Optionsschein

Kurz & einfach erklärt:

Optionsschein verständlich & knapp definiert

Unter einem Optionsschein ist eine handelbare Form eines Rechts, im Gegensatz zu einer Aktie, zu verstehen, die den Inhaber dazu berechtigt, zu einem bestimmten Basispreis in einem bestimmten Verhältnis, innerhalb eines festgelegten Zeitfensters, einen Basiswert zu kaufen ("Call") oder zu verkaufen ("Put"). Sie zählen zu den Klassikern unter den Hebelprodukten für private Anleger.

Ein Optionsschein ist ein Handelsinstrument, das innerhalb einer bestimmten Zeitspanne zum Bezug eines anderen Finanzprodukts berechtigt.

Charakter von Optionsscheinen

Ursprünglich wurden Optionsscheine immer zusammen mit einer Anleihe ausgegeben. Wenn die Anleihe unter einen bestimmten Wert fällt oder über einen bestimmten Kurs steigt, wandelt sich das Anleihevermögen des Investors durch die Option automatisch in Aktien um. Mittlerweile können Optionsscheine aber auch zum Bezug von Währungen, Edelmetallen oder anderen Werten berechtigen.

Optionsscheine beziehen sich immer auf sogenannte Basiswerte, bei denen es sich um die angesprochenen Finanzprodukte handelt. Insofern ist der Inhaber einer Aktienoption nicht gleichzeitig Teilhaber des Unternehmens und auch nicht zum Bezug der Dividende berechtigt. Vielmehr hat der Inhaber lediglich das Recht dazu, die Aktie in der Zukunft zum heutigen Preis zu kaufen oder zu verkaufen.

Hebelwirkung von Optionsscheinen

Der Optionsschein ist ein spekulatives Finanzprodukt, das vor allem aufgrund seiner Hebelwirkung eingesetzt wird. Dadurch ist es möglich, Kursgewinne des Basiswerts für den Inhaber des Optionsscheins zu vervielfachen. Gleichzeitig werden aber auch Kursverluste um einen bestimmten Faktor erhöht und auf das Portfolio des Anlegers übertragen.

Optionsschein – Beispiel für den Handel

Betrachtet sei ein Optionsschein, der sich auf eine Aktie der Fima ABC bezieht. Der aktuelle Kurs der Aktie betrage 100 Euro. Der Anleger entscheidet sich jedoch gegen den direkten Kauf und erwirbt stattdessen einen Optionsschein. Dieser berechtigt ihn während der 12-monatigen Laufzeit des Scheins zum Bezug der Aktie zum Kurs von 100 Euro. Zusätzlich wird ein Aufpreis für den Optionsschein in Höhe von 20 Euro bezahlt, weil der heutige Kurs für die Zukunft festgeschrieben wird. Dabei handelt es sich um den inneren Wert den Optionsscheins und das eigentliche Investment des Anlegers, denn die 100 Euro für die Aktie selbst muss er erst während der Laufzeit bezahlen.

Der Wert der Aktie entwickelt sich positiv, der Kurs steigt nach einem Jahr auf 200 Euro. Der Anleger hat aber immer noch die Option, das Wertpapier zu nur 100 Euro zu erwerben. Der innere Wert des Optionsscheins steigt folglich auf die Differenz aus aktuellem Wertpapierkurs (200 Euro) und im Schein festgelegtem Kurs (100 Euro). Den Optionsschein kann der Anleger jetzt für 100 Euro verkaufen, was einen Gewinn von 500 Prozent bezogen auf das Anfangsinvestment nach sich zieht – obwohl der Aktienkurs nur um 100 Prozent zugelegt hat.

Optionsschein – Erklärung & Definition – Zusammenfassung

  • Optionsscheine verbriefen das Recht zum Bezug von Finanzprodukten in der Zukunft
  • Der Bezug erfolgt dabei zum heutigen Kurs
  • Optionsscheine verfügen über eine Hebelwirkung, die Gewinne und Verluste vervielfachen

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Themen: Börse

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