Sockelarbeitslosigkeit

Kurz & einfach erklärt:

Sockelarbeitslosigkeit verständlich & knapp definiert

Unter Sockelarbeitslosigkeit versteht man den Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit, der sich auch bei einer Hochkonjunktur nicht verringert. Diese Arbeitslose sind entweder nicht vermittelbar oder sie lassen sich nicht vermitteln.

Formen der Sockelarbeitslosigkeit
Die Formen der Sockelarbeitslosigkeit




Sockelarbeitslosigkeit bezeichnet den Anteil an Arbeitslosigkeit, der auch in einer konjunkturellen Hochphase nicht sinkt. Die wirtschaftliche Lage hat keinerlei Einfluss auf die Beschäftigungschancen dieser Arbeitslosen. Zu dieser Gruppe gehören erstens Menschen, die sich nicht vermitteln lassen wollen und eine Arbeitsaufnahme verweigern. Zweitens zählen Arbeitslose dazu, die nicht vermittelbar sind. Das kann auf folgenden Gründen basieren:

  • schwere körperliche Einschränkungen oder psychische Probleme
  • Suchterkrankungen
  • Unvermittelbarkeit aufgrund fehlender Qualifikation
  • nahende Verrentung

Kurzfristige Gegenmaßnahmen

Mit verschiedenen Maßnahmen lässt sich die Sockelarbeitslosigkeit dennoch minimieren. So kann der Staat für diese Zielgruppe einen zweiten Arbeitsmarkt schaffen. Die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in Ostdeutschland bis 2012 dienen als Beispiel. Insbesondere Niedrigqualifizierte konnten bei Trägern wie kommunalen Beschäftigungsgesellschaften, Vereinen und Sozialverbänden eine bezahlte Tätigkeit ausüben. Die Bundesagentur für Arbeit hat die entsprechenden Arbeitsplätze stark bezuschusst. Offiziell galten die Teilnehmer nicht mehr als arbeitslos, die Sockelarbeitslosigkeit sank. Im Hinblick auf Arbeitslose, die Stellenangebote ablehnen, kommen Sanktionen wie eine Kürzung des Arbeitslosengelds infrage.

Langfristige Senkung der Sockelarbeitslosigkeit

Das größte Potenzial bei einem langfristigen Ansatz besteht hinsichtlich der Qualifikationen. Der Anteil derer, die aufgrund zu niedriger Qualifikation unvermittelbar sind, lässt sich deutlich reduzieren. Der Staat kann beispielsweise dafür sorgen, dass weniger junge Menschen die Schule ohne Schulabschluss verlassen. Auch Umschulungen von Arbeitslosen können zum Erfolg führen.

Sollte die Unvermittelbarkeit auf mangelnden Sprachkenntnissen beruhen, versprechen Sprachkurse Abhilfe. Die Dauer, bis solche Programme zum Erfolg führen, variiert: Um die Schulabbrecherquote zu verringern, sind umfangreiche Reformen notwendig. Deren Implementierung kostet Zeit. Zudem stellen sich die Effekte erst bei Nachwachsenden ein. Andere Maßnahmen wie Umschulungen und Sprachkurse können schneller die gewünschte Wirkung zeitigen.

Sockelarbeitslosigkeit - Zusammenfassung:

  • Grundbestand an Arbeitslosigkeit
  • existiert auch bei optimaler Konjunkturlage
  • Gründe wie gesundheitliche Probleme und Arbeitsverweigerung
  • kurz- und langfristige Gegenmaßnahmen möglich

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Themen: VWL

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