Terminmarkt


Kurz & einfach erklärt:

Terminmarkt verständlich & knapp definiert

Der Teminmarkt ist der Ort, an dem der Abschluss von Termingeschäften stattfindet. Neben den wichtigsten Terminbörsen in Chicago, London und Frankfurt am Main, werden Termingeschäft auch außerbörslich im OTC Market gehandelt. Standardisierungen hinsichtlich Laufzeit, Mengen und Basispreisen für bestimmte Basisobjekte, herrschen an den Terminbörsen vor.

Auf einem Terminmarkt handeln die Marktteilnehmer Terminkontrakte, die im Vergleich zu Kassageschäften erst in der Zukunft erfüllt werden. In einem Terminkontrakt vereinbaren beide Parteien, dass A eine bestimmte Menge des Basisobjekts zu einem fixen Preis von B abnimmt. Bei Futures besteht eine Erfüllungspflicht für beide Parteien. Optionsgeschäfte bilden einen Sonderfall, weil A ein Wahlrecht besitzt.

Er kann auf die Lieferung bestehen oder darauf verzichten. Hierfür muss er B einen Risikoausgleich zahlen. Basisobjekte können Aktien, Anleihen, Devisen, Waren wie Rohstoffe und Indizes sein.

Terminbörsen und außerbörslicher Handel

Zu den bekanntesten Terminbörsen gehören das Chicago Board of Trade (CBOT) und die European Exchange (Eurex) mit Sitz in Eschborn bei Frankfurt am Main. Die Geschichte des CBOT zeigt den Hintergrund des Terminmarkts auf: In den Anfängen der Termingeschäfte ab 1864 handelten die Teilnehmer größtenteils Terminkontrakte auf Waren wie Getreide und Schweinebäuche. Aus Angst vor einem späteren Mangel wollten sie sich die Produkte vorab sichern. Mittlerweile decken Terminmärkte weitaus mehr Basiswerte ab.

Viele Geschäfte dienen nicht mehr der Absicherung, sondern der Spekulation. Darüber hinaus können Anleger und Spekulanten Termingeschäfte außerbörslich über freie Makler abwickeln. Privatanleger nutzen für kurzfristige, spekulative Transaktionen oftmals Forex-Broker, weil sie bei ihnen mit geringen Summen handeln können.

Funktionsweise des Terminmarkts

Terminkontrakte gehen in der Regel mit einer Hebelwirkung einher. Käufer setzen nicht den Betrag ein, den das Basisobjekt wert ist. Stattdessen liegt die Summe niedriger, sie partizipieren aber überdurchschnittlich an der Veränderung des Marktpreises. Aus diesem Grund hat sich der Terminmarkt als Markt für Spekulanten etabliert. Er erlaubt bei geringem Einsatz hohe Gewinne.

Andererseits können Händler einen Totalverlust erleiden. Haben sie das Geschäft auf Kreditbasis durchgeführt, droht im schlimmsten Fall ein Totalverlust. Ein weiteres Merkmal des Terminmarkts ist, dass die Geschäfte vielfach nicht mit einer physischen Lieferung des Basisobjekts enden. Stattdessen nehmen die beiden Beteiligten einen Barausgleich vor. Liegt der Marktpreis bei Futures zum Beispiel zum Zeitpunkt der Lieferung über dem vereinbarten Basispreis, erhalten die Besitzer der Futures vom Verkäufer den Unterschied ausgezahlt. Bei einer gegenteiligen Preisentwicklung muss der Käufer den Verkäufer auszahlen.

Die Preisbildung am Terminmarkt

Der sogenannte faire Preis eines Terminkontrakts ergibt sich aus folgender Rechnung: Kassakurs zuzüglich Kosten für die Refinanzierung und eventuell Lagerhaltung abzüglich mögliche Erträge wie Zinserträge bei Anleihen:


  • Refinanzierung: Der Verkäufer eines Terminkontrakts muss zum Beispiel den Rohstoff zuerst kaufen, für die Finanzierung fallen Kosten an. Diese schlägt er auf den Kassakurs auf.
  • Lagerhaltung: Der Verkäufer muss Waren gegebenenfalls unterbringen, die entsprechenden Kosten fügt er dem Basispreis ebenfalls zu.
  • Erträge: Die Erträge reduzieren den Preis dagegen. Das trifft zum Beispiel zu, wenn bei einer Aktie zwischen Abschluss des Kontrakts und Laufzeitende die Aktiengesellschaft eine Dividende ausschüttet.

Bei Optionen kommt ein Risikoausgleich für das Wahlrecht hinzu. Käufer eines Terminkontrakts müssen das Papier nicht bis zum Ende der Laufzeit halten, sie können es handeln. Die Kurse basieren wie überall im Wertpapierhandel auf Angebot und Nachfrage. Allerdings sind sie bei Termingeschäften stark an die Wertentwicklung des Basisobjekts gekoppelt.

Terminmarkt - Zusammenfassung:

  • Markt für Terminkontrakte als Zukunftsgeschäfte
  • Handel börslich und außerbörslich möglich
  • Basisobjekte: Aktien, Anleihen, Devisen, Indizes und Waren
  • Absicherung oder Spekulation

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