Steuerquote

Kurz & einfach erklärt:

Steuerquote verständlich & knapp definiert

Anhand der Steuerquote kann die steuerliche Belastung von Wirtschaftssubjekten in einer Volkswirtschaft gemessen werden. Denn die Quote setzt das gesamte Steueraufkommen ins Verhältnis zum BIP. Allerdings sagt die Kennziffer dabei nichts über die Verteilung der Steuerlast aus und darf somit nicht isoliert betrachtet werden.

In der Volkswirtschaftslehre gibt die Steuerquote das Verhältnis alle Steuern zum Bruttoinlandsprodukt an. Unternehmen beschreiben mit der Quote hingegen, wie hoch der Anteil an Steuern am Gewinn ausfällt.

Was sagt die Steuerquote aus?

Die Steuerquote ist eine wichtige, volkswirtschaftliche Kennzahl. Sie berechnet sich wie folgt:

Gesamtes Steueraufkommen / BIP = Steuerquote

Dabei wird das gesamte Steueraufkommen maßgeblich durch die Einkommensteuer und die Umsatzsteuer beeinflusst. Grundsätzlich werden hier aber tatsächlich alle Steuerlasten aufsummiert, die Wirtschaftssubjekte in einer Volkswirtschaft tragen müssen. Maßgeblich beeinflusst wird die Quote aber auch von Schwarzarbeit und möglichen Steuerschlupflöchern.

Grundsätzlich versucht die Steuerquote, einen Anhaltspunkt für die steuerliche Belastung von Wirtschaftssubjekten zu geben. Einige Ökonomen setzen eine hohe Quote mit einer geringen Attraktivität eines Landes als Wirtschaftsstandort gleich, weil die Unternehmen und Arbeitnehmer entsprechend viele Steuern zahlen. Allerdings sagt die Steuerquote an sich noch nichts über die wirkliche Verteilung der Steuerlast aus.

Steuerquote in Deutschland

Schon seit den 1960er Jahren wird die Steuerquote in Deutschland laufend aufgezeichnet. Dabei zeigt sich, dass sie fast kontinuierlich bei Werten zwischen 20 und 25 Prozent liegt, Abweichungen gibt es nur in Ausnahmefällen. Im internationalen Vergleich mit anderen Industrienationen liegt die Bundesrepublik damit etwa im Mittelfeld. Nationen wie beispielsweise die USA haben teilweise geringere Quoten (knapp unter 20 Prozent), andere Länder weisen etwas höhere Werte auf. In Großbritannien bewegt sich die Steuerquote konstant bei 28 bis 30 Prozent.

Steuerquote für Unternehmen

Nicht nur in der Volkswirtschaftslehre, sondern auch in der Betriebswirtschaftslehre wird die Steuerquote betrachtet. Hier berechnet sich die Kennzahl als:

Abzuführende Unternehmenssteuern / Jahresüberschuss vor Steuern

Dabei werden allerdings nur solche Steuern in die Betrachtung einbezogen, die wirklich auch vom Unternehmen zu tragen sind. Beispielsweise führen Unternehmen in Deutschland zwar die Umsatzsteuer ab, diese wird aber an den Verbraucher überwälzt und letztlich von diesem getragen.

Ein Ziel von Unternehmen ist es, die Steuerquote zu minimieren. Möglich ist das etwa, indem der Jahresüberschuss nahe null gehalten wird. Vor allem international agierende Konzerne versuchen hingegen, Steuern zu vermeiden, indem die Unternehmenssitze verlagert werden. Liegt die betriebswirtschaftliche Steuerquote in Deutschland beispielsweise bei rund 20 Prozent, tendieren sie hingegen auf den Cayman Islands gegen null.

Steuerquote – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Die Steuerquote misst das Verhältnis aus gesamtem Steueraufkommen und BIP (VWL)
  • In der BWL werden die Unternehmenssteuern ins Verhältnis zum Gewinn gesetzt
  • Ziel von Unternehmen ist es, ihre Steuerquote zu minimieren

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Themen: Steuern

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