Sunk Costs

Kurz & einfach erklärt:

Sunk Costs verständlich & knapp definiert

Als Sunk Costs werden Kosten bezeichnet, die bereits entstanden sind und nicht rückgängig gemacht werden können. Im Rahmen der Bewertung hinsichtlich der Fortführung eines Projektes solllten diese Kosten entgegen der persönlichen Empfindung nicht in die Bilanz aufgenommen.

Die Sunk Costs sind eine Kostenkategorie, die bei Managemententscheidungen und der Betrachtung der Sinnhaftigkeit von Investitionen zwar betrachtet werden, für Planungsentscheidungen aber keine Rolle spielen dürften. In dieser Kostenkategorie finden sich alle Kosten, die in den Vorperioden angefallen sind und denen keine in der Bilanz abgebildeten Vermögensgegenstände gegenüberstehen.

Sunk Costs Beispiele:

  • Kosten für Vorplanungen, Genehmigungen oder auch einen Markenschutz
    -> Diese Kosten entstehen unabhängig davon, ob die Marke oder das Produkt auch tatsächlich später genutzt werden. Da diese entstanden, also "untergegangen" sind, sind sie ein gutes Beispiel für Sunk Costs
  • Kosten für vorvertragliche Verhandlungsschritte, Vorbereitungen, Präsentationen und ähnliche Kostenkategorien
  • Werbung und Marketing-Maßnahmen zur Steigerung des Bekanntheitsgrades, die ebenso nicht als Wertgegenstände oder Umlaufvermögen bilanziert werden dürfen.

Bedeutung der Sunk Costs für Managemententscheidungen

Einerseits sind die Sunk Costs eine normale Kostenkategorie wie jede andere auch: Je nach betrieblicher Festlegung werden diese mit einem Umlageschlüssel auf die Abteilungen oder Produkte umgelegt. In der Gesamtkostenbetrachtung oder auch der Stückkostenbetrachtung gibt es allerdings eine Herausforderung: Da diese Sunk Costs meist nur einmalig zu Beginn, zur Produktentwicklung oder Markteinführung entstehen, lassen sich diese nicht den variablen Kosten zuordnen. Zudem kann diese Kostenkategorie die tatsächlichen Werte für die Selbstkosten und den Deckungsbeitrag verzerren. Deshalb sollten Rechnungswesen und Controlling diese Kosten eher einem Gemeinkosten- oder allgemeinen Kostenblock zuordnen.


Für zukunftsgerichtete Entscheidungen sollten diese Kosten möglichst nicht berücksichtigt werden: Unabhängig davon, ob die Marktbearbeitung fortgesetzt oder abgebrochen wird, sind diese Kosten als "untergegangene" oder "ausgegebene" Kosten nicht mehr beeinflussbar.

Sunk Costs sollte auch jeder private Verbraucher richtig einordnen können

Der Begriff der Sunk Costs wird auch sehr plastisch, wenn man sich die Ausgaben eines Privathaushaltes ansieht: Auch hier gibt es Diskussionen, ob es sich lohnt, einen Gebrauchtwagen noch zu reparieren und ein weiteres Jahr zu fahren. Der Privatkunde sieht sich oft die bisherigen Reparatur-Rechnungen an und entscheidet sich anhand der Sunk Costs. Wo doch bereits so viel Geld investiert worden ist, kann man das Auto doch nicht einfach abmelden! Diese Betrachtungsweise berücksichtigt nicht den Zeithorizont: Die Reparaturen der vergangenen Jahre unterliegen der Abnutzung und sind nicht mehr 100%-ig vorhanden - und müssten eigentlich zeitanteilig abgeschrieben werden. Die Entscheidung, ob sich die Autoreparatur noch lohnt, müsste der Privatkunde aber alleine aufgrund des zukünftigen Nutzens und der zukünftigen Kosten treffen.

Bei den Sunk Costs handelt es sich um:

  • der Vergangenheit oder vergangenen Perioden zuzuordnende Kosten
  • Kosten, die in der Zukunft nicht mehr entstehen
  • Beträge, die im Rechnungswesen am Besten über Allgemeinkostenkategorien abgerechnet werden

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Themen: Kostenrechnung

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