Nullkuponanleihe


Kurz & einfach erklärt:

Nullkuponanleihe verständlich & knapp definiert

Eine Anleihe, für die der Schuldner während der Tilgung keine laufenden Zinsen bezahlt. Stattdessen drückt sich die Verzinsung als Differenz zwischen niedrigeren Ausgabekurs und höheren Rückzahlungskurs aus.

Eine Nullkuponanleihe (Zerobonds) ist ein Wertpapier, für das nominal keine Zinsen bezahlt werden. Praktisch erfolgt jedoch eine Zinszahlung zum Laufzeitende, weil sich der Ausgabebetrag und der Rückzahlungsbetrag der Anleihe voneinander unterscheiden.

Verzinsung der Nullkuponanleihe

Wenn Anleger eine Nullkuponanleihe kaufen, erhalten sie eine Rendite. Diese ergibt sich aber nicht bereits während der Laufzeit aus ständigen Zinszahlungen, sondern erst am Ende der Laufzeit. Der Emittent zahlt dann einen deutlich höheren Betrag an den Anleihe-Inhaber zurück, als dieser ursprünglich investiert hat. Dennoch lässt sich so ein impliziter jährlicher Zins für die Nullkuponanleihe berechnen, um sie mit anderen Anleihen vergleichbar zu machen:

Barwert der Anleihe = Nennwert / (1 + i)^n

 Bei gegebenem Barwert und Nennwert, erfolgt die Zinsberechnung, indem die Formel entsprechend nach i umgestellt wird. Der Barwert der Nullkuponanleihe kann dabei auch als Kaufpreis bezeichnet werden beim Nennwert handelt es sich um den Rückzahlungsbetrag.

Arten der Nullkuponanleihe – Beispiele

Grundsätzlich werden Zerobonds entweder wie im Beispiel beschrieben zum Barwert oder zum Nominalwert ausgegeben.

Ein Beispiel für die Ausgabe zum Nominalwert:
Die Erdbeer GmbH gibt einen Zerobond zum Nominalwert von 1 Millionen Euro aus. Der implizierte Zinssatz soll 4 Prozent betragen, wird aber erst zum Laufzeitende ausbezahlt. Nach fünf Jahren muss das Unternehmen – berechnet durch Aufzinsung – insgesamt 1.216.653 Euro an die Anleger zurückzahlen.

Erfolgt die Ausgabe zum Barwert, legt das Unternehmen ebenfalls den Nominalwert der Anleihe fest. Die Erdbeer GmbH setzt diesen wieder auf 1 Millionen Euro und zinst mit dem Kalkulationssatz von 4 Prozent über fünf Jahre ab. Der Barwert liegt entsprechend bei 821.927 Euro und somit auch das Ausgabevolumen der Anleihe.

Vor- und Nachteile der Nullkuponanleihe

Für den Emittenten eignen sich Nullkuponanleihen immer dann, wenn die aktuelle Liquiditätssituation vergleichsweise schlecht ist. Während der kompletten Laufzeit fallen keinerlei Zins- oder Tilgungszahlungen an, was Flexibilität ermöglicht. Gleichzeitig muss am Laufzeitende sehr viel Geld an die Anleger zurückbezahlt werden, die wirtschaftliche Lage sollte sich bis dahin also verbessert haben.

Für Anleger sind die Anleihen aus steuerlicher Sicht interessant. Während der Laufzeit fallen keine Erträge an, weshalb auch keine Kapitalertragsteuer bezahlt werden muss. Dafür muss der komplette Gewinn zum Laufzeitende versteuert werden, was je nach Vermögenssituation vorteilhaft sein kann. Zu beachten gilt es, dass Nullkuponanleihen meist eine hohe Volatilität aufweisen.

Nullkuponanleihe – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Für die Nullkuponanleihe muss der Emittent während der Laufzeit keine Zinsen zahlen
  • Dafür ist der Rückkaufwert der Anleihe deutlich höher als der Einstiegspreis
  • Durch die Emission können Unternehmen Liquiditätsengpässe vermeiden


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