Tantieme


Kurz & einfach erklärt:

Tantieme verständlich & knapp definiert

Tantieme sind eine erfolgsabhängige Vergütung, die sich auf das Gesamtergebnis beziehen. Besonders die Führungskräfte sollen Tantieme anspornen und so zu besseren Ergebnissen führen.
notes Inhalte

Tantiemen stellen eine erfolgsabhängige Vergütung dar, die sich auf das Gesamtergebnis bezieht. Sie unterscheiden sich damit unter anderem von Provisionen, deren Höhe auf den Umsatzerlösen basieren. Diese Vergütungsform findet sich erstens bei Vorstandsmitgliedern von Konzernen und anderen Führungskräften. Sie erhalten zu ihrem Grundgehalt Tantiemen. Zweitens hat sich diese Vergütungsart im Kulturbereich etabliert, zum Beispiel bei Buchautoren.

Tantiemen für leitende Angestellte

In Unternehmen soll die erfolgsabhängige Vergütung die Führungskräfte anspornen, bessere Ergebnisse zu erzielen. Meist bildet der jährliche Reingewinn die Grundlage für die Tantieme, die Anspruchsberechtigten verbuchen einen bestimmten prozentualen Anteil davon. Ausschlaggebend sind die Daten der Handelsbilanz. Die Inhaber müssen die Handelsbilanz Arbeitnehmern auf Wunsch zur Verfügung stellen, damit diese die Richtigkeit der Berechnung überprüfen können. Scheidet eine Führungskraft unter dem Jahr aus, besteht ein anteiliges Anrecht auf die Tantieme. Die genauen Regelungen vereinbaren beide Parteien im Anstellungsvertrag. Bei Aktiengesellschaften können diese auch in der Satzung stehen, einen entsprechenden Beschluss muss die Hauptversammlung fällen.

Tantiemen im Kulturbereich: Von der Auflage abgängig

Bei Autoren, Musikern, Designern und anderen Künstlern handelt es sich bei Tantiemen nicht um ein Extra, sondern um das eigentliche Einkommen. Die Höhe hängt von der Auflage der Bücher, der CDs und Co. ab. Zudem beteiligen die Verwerter der Nutzungsrechte die Künstler an weiteren Einnahmen, zum Beispiel für die Verfilmung eines Buchs. Der prozentuale Anteil für sämtliche Einnahmequellen ist im Vertrag detailliert festgehalten. Ein Autor weiß zum Beispiel, welche Einkünfte er für jedes verkaufte Buch verzeichnet. Diese Vergütungsform hat für die Verlage und weitere Unternehmen in der Kulturbranche den Vorteil, dass sie das Risiko begrenzt. So geben Buchverlage für den Druck und das Marketing viel Geld aus.

Kaufen zu wenige das Buch, bedeutet das einen finanziellen Verlust. Müssten sie den Autoren zusätzlich eine erfolgsunabhängige Vergütung zahlen, würde diese das ökonomische Risiko massiv steigern. Zugleich erweisen sich Tantiemen für die Künstler als vorteilhaft, wenn ihr Werk auf eine große Nachfrage trifft. Sie verdienen an der kompletten Auflage sowie an anderen Verwertungsformen mit, sie müssen sich nicht mit einer Pauschale begnügen. Zusätzlich zu den Tantiemen aus dem Künstlervertrag empfangen Autoren und Musiker Zahlungen der VG Wort und der GEMA, welche zentralisiert bestimmte Nutzungsrechte verwalten. Diese Geldleistungen werden ebenfalls Tantiemen genannt.

Tantiemen - zusammengefasst:

  • erfolgsabhängige Vergütung, prozentualer Anteil
  • Gewinnbeteiligung soll in Firmen motivieren
  • Zusatzeinkommen für Führungskräfte
  • Kulturbereich: Tantieme als einzige Einkunftsquelle
  • reduziert die wirtschaftliche Gefahr für Verlage und weitere Akteure


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