Sicherheitsbestand

Kurz & einfach erklärt:

Sicherheitsbestand verständlich & knapp definiert

Sicherheitsbestand, auch Mindestbestand, ist ein Begriff der Materialwirtschaft. Der Sicherheitsbestand bezeichnet die Menge eines bestimmten Materials, die aus Sicherheitsgründen immer im Lager vorhanden sein sollte. Änderungen der Liefermengen oder Liefertermine können so ausgeglichen und Fehlmengenkosten verhindert werden.

Der Sicherheitsbestand ist eine in der Lagerhaltung vorkommende Größe, die zusätzlich zum Lagerbestand festgelegt wird, um etwaigen Unregelmäßigkeiten in der Lieferkette vorzubeugen oder schwankende Bedarfe aufzufangen.

Aufgaben des Sicherheitsbestandes


Der Sicherheitsbestand dient in erster Linie der Aufrechterhaltung der Produktion, wenn die Materialbeschaffung durch äußere Einflüsse (Lieferengpässe, Streik) erschwert ist. Durch die Einführung eines Sicherheitsbestandes fallen höhere Kosten an, da der durchschnittliche Lagerbestand höher und damit die Kapitalbindungs- und Lagerhaltungskosten höher sind. Für die höheren Kosten erkauft man sich dafür zusätzliche Sicherheit, falls unvorhergesehene Eventualitäten in der Supply Chain auftreten. Würde die Produktion aufgrund von fehlenden Materialien an den Linien stehen bleiben, würden sogenannte Fehlmengenkosten anfallen, die im Vergleich zu den etwas höheren Kapitalbindungs- und Lagerhaltungskosten wesentlich dramatischer sind. Zur Festlegung des optimalen Sicherheitsbestand ist also immer eine Abwägung zwischen der Gefahr von Fehlmengenkosten und höheren Lagerhaltungskosten vorzunehmen.

Einflussgrößen auf den Sicherheitsbestand


Die Wahl des optimalen Sicherheitsbestands ist von verschiedenen Einflussfaktoren abhängig. In der Regel wird der Sicherheitsbestand umso höher gewählt, je länger die Wiederbeschaffungszeit eines Gutes ist. Auch Verbrauchsschwankungen in der Produktion führen zu einem höheren Sicherheitsbestand. Bei Gütern mit einem hohen Warenwert ist der Sicherheitsbestand eher niedriger, da die Kapitalbindungskosten durch den höheren durchschnittlichen Lagerbestand wesentlich höher sind. Bei solchen Gütern wird außerdem darauf geachtet, dass die Transportwege - wenn möglich - nicht zu lang sind, damit die Lagerhaltung schlanker gestaltet werden kann. Güter, die im Notfall ein zweiter Zulieferer anliefern kann, können tendenziell mit einem niedrigeren Sicherheitsbestand angesetzt werden.

Stellenwert des Sicherheitsbestandes


Im Zuge der Globalisierung wurde der Sicherheitsbestand speziell für produzierende Unternehmen immer wichtiger, da sich die Transportzeiten verlängerten. In der Automobilbranche sanken durch Ansiedlung von Zulieferern in werksnahen Industrieparks und local sourcing die Wiederbeschaffungszeiten, weshalb der Sicherheitsbestand heute oftmals einen nicht mehr ganz so zentralen Stellenwert einnimmt.

Sicherheitsbestand Zusammenfassung

  • Der Sicherheitsbestand ist in der Lagerhaltung von Bedeutung
  • Der optimale Sicherheitsbestand ist unter anderem abhängig von der Wiederbeschaffungszeit und der Schwankung des Materialverbrauchs
  • Der optimale Sicherheitsbestand wird durch Gegenüberstellung von etwaigen Fehlmengenkosten und erhöhten Lagerhaltungskosten bestimmt
  • Der Stellenwert des Sicherheitsbestandes hat durch die Globalisierung zugenommen
  • Bei werksnaher Ansiedlung von Zulieferern sinkt die Höhe des optimalen Sicherheitsbestands

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Themen: Logistik

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