Rücklagen

Kurz & einfach erklärt:

Rücklagen verständlich & knapp definiert

Unternehmen können – in einigen Fällen auch müssen – Rücklagen bilden, um sich gegen wirtschaftliche schwächere Perioden abzusichern. In diesen Phasen werden die Rücklagen dann aktiviert, um etwaige Jahresfehlbeträge auszugleichen.

Erfolgreiche Unternehmen erwirtschaften Gewinne. Ein Großteil dieser wird wieder investiert – meist zwecks Expansion oder Ähnlichem. 


Doch ebenfalls üblich ist die Bildung sogenannter Rücklagen. Dabei handelt es sich letztlich um Teile des bereits versteuerten Gewinns, die für unvorhergesehene Aufwendungen oder kurzfristige Investitionen zurückgelegt werden. 

Die Rücklagen zählen dabei zum Eigenkapital des Unternehmens. Die bilanzrechtliche Ausweisung der Rücklagen erfolgt entweder in Form sogenannter offener Rücklagen auf separaten Rücklagenkonten oder als sogenannte stille Reserven. In der Bilanz selbst sind diese nicht erkennbar.

Entstehung und Bildung von Rücklagen

Die Gründung eines Unternehmens und dessen Führung zielen immer darauf ab, Gewinne zu erwirtschaften. Ein Teil dieser Gewinne wird in der Regel an die Anteilseigner ausbezahlt, schließlich haben sie ein Anrecht auf die Partizipation an den Überschüssen. Allerdings bilden Unternehmen auch immer Rücklagen, um im Falle wirtschaftlich schlechter Zeiten mögliche Verluste ausgleichen zu können. Als Basis für diese Rücklagen wird immer das Jahresergebnis genutzt, das alle Umsätze und Aufwendungen einander gegenüberstellt.

Grundsätzlich ist dabei zwischen verschiedenen Arten von Rücklagen zu unterscheiden:

  • Gesetzliche Rücklage: Aktiengesellschaften müssen eine gesetzliche Rücklage einstellen, die bei 5% des Jahresüberschusses liegt (abzüglich Verlustvortrag). Allerdings ist dies nur solange verpflichtend, bis 10% des Grundkapitals erreicht worden sind.
  • Andere Rücklagen: Hierbei handelt es sich um Rücklagen, die freiwillig eingestellt worden sind. Sie sichern das Unternehmen beispielsweise vor wirtschaftliche schlechten Zeiten oder möglichen Gerichtsprozessen ab.
  • Kapitalrücklagen: Kapitalrücklagen entstehen, wenn Aktien, Anteile, Vorzugsaktien oder Wandelschuldverschreibungen emittiert wurden. Dabei liegt der Emissionspreis oberhalb des eigentlichen Nennwerts.

Beispiel für Rücklagen

Um die Funktionsweise von Rücklagen anschaulich darzustellen, sei ein kurzes Beispiel vorgestellt. Im Jahr 2015 erwirtschaftet ein Unternehmen einen Jahresüberschuss von 10 Millionen Euro. Auf der Hauptversammlung der Aktiengesellschaft wird entschieden, dass davon 50% in die sogenannte Gewinnrücklage einfließen. Denn das Unternehmen geht davon aus, in Zukunft wirtschaftlich schwierigere Zeiten durchmachen zu müssen.

Schon im Folgejahr sinkt der Gewinn auf lediglich 2 Millionen Euro. Aus der im Vorjahr erstellten Gewinnrücklage werden 3 Millionen Euro genutzt, um Dividenden an Anteilseigner auszuschütten. So bleiben die Aktionäre dem Unternehmen erhalten und entschließen sich nicht dazu, ihre Wertpapiere zu veräußern. Im Jahr 2017 entsteht dann sogar ein Jahresfehlbetrag von 2 Millionen Euro. Weil der Konzern aber noch über eine Gewinnrücklage von 2 Millionen Euro verfügt, wird dieses Defizit ausgeglichen. Dadurch ergibt sich ein bilanzielles Ergebnis von genau 0 Euro.

Rücklagen – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Rücklagen werden aus erwirtschafteten Gewinnen gebildet
  • Sie dienen dazu, Verluste in wirtschaftlich schwächeren Zeiten auszugleichen
  • Zu unterscheiden ist zwischen Kapitalrücklage, gesetzlicher Rücklage und anderen Rücklagen

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Themen: Buchhaltung

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