Staatsanleihen

Kurz & einfach erklärt:

Staatsanleihen verständlich & knapp definiert

Durch die Emission von Staatsanleihen beschaffen sich Staaten Fremdkapital. Für die Überlassung des Kapitals müssen sie einen Zins zahlen, der sich anhand der Bonität der Staaten bemisst.

Mit der Emission von Staatsanleihen können Staaten oder auch unterhalb des Staates organisierte Körperschaften Fremdkapital aufnehmen. Dabei erhalten die Kapitalgeber für die Überlassung des Kapitals einen bestimmten Zins und den Anspruch auf Rückzahlung des Kapitals.

Emission von Staatsanleihen

Zwischen herkömmlichen Anleihen und Staatsanleihen bestehen rein definitorisch kaum Unterschiede – mit Ausnahme des Emittenten. Denn im Falle einer Staatsanleihe nimmt kein privatwirtschaftliches Unternehmen Fremdkapital auf, sondern ein ganzer Staat oder eine Gebietskörperschaft wie etwa ein Bundesland.

Als Gläubiger treten dabei nur in den seltensten Fällen direkt private Anleger auf. Meist sind es Zentralbanken, Großbanken oder andere, institutionelle Anleger, die Staatsanleihen erwerben. Denn wenn ein ganzer Staat Anleihen emittiert, betragen die Volumina schnell mehrere Milliarden Euro. Diese in Stückelungen von beispielsweise 500 Euro auf dem frei zugänglichen Kapitalmarkt zu emittieren, wäre für den Staat mit enormem Aufwand verbunden. Daher übernehmen in der Regel Banken die Aufgabe, Staatsanleihen auch für Privatpersonen zugänglich zu machen.

Rendite von Staatsanleihen

Wie hoch die Rendite von Staatsanleihen ausfällt, hängt von verschiedensten Faktoren ab. Essenziell ist dabei die Bonität des emittierenden Staates, schließlich muss dieser für die Rückzahlung des Kapitals sorgen. Solide Wirtschaftsnationen wie etwa Deutschland oder die USA erhalten Fremdkapital auf diesem Wege meist zu geringen Zinsen, die zwischen 0 und 1 Prozent liegen. Selbst in Zeiten hoher Leitzinsen müssen lediglich geringe Entgelte für die Kapitalaufnahme bezahlt werden.

Anders sieht es hingegen bei solchen Nationen aus, die wirtschaftlich in Schieflage geraten. Prominent ist der Fall Griechenlands, der Staat musste im Zuge der Schuldenkrise 2011 teilweise bis zu 10 Prozent Zinsen für die Aufnahme von Fremdkapital über Anleihen zahlen. Nur durch Garantien der übrigen EU-Staaten war es Griechenland überhaupt möglich, noch Staatsanleihen zu emittieren.

Staatsanleihen kaufen

Wer als Privatperson Staatsanleihen kaufen möchte, der benötigt ein Depot bei einer Geschäftsbank. Denn direkt beim Staat können die Wertpapiere aufgrund der genannten Gründe nicht erworben werden. Wie das Prozedere anschließend im Detail abläuft, zeigt eine kurze Anleitung:

  • Anleger eröffnen und aktivieren ihr Depot vollständig.
  • Über das Online-Portal oder per Telefon wird eine Order an die Bank übermittelt.
  • Diese kauft dann im Auftrag des Anlegers Staatsanleihen zu zum aktuellen Kurs.
  • Anschließend ist der Anleger direkt Gläubiger des Staates und hat ein Anrecht auf die Rückzahlung des Kapitals und Zinszahlungen.

Staatsanleihen – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Bei Staatsanleihen tritt der Staat als Schuldner auf
  • Für die Überlassung des Kapitals erhalten Kapitalgeber Zinsen und den Anspruch auf Rückzahlung des Kapitals
  • Staatsanleihen aus Deutschland oder den USA gelten als äußerst sichere Wertpapiere

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Themen: Börse

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