag ist angegeben. Der Verrechnungsscheck ermöglicht nur einen einmaligen Zugriff auf das Konto - Missbrauch ausgeschlossen. Allerdings trägt der Empfänger eines Verrechnungsschecks das volle Risiko dieser Zahlungsart: Versendet ein Unternehmen beispielsweise direkt nach Erhalt des Verrechnungsschecks Waren oder erbringt Dienstleistungen, dann kann es zu Zahlungsstörungen kommen. Denn der Verrechnungsscheck hat - anders als der frühere ec-Scheck - keine Zahlungsgarantie. Ist das Konto des Ausstellers nicht gedeckt, so erfolgt keine Einlösung. In der Regel gehen die Banken auf "Nummer sicher" und schreiben den entsprechenden Betrag nur mit dem Vermerk "Eingang vorbehalten" gut. Damit kann die Bank innerhalb einer angemessenen Frist eine Rückbuchung vornehmen.

Zusammenfassung

Die Vorteile des Verrechnungsschecks lassen sich wie folgt zusammenfassen:


  • Die Postanschrift bzw. Versandadresse des Kunden reichen für die Zustellung - den Rest übernimmt der Zahlungsempfänger.
  • Dank SEPA-Standard kann der Verrechnungsscheck über Deutschland hinaus verwendet werden. Es müssen also keine länderspezifischen Anpassungen beispielsweise für Österreich vorgenommen werden
  • Da der Zahlungsempfänger selbst aktiv werden muss kann der Zahlungspflichtige oft einen Zinsvorteil durch späte Einlösung vereinnahmen, manche Kleinbeträge rufen die Scheckempfänger auch gar nicht ab.

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Themen: Wirtschaft

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