Stillhalter

Kurz & einfach erklärt:

Stillhalter verständlich & knapp definiert

Als Stillhalter ist der Verkäufer einer Option zu bezeichnen, wobei es sich in der Regel um eine Bank handelt. Er muss die Forderungen des Optionsinhabers bei einer Ausübung des Finanzderivats erfüllen können, erhält dafür aber bereits im Vorhinein eine Optionsprämie.

Als Stillhalter wird der Verkäufer einer Option bezeichnet. Da die Option ein Recht beinhaltet, aber keine Verpflichtung darstellt muss der Verkäufer während der vereinbarten Zeitspanne stillhalten. 


Er kann nur abwarten ob der Käufer die Erfüllung der Option fordert oder ob er sie verfallen lässt.

Rechte und Pflichten des Stillhalters

Erwerben Anleger Optionen, so zahlen sie hierfür immer eine bestimmte Prämie an ihre Bank bzw. einen Broker. Diese Prämie ist aus Sicht des Anlegers in jedem Fall verloren, für die Bank stellt diese Zahlung den Gewinn aus diesem Geschäft dar. Aber: Mit dem Verkauf einer Option gehen immer bestimmte Pflichten einher:

  • Call-Option: Sofern es sich um eine Kaufoption handelt, muss der Verkäufer dieser Option den Basiswert bereithalten.
  • Put-Option: Hingegen hält der Verkäufer einer Verkaufsoption das Geld bereit, um den Basiswert erwerben zu können.


Als „Stillhalter“ wird der Verkäufer der Option deshalb bezeichnet, weil er ab dem Zeitpunkt des Verkaufs selbst nicht mehr handeln kann. Er muss abwarten, ob der Käufer der Option diese ausübt oder sie verfallen lässt.

Beispiel der Auswirkungen der Option für den Stillhalter

Angenommen, eine Bank verkauft eine Kaufoption an einen Anleger. Dadurch hat der Anleger das Recht, einen Basiswert in der Zukunft zu einem bereits heute festgelegten Preis zu erwerben. Entsprechend erwirtschaftet der Anleger Gewinne, wenn die Kurse des Basiswerts steigen. Für die Bank bedeutet dieser Fall jedoch, dass die Optionsprämie verloren ist und unter Umständen ein Verlust entsteht. Dessen Höhe ist sogar nach oben hin unbegrenzt, weil der Kurs des Basiswerts theoretisch unbegrenzt steigen kann.

Hingegen setzt der Inhaber einer Put-Option darauf, dass die Kurse in Zukunft fallen werden. Denn er hat das Recht, einen Basiswert zum heutigen Preis in der Zukunft zu verkaufen. Entsprechend muss die Bank als Stillhalter das Geld bereithalten, um den Basiswert bei Ausübung der Option kaufen zu können. Auch hier ist der Verlust in der Theorie unbegrenzt, je mehr Optionen der Anleger erwirbt, desto höher sind die Verluste für die Bank.

Stillhalter – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Als Stillhalter wird der Verkäufer einer Option bezeichnet
  • Bei einer Call-Option muss er den Basiswert bereithalten
  • Bei einer Put-Option muss er Geld für den Kauf des Basiswerts bereithalten

Bitte bewerten (1 - 5):
Themen: Börse

Weiterführende Artikel:

Emission: Unter Emission ist im betriebswirtschaftlichen Sinne die Ausgabe von Aktien und anderen Wertpapieren zu verstehen. Die Platzierung dieser ...


Aktienindex: Ein Aktienindex ist eine Kennzahl, welche die Entwicklung ausgewählter Aktienkurse widerspiegelt. Der Index soll die Entwicklung ...


Bezugsverhältnis: Das Bezugsverhältnis stellt im Aktienrecht ein Verhältnis dar, in dessen Umfang ein Anteilseigner junge Aktien zu seinen ...


Bookbuildungverfahren: Das Bookbuilding-Verfahren (zu Deutsch Orderbuch-Verfahren) ist ein Emissionsverfahren, mit dessen Hilfe die Ausgabe von ...


Börsengesetz: Das deutsche Börsengesetz (BörsG) regelt den geschäftlichen Verkehr an der Börse. Es betrifft ausschließlich ...


Branchenfonds: Branchenfonds sind Investmentfonds, die das Kapital der Anleger überwiegend in Aktien eines bestimmten Wirtschaftszweiges ...