Venture Capital


Kurz & einfach erklärt:

Venture Capital verständlich & knapp definiert

Venture Capital ist ein Synonym für Risikokapital. Dabei handelt es sich um die Kapitalbeteiligung an jungen Unternehmen, die sich durch ein überdurchschnittlich hohes Wachstumspotenzial auszeichnen.
notes Inhalte

Der Begriff Venture Capital bezeichnet Beteiligungskapital, das Investoren außerhalb der Börsen zur Verfügung stellen. Dieses Kapital fließt vornehmlich in Start-ups, die sich in innovativen Bereichen wie der IT-Branche engagieren. Niemand kann vorhersagen, wie sich solche Firmen entwickeln: Von der Insolvenz bis hin zu Milliarden-Umsätzen ist alles möglich. Aufgrund dieser Unwägbarkeiten vergeben Banken an solche Existenzgründungen selten Kredite. Um ihre Geschäftsideen zu verwirklichen, benötigen sie Alternativen: In gewissem Maße können sie staatliche Fördermittel nutzen, bei einem größeren Kapitalbedarf brauchen sie jedoch zusätzliches Risikokapital. Insbesondere Venture-Capital-Gesellschaften kommen infrage. Aber auch Privatinvestoren und Unternehmen treten als Geber von Risikokapital auf.

Formen der Finanzierung

Die Kapitalgeber bringen in die Start-ups Eigenkapital in Form einer Direktbeteiligung oder eigenkapitalähnlicher Finanzierungsinstrumente ein. Zu den eigenkapitalähnlichen Instrumenten zählen Wandelanleihen. Mit ihnen erwerben Investoren das Recht, die Anleihen später in Anteile umzuwandeln. Bei einem zufriedenstellenden Betriebsverlauf nehmen sie dieses Recht wahr, ansonsten erhalten sie dank der Anleihe zumindest Zinsen. Ziel bei allen Varianten ist es, die jungen Unternehmen für die erfolgreiche Weiterentwicklung finanziell ausreichend auszustatten. Zugleich wollen die Kapitalgeber Gewinne erwirtschaften, vor allem durch den späteren Verkauf der Firmenanteile.

Risikokapital: Besonderheiten dieses Finanzierungsmittels

Beim Risikokapital handelt es sich um eine kurz- bis mittelfristige Investition. Den Kapitalgebern geht es nicht darum, langfristig Gewinnbeteiligungen zu verbuchen. Sie wollen eine hohe Rendite erzielen, indem sie die Unternehmensanteile nach kurzer Zeit deutlich über dem Ursprungspreis veräußern. Beteiligungen mit Venture-Capital dauern im Durchschnitt etwa zwei bis acht Jahre. Dem hohen Risiko dieser Investitionen stehen attraktive Renditechancen gegenüber: Entweder verlieren die Investoren die Einlage vollständig beziehungsweise größtenteils oder die Geschäftsidee setzt sich durch und sie erzielen eine enorme Rendite. Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass sich die Kapitalgeber nicht auf das Einbringen des Kapitals und auf die Kontrolle beschränken. Sie greifen aktiv in das Geschehen ein und versorgen die Firmenführung mit betriebswirtschaftlichem Know-how. Die vielfältigen Netzwerke von Venture-Capital-Gesellschaften können sich ebenfalls als hilfreich erweisen, unter anderem bei der Gewinnung von Neukunden und der Personalrekrutierung. Darüber hinaus sichern sich die Investoren weitgehende Rechte, auch wenn sie Minderheiten-Beteiligungen besitzen. In der Regel treffen sie beispielsweise in der Führungsspitze Personalentscheidungen.

Zeitpunkt der Beteiligung

Investitionen mit Risikokapital lassen sich nach dem Zeitpunkt einteilen. Je später die Beteiligung erfolgt, desto niedriger ist das Risiko. Zugleich steigen im Lauf der Zeit die Kosten für die Anteile. Drei Phasen lassen sich unterscheiden:

  • Seed Stage Capital: Investoren engagieren sich kurz nach der Gründung eines Unternehmens. Das Geld dient beispielsweise dazu, die Produktidee technisch zu verwirklichen. Es ist unsicher, ob das Angebot Marktreife erlangt.
  • Early Stage Capital: In dieser Phase liegt das Produkt fertiggestellt vor. Es bedarf finanzieller Mittel, um unter anderem Tests durchzuführen oder erste Marketingaktivitäten zu beginnen.
  • Later Stage Capital: Die Firma verzeichnet kommerziellen Erfolg, die Geschäftsidee hat sich bewährt. Sie braucht aber für die Expansion Kapital, zum Beispiel für die Erschließung ausländischer Märkte. Das Risiko ist gering, aufgrund des Erfolgs kostet der Einstieg zu diesem Zeitpunkt jedoch viel Geld.

Arten des Exits

Entscheiden sich Venture-Capital-Gesellschaften nach einer ansprechenden Wertsteigerung für den Verkauf, wählen sie aus mehreren Möglichkeiten. Die wichtigsten Optionen im Überblick:

  • Company Buy-Back: Der Unternehmer kauft die Anteile zurück, die er zuvor an die Kapitalgeber veräußert hatte.
  • Trade Sale: In diesem Fall erwirbt ein anderes Unternehmen die Firma, die Käufer stammen fast immer aus derselben Branche.
  • Initial Public Offering: Investoren erzielen ihren Erlös durch den Börsengang des Unternehmens, Aktionäre zeichnen die Anteilsscheine.

Venture Capital – Zusammenfassung:

  • Alternative zu einem Kredit
  • hohes Risiko, große Renditechancen
  • meist bei Start-ups in innovativen Branchen
  • Ziel: Gewinn durch Verkauf der Anteile in wenigen Jahren


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