Substitutionsgüter

Kurz & einfach erklärt:

Substitutionsgüter verständlich & knapp definiert

Als Substitutionsgüter werden Güter bezeichnet, welche ähnlichen Bedürfnissen bzw. Zwecken dienen. Es ist daher einfach Substitutionsgüter gegeneinander auszutauschen, da der Grad der Zweckerfüllung bei diesem Wechsel kaum beeinflusst wird. Das Gegenstück zu den Substitutionsgütern bilden die Komplementärgüter.

Substitutionsgüter sind Güter, welche dieselben oder ähnliche Bedürfnisse stillen. Sie werden von Konsumenten bezüglich ihrer Produkteigenschaften als nahezu gleichwertig angesehen. Gemessen wird der Grad an Substituierbarkeit anhand des Vergleichs des Preises, der Qualität und der Leistung zweier Güter.

Grad der Substituierbarkeit

Für den Konsumenten ist es – rein auf die Leistung und Qualität des Produkts bezogen – egal, welches der beiden Substitutionsgüter er kauft. Beide stillen ein bestimmtes Bedürfnis und befriedigen die Nachfrage. Es ist dabei zwischen zwei Arten von Substitutionsgütern zu unterscheiden:

  • Zwei Güter gelten als vollkommene Substitutionsgüter, wenn sie vollständig durcheinander ersetzt werden können. Für den Konsumenten entstehen dabei keine zusätzlichen Kosten, Qualitätsunterschiede oder anderweitige Nutzeneinbußen. Solche perfekten Substitutionsgüter finden sich im Wirtschaftsleben nur äußerst selten.
  • Deutlich gängiger sind imperfekte (unvollkommene) Substitutionsgüter. Beide Güter können grundsätzlich ähnlich verwendet werden, weisen aber einige Unterscheidungsmerkmale auf. Zum Beispiel kann Kunstleder durchaus als Substitut für Leder genutzt werden, weil sich aus beiden Materialien Schuhe herstellen lassen. Allerdings ist reines Leder teurer, dafür aber auch haltbarer, geschmeidiger und optisch ansprechender.

Kreuzpreiselastizität von Substitutionsgütern

Aus wirtschaftlicher Sicht ist vor allem die Entwicklung der Preise von Substitutionsgütern interessant. Die sogenannte Kreuzpreiselastizität beschreibt dabei, wie sich Preisänderungen bei Gut A auf die Nachfrage von Gut B auswirken. Dieser Zusammenhang ist bei Substitutionsgütern positiv. Preiserhöhungen des Substituts A sorgen dafür, dass die Konsumenten vermehrt Substitut B nachfragen. Schließlich ist dieses jetzt relativ günstiger, stiftet aber einen ebenso hohen Nutzen wie Substitut A.

Substitutionsgüter – Beispiele

Die Substituierbarkeit von Gütern lässt sich nicht immer nur anhand rein objektiver Kriterien festlegen. Ein Beispiel für die Substituierbarkeit:

Konsument A isst gerne Kartoffeln, um satt zu werden. Jetzt steigen die Preise für Kartoffeln allerdings stark an. Weil der Konsument als Beilage zum Essen ebenso gut Reis verwenden kann, kauft er ab sofort Reis statt Kartoffeln. Aus seiner Sicht besteht eine hohe Substituierbarkeit zwischen den Gütern. Konsument B isst ebenfalls gerne Kartoffeln. Er mag aber keine anderen Beilagen wie Reis, Nudeln oder Gemüse. Folglich nimmt er die Preiserhöhung in Kauf und konsumiert weiterhin Kartoffeln, wenn auch in geringerem Umfang als zuvor. Für ihn ist die Substituierbarkeit nicht gegeben.

Generell gibt es aber einige messbare Beispiele für Substitutionsgüter:

  • Butter und Margarine
  • Brot und Brötchen
  • Zigarillos und Zigarren
  • Schafwolle und Baumwolle

Substitutionsgüter – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Substitutionsgüter verfügen über die gleichen oder sehr ähnliche Produkteigenschaften
  • Für Konsumenten stiften beide Güter denselben nutzen
  • Es ist zwischen perfekten und imperfekten Substitutionsgütern zu unterscheiden
  • Die Kreuzpreiselastizität ist hochgradig positiv

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Themen: Marketing

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