Unternehmerisches Risiko


Kurz & einfach erklärt:

Unternehmerisches Risiko verständlich & knapp definiert

Unternehmen sehen sich grundsätzlich mit Risiken konfrontiert, die zu einem Teil-, aber auch Komplettausfall des Gewinns oder Umsatzes führen können. Diese Risiken können unternehmensspezifisch sein, können aber auch aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Lage entstehen. Die Gesamtheit dieser Risiken nennt man Unternehmerisches Risiko.
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Unternehmerische Tätigkeit zeichnet sich dadurch aus, dass es risikobehaftet es. Zum einen können Unternehmen Gewinne erzielen, zum anderen drohen Verluste. Unternehmer können ihre gesamte Kapitaleinlage verlieren, Einzelunternehmer haften darüber hinaus mit ihrem privaten Vermögen. Zum unternehmerischen Risiko gehören nicht nur reale Verluste, sondern auch ausbleibender Erfolg. Ein Selbstständiger fährt zum Beispiel keine Verluste ein, kann aber auch seinen gewünschten Lebensstandard nicht mit dem Einkommen finanzieren.

Allgemeine Unternehmerrisiken

Bei den Unternehmerrisiken sind allgemeine von spezifischen Risiken zu unterscheiden. Die allgemeinen Rahmenbedingungen können Unternehmen nicht beeinflussen, sie können diese Gefahren jedoch in ihre Planung einbeziehen. Zu den zahlreichen Risiken zählen:

  • Inflation und Deflation
  • stark sinkende Nachfrage, unter anderem aufgrund einer hohen Arbeitslosigkeit
  • negative Entwicklung bei der Konjunktur, im schlimmsten Fall Rezession oder Depression
  • politische Verwerfungen an Produktionsstandorten oder in wichtigen Absatzmärkten
  • Preisanstiege bei Rohstoffe

Eine verantwortungsbewusste Unternehmensführung berücksichtigt diese Risikofaktoren. Die konkrete Form hängt von der jeweiligen Risikoart ab. Beispiel: Eine Firma möchte im Staat X, der gewisse politische Instabilitäten aufweist, einen Standort eröffnen. In diesem Fall sollte das Unternehmen gründlich analysieren, inwieweit die politische Lage künftig eine Gefahr für den Standort darstellen könnte.

Spezifische Risiken

Diese Risiken liegen im unternehmerischen handeln und realisieren sich entweder durch Fehlentscheidungen oder durch unglückliche Umstände. Die Bandbreite ist groß, exemplarisch verdienen folgende Gefahren Erwähnung:

  • Qualität: Spart eine Firma an der Qualität, kann das zu Umsatzverlusten führen.
  • Strategische Fehler: Unternehmen engagieren sich unter anderem auf neuen Märkten, auf denen sie sich nicht etablieren können. Eventuell setzen sie auch auf Produkte, die bei den potenziellen Abnehmern auf keine Nachfrage stoßen.
  • Produkthaftung, rechtliche Auseinandersetzungen, Strafen durch Behörden: Bei mangelhaften Artikeln müssen Betriebe Kosten aufgrund der Reparatur oder des Austauschs stemmen. Ein Imageverlust kann damit einhergehen. Liegen Rechtsverstöße vor, fallen Kosten für juristische Verfahren und Bußgelder an.
  • Produktionsausfälle: Diese müssen nicht auf fehlerhaften Entscheidungen basieren. Fällt beispielsweise eine wichtige Maschine aus, wirkt sich das negativ aus.


Die spezifischen Risiken lassen sich durch eine kluge Unternehmenspolitik reduzieren. Vollständig ausschließen lassen sie sich nicht: Wenn ein Unternehmen ein neues Produkt umfangreich durch Marktforscher testen lässt und die Ergebnisse sind positiv, heißt das nicht, dass die Markteinführung tatsächlich erfolgreich verläuft. Das Verhalten von Verbrauchern lässt nicht mit absoluter Sicherheit vorhersagen.

Abgrenzung zwischen Selbstständigen und abhängig Beschäftigten

Der Begriff des unternehmerischen Risikos spielt im Sozialversicherungsrecht eine wichtige Rolle: Er stellt einen Aspekt dar, welcher Selbständige ohne Sozialversicherungspflicht von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten unterscheidet. Er ist aber nicht hinreichend. Unternehmer müssen zudem über Entscheidungsfreiheit verfügen, sie dürfen zum Beispiel nicht weisungsgebunden arbeiten. Wenn jemand ausschließlich für einen Auftraggeber arbeitet und dieser ihm sein Handeln detailliert vorschreibt, trägt der Auftragnehmer zwar das unternehmerische Risiko. Er arbeitet aber nicht eigenständig. Deshalb liegt in diesem Fall keine Selbstständigkeit vor, sondern eine Scheinselbstständigkeit.

Unternehmerisches Risiko - Zusammenfassung:

  • Gefahr von ausbleibendem Erfolg und Verlust
  • Merkmal von Selbstständigkeit
  • allgemeine Risiken kaum zu beeinflussen
  • spezifische Risiken meist in der Verantwortung des Unternehmens
  • Kriterium im Sozialversicherungsrecht


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