Rechtsformen von Unternehmen


Kurz & einfach erklärt:

Rechtsformen von Unternehmen verständlich & knapp definiert

Die Rechtsform eines Unternehmens ist ausschlaggebend für seine gesetzlichen Rahmenbedingungen. Dabei wird zwischen Personengesellschaften, welche meist unbegrenzt haftbar sind, und Kapitalgesellschaften, welche begrenzt haftbar sind, unterschieden.
notes Inhalte

Wer in Deutschland ein Unternehmen gründet, muss sich für eine Rechtsform des Unternehmens entscheiden. Diese bildet den rechtlichen Rahmen der Gesellschaft, woraus sich - je nach gewähltem Typ - deutliche Unterschiede hinsichtlich der betriebswirtschaftlichen Konsequenzen ergeben.

Rechtsformen in Deutschland
Übersicht der Rechtsformen in Deutschland

Personengesellschaften

 Möchte eine einzelne Person ein Unternehmen gründen, gründet sie ein Einzelunternehmen. Üblicherweise enthält die Geschäftsbezeichnung den Namen des Inhabers sowie das Betätigungsfeld, in dem das Unternehmen agiert. Ist der Inhaber des Geschäfts Kaufmann im Sinne von §§ 1 ff. Handelsgesetzbuch (HGB), muss er sein Einzelunternehmen im Handelsregister eintragen und den Firmenname im Regelfall um den Zusatz "eingetragener Kaufmann" (e.K. bzw. e.Kfm.) oder "eingetragene Kauffrau" (e.Kfr.) ergänzen (§ 19 Abs. 1 Nr. 1 HGB).

In Deutschland können mehrere Unternehmensgründer aus einem Katalog von festen Rechtsformen auswählen, wobei auch einzelne Mischformen möglich sind. Schließen sich mindestens zwei natürliche Personen oder juristische Personen zur Erfüllung eines Geschäftszwecks zusammen, können sie eine Personengesellschaft gründen, die selbst keine juristische Person, jedoch sehr wohl Träger von Rechten Pflichten ist. Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), die in § 705 ff. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) beschrieben ist, die Offene Handelsgesellschaft (OHG), die in § 19 Abs. 1 Nr. 2 Handelsgesetzbuch (HGB) festgelegt ist, und die Kommanditgesellschaft (KG) aus § 19 Abs. 1 Nr. 3 spielen unter den Personengesellschaften in Deutschland die wichtigste Rolle. Daneben existieren Mischformen wie die GmbH & Co. OHG und GmbH & Co. KG, die ebenfalls als Personengesellschaften zählen. Aus steuerlicher Sicht nimmt die Stille Gesellschaft eine besondere Rolle ein.

Kapitalgesellschaften

 Eine Kapitalgesellschaft ist eine Körperschaft des privaten Rechts, die zugleich eine juristische Person darstellt. Kapitalgesellschaften unterscheiden sich von den Personengesellschaften grundlegend hinsichtlich vieler Merkmale. Zentrale Unterschiede bestehen unter anderem bei der Kapitalaufbringung, bei der Haftung, bei der Unternehmensführung sowie bei der Unternehmensliquidation im Insolvenzfall.

Die wichtigsten Kapitalgesellschaften im deutschsprachigen Raum sind die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH), die Aktiengesellschaften (AG) und die Kommanditgesellschaften auf Aktien (KGaA). Die in Deutschland am häufigsten gewählte Geschäftsform ist die GmbH.

Zusammenfassung : Rechtsformen von Unternehmen 

 

  • Unternehmensgründer müssen sich bei Unternehmensgründung für eine Rechtsform entscheiden
  • diese Wahl hat weitreichende betriebswirtschaftliche und steuerrechtliche Konsequenzen 
  • einzelne Unternehmensgründer gründen in der Regel ein Einzelunternehmen
  • es gibt Personen- und Kapitalgesellschaften
  • beide Gesellschaftstypen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Mitgliedschaft, der Kapitalaufbringung, der Unternehmensführung sowie der Haftung stark voneinander

 



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