Subsidiaritätsprinzip

Kurz & einfach erklärt:

Subsidiaritätsprinzip verständlich & knapp definiert

Die Anwendung des Prinzips der Subsidiarität wird als Grundsatz der Aufgabenverteilung zwischen Staat und Privatpersonen wie auch innerhalb des öffentlichen und privaten Bereichs verstanden.

Das Subsidiaritätsprinzip ist ein gesellschaftsethisches Prinzip. Es bestimmt, dass eine Aufgabe von der kleinsten zuständigen Einheit ausgeführt werden soll. Nur wenn diese Einheit die Aufgabe nicht erfüllen kann, dann sollen übergeordnete Einheiten tätig werden. Das Subsidiaritätsprinzip möchte somit die Selbstbestimmung und Entfaltung individueller Fähigkeiten fördern und die Selbstverantwortung kleinerer Einheiten steigern.

Das Subsidiaritätsprinzip in verschiedenen Bereichen

In verschiedenen Bereichen findet das Subsidiaritätsprinzip Anwendung. Einige Beispiele sind dazu hier aufgeführt:


  • Versicherungswesen
    Bei Versicherungen findet das Subsidiaritätsprinzip dann Anwendung, wenn mehrere Versicherungen beteiligt sind und ein Rangverhältnis besteht. Diese subsidiären Versicherungen bedeuten für den Versicherten, dass wenn die rangniedrigere Versicherung nicht leistet, die subsidiäre Versicherung leisten muss.
  • Sozialpolitik
    In der Sozialpolitik findet das Subsidiaritätsprinzip Anwendung durch Hilfen des Staates. Soziale Aufgaben sollen nur vom Staat übernommen oder erfüllt werden, wenn nicht staatliche soziale Einrichtungen diese nicht erfüllen können. Der Staat unterstützt den Einzelnen mit Leistungen wie Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Elterngeld und anderen subsidiären Leistungen zur sozialen Sicherheit.
  • Staatliche Verwaltungen
    Auch in der staatlichen Verwaltung wird das Subsidiaritätsprinzip angewendet. Die hierarchische Struktur des Staates (Verbände > Kommunen > Gemeinden > Länder > Bund) ist auf das Subsidiaritätsprinzip aufgebaut. Auch das Eingreifen in private Haushalte erfolgt nur, wenn der private Haushalt die Aufgaben selbst nicht mehr erfüllen kann. Gleiches gilt auch im Europarecht. Gemäß Artikel 5 EUV Vertrag der Europäischen Union, wird die Gemeinschaft nur tätig, wenn die einzelnen Mitgliedsstaaten ihre Aufgaben nicht alleine bewältigen können.

Subsidiaritätsprinzip in der sozialen Marktwirtschaft

Die soziale Marktwirtschaft baut auf dem Subsidiaritätsprinzip auf. Die Wirtschaft und ihre Teilnehmer dürfen sich frei entfalten durch Innovationen und Wettbewerbsfreiheit. Im Unterschied zur freien Marktwirtschaft greift der Staat als subsidiärer Teilnehmer in das wirtschaftliche Geschehen ein. Dies geschieht, um beispielsweise Gesetze zum Kündigungsschutz einzuführen und andere soziale Sicherheiten einzubringen. Auch in die Gewerbefreiheit greift der Staat zum Schutz der Gemeinschaft ein.

Subsidiaritätsprinzip – Zusammenfassung

  • Dieses sozial-katholische, gesellschaftsethische Prinzip findet in vielen finanziellen, wirtschaftlichen, staatlichen und administrativen Bereichen Anwendung.
  • Die soziale Marktwirtschaft baut auf dem Subsidiaritätsprinzip auf.
  • Das Prinzip fördert die Selbstbestimmung, Selbstverantwortung und Entfaltung individueller Fähigkeiten.

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