Strombörse

Kurz & einfach erklärt:

Strombörse verständlich & knapp definiert

An einer Strombörse kaufen Händler von Produzenten Strompakete. Zu unterscheiden sind lang- und kurzfristige Verträge, der Strom lässt sich zudem für bestimmte Tageszeiten erwerben. Der wechselnde Strombedarf zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfordert diese Differenzierung.

An einer Strombörse führen Verkäufer und Käufer von Strompaketen Transaktionen durch. Strombörsen reduzieren den bürokratischen Aufwand auf beiden Seiten und erhöhen die Transparenz. Die Teilnehmer müssen nicht umständlich Einzelverträge abschließen und sich mühsam über die aktuellen Preise informieren. Am Börsenplatz geht der Handel standardisiert vonstatten, die Preisbildung basiert auf Angebot und Nachfrage.

Strombörsen in Europa

In Leipzig ist mit der European Energy Exchange (EEX) die wichtigste Strombörse Europas beheimatet. Über 450 Händler verkaufen und kaufen dort Strom. Strombörsen existieren in weiteren europäischen Städten, so konzentriert sich der skandinavische Stromhandel an der Nord Pool in Skandinavien.

Die meisten Strombörsen zeichnen sich durch einen internationalen Handel aus, an der Leipziger Börse engagieren sich neben deutschen vornehmlich österreichische und französische Teilnehmer. Ausnahmen bilden die Strombörsen in Großbritannien und Irland, die auf den inländischen Markt fokussieren.

Herausforderungen beim Stromhandel

Der Stromhandel funktioniert ähnlich wie der Handel mit anderen Waren. Allerdings gibt es zwei gewichtige Unterschiede:

  • Strom lässt sich nicht speichern, niemand kann ihn auf Vorrat kaufen.
  • Käufer müssen das Nutzungsverhalten ihrer Kunden berücksichtigen. Der Strombedarf liegt tagsüber deutlich höher als nachts. Auch beim Verbrauch über Tag bleibt der Bedarf nicht gleich. In den Morgen- und Abendstunden erreicht er meist Spitzenwerte.

Beispiel: Ein typisches Kaufkonstrukt

Die Strombörsen bieten vielfältige Produkte an, um diesen Besonderheiten gerecht zu werden. Am Terminmarkt offerieren Verkäufer langfristige Verträge. Mit diesen decken Einkäufer den Grundbedarf ab. Die Einheit lautet 24 MWh. Das bedeutet, dass der Händler von 0 bis 24 Uhr stündlich 1 MW garantiert. Darüber hinaus müssen Käufer den Mehrbedarf tagsüber mit zusätzlichen Transaktionen absichern:

  • Peak-Blöcke: Diese gelten von 8 bis 20 Uhr. Ein 12-MWh-Block gewährleistet 1 MW stündlich.
  • Einzelstundenkontrakte: Teilnehmer können mit diesen Paketen gezielt die Stromversorgung für Spitzenlasten sicherstellen.

Neben langfristigen Verträgen existiert der Spotmarkt, an dem die Beteiligten auf kurzfristige Änderungen beim Angebot und der Nachfrage reagieren können.

Strombörse - Zusammenfassung:

  • standardisierter Handel mit Strom
  • kein Kauf auf Vorrat
  • Nachfrage unterscheidet sich je nach Tageszeit
  • vielfältige lang- und kurzfristige Produkte

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Themen: Börse

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