Schattenwirtschaft

Kurz & einfach erklärt:

Schattenwirtschaft verständlich & knapp definiert

Der Begriff Schattenwirtschaft bezeichnet Arbeit, die nicht auf dem offiziellen Arbeitsmarkt stattfindet. Der Staat reguliert diese Tätigkeiten nicht und nimmt weder Steuern noch Sozialabgaben ein. Die Schattenwirtschaft teilt sich in einen legalen und illegalen Bereich.

Die Schattenwirtschaft umfasst sämtliche Arbeitsleistungen, bei denen die Arbeitenden Besteuerung, Sozialabgaben und gesetzliche Regulierungen wie Arbeitsgesetze meiden. Zu unterscheiden sind legale und illegale Tätigkeiten, Nachbarschaftshilfe zählt genauso wie Drogenhandel zur Schattenwirtschaft. Der Begriff findet in einem weiten und einem engen Sinn Anwendung. Die Nutzung im engen Sinn beschränkt sich auf illegale Handlungen.

Der legale Teil der Schattenwirtschaft

Zu diesem Bereich gehören Tätigkeiten, die grundsätzlich regulär angemeldete und steuerpflichtige wirtschaftliche Akteure ausüben können. Kümmert sich zum Beispiel jemand ehrenamtlich um eine Pflegebedürftige, stellt das einen legalen Einsatz dar. Diese Betreuung könnte aber auch ein kommerzieller Pflegedienst übernehmen. In vielen Entwicklungsländern nimmt die legale Schattenwirtschaft einen erheblichen Umfang ein.

Als Beispiel verdienen Müllsammler Erwähnung, die ihre Waren an Händler weiterverkaufen. Diese Müllsammler sind nicht offiziell angemeldet, die entsprechenden Staaten verlangen dies meist nicht. In der Regel verzichten Staaten aus Eigeninteresse auf eine Regulierung. So dienen ehrenamtliche Tätigkeiten dem gesellschaftlichen Zusammenhalt. Entwicklungsländer lassen Schattenwirtschaft vielfach zu, um soziale Not zu lindern. Angesichts geringer Sozialleistungen können sich Müllsammler und andere mit diesen Arbeiten ihre Existenz sichern.

Illegale Aktivitäten

Rechtswidrige wirtschaftliche Aktivitäten lassen sich in zwei Bereiche unterteilen:

  • Schwarzarbeit: Bei der Schwarzarbeit ist die Handlung legal, zum Beispiel die handwerkliche Tätigkeit. Die Ausführung verstößt aber gegen die Gesetze, weil die jeweiligen Personen auf ihr Einkommen keine Steuern und Sozialversicherungsabgaben zahlen.
  • Kriminalität: Tätigkeiten wie Drogenhandel und Schmuggel verbietet der Staat. Auch wenn Kriminelle wollten, sie könnten ihre Arbeit nicht offiziell anmelden und darauf Steuern entrichten.

Durch Schwarzarbeit und Kriminalität entgehen den Staaten hohe Einnahmen bei den Steuern und den Sozialversicherungsabgaben.

Gründe für illegale Schattenwirtschaft und Bekämpfung

Bei der Schwarzarbeit wollen Auftraggeber und Arbeitende oftmals Steuern und Sozialabgaben meiden, die sie als zu hoch empfinden. Der Staat hat zwei Handlungsmöglichkeiten:

  • stärkere Kontrollen
  • Senkung der Steuer- und Abgabenlast

Viele Staaten setzen auf eine Mischung, darunter Deutschland. In einigen Feldern wie bei Baufirmen hat der Staat die Regulierung verschärft und die Kontrollen durch den Zoll verstärkt. Auf der anderen Seite begegnet er Schwarzarbeit mit Anreizen: So dürfen Privathaushalte die Beschäftigung einer Putzkraft steuerlich absetzen. Im kriminellen Bereich wählen Regierungen zwischen Repression und Legalisierung. Einige Länder haben zum Beispiel Prostitution und Marihuana unter anderem deswegen legalisiert, um aus diesen Sektoren Einnahmen zu generieren.

Schattenwirtschaft - Zusammenfassung:

  • Arbeit ohne Besteuerung und Regulierung
  • legale und illegale Tätigkeiten
  • illegal: Schwarzarbeit und Kriminalität
  • Gegenmaßnahmen: Kontrolle, Anreize, Legalisierung

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Themen: Wirtschaft

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