Mischkonzern


Kurz & einfach erklärt:

Mischkonzern verständlich & knapp definiert

Ein Firmenkonglomerat, dass sich aus unterschiedlichen Tochtergesellschaften zusammensetzt. Diese Gesellschaften operieren auf teilweise völlig wesensfremden Märkten, so dass die Produktion des Konzerns diversifiert ist und der Konzern weniger anfällig bezüglich Krisen, die nur einzelne Märkte umfassen.

Der Mischkonzern ist im Vergleich zu Unternehmen mit einer Geschäftstätigkeit in nur einer einzigen Branche ein relativ kompliziertes Gebilde. Die Verwaltung und das Management der einzelnen Unternehmensteile erhöht die Komplexität. Dennoch gibt es sehr viele Beispiele dafür, wie ein Mischkonzern langfristig erfolgreich sein kann. Dies beweist die Wertentwicklung der Unternehmensanteile bzw. Aktien beispielsweise von 3M, General Electric, Honeywell International oder auch der in Hong Kong angesiedelten Mischkonzerne. Die Vorteile bei der Leistungserstellung innerhalb des Mischkonzerns überwiegen deshalb die Kostennachteile bei der Unternehmensleitung.

Die wesentlichen Konstruktionsprinzipien sind die Risikostreuung und Nutzung gegenläufiger Branchenzyklen: Möglichst viele Unternehmensteile ("Divisionen") sollen auf Märkten tätig sein für die eine positive Zukunftsprognose erstellt werden kann. Die Größe des Unternehmens ermöglicht es in aller Regel die Investitionen wieder zu refinanzieren und in der Degenerationsphase von Märkten Alternativprodukte zur Verfügung stellen zu können.

Erfolgstreiber der Mischkonzerne


Bei der Analyse der Erfolgstreiber der Mischkonzerne sind in der Fachpresse immer wieder die folgenden Erfolgstreiber oder -quellen zu finden:

  1. Synergieeffekte der Mischkonzerne
    Bei einem Mischkonzern gibt es nur vergleichsweise wenig direkten Austausch von Produkten zwischen den einzelnen Teilen des Konzerns. Allerdings sorgt das "Knowledge Management" oder eine gemeinsame Technologiebasis dafür, dass ganz unterschiedliche Produkte und Dienstleistungen in Rekordgeschwindigkeit und zu unschlagbaren Kosten oder mit unschlagbarer Qualität entwickelt werden können. Der Mischkonzern realisiert Synergieeffekte. Da die Umsatzrendite in vielen Branchen nur im einstelligen Prozentbereich liegt bedeutet jedes Prozent Vorteil einen Quantensprung.
  2. Kein Gleichlauf der Zyklen unterschiedlicher Branchen
    Am deutlichsten wird die Erfolgsidee des Mischkonzerns, wenn diese mit Unternehmen aus der Wirtschaftshistorie verglichen wird, die nicht diversifiziert hatten. Und die binnen zehn oder weniger Jahren einen Großteil des Unternehmenswertes verloren haben. Wird das Produkt des nicht diversifizierten Konzerns nicht mehr gekauft oder gebraucht, dann sind die Folgen unausweichlich: Das Unternehmen schrumpft bis zur Bedeutungslosigkeit. Eines der früher weltweit führenden Unternehmen für Analogfilme Eastman Kodak verpasste die Digitalisierung des Fotografierens. Bei einem Mischkonzern hingegen können Teile der Produktpalette planmäßig oder außerplanmäßig auslaufen ohne dass wirtschaftlicher Schaden entsteht. Die dort getätigten Investitionen sind bereits refinanziert und andere Produkte entwickelt. So verändert sich lediglich der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit. 
  3. Starker Markenname erleichtern den Markteintritt
    Ein weiterer Vorteil ist leider nicht exakt quantifizierbar tritt aber dennoch unweigerlich bei einer Produktinnovation auf. Kunden setzen bei einer für sie neuen Technologie auf bewährte, bekannte Markennamen. Generatoren oder Windkraftwerke der großen Mischkonzerne der Elektroindustrie lassen sich wesentlich einfacher an die Kunden bringen als von unbekannten Innovatoren.

Die Idee der Mischkonzerne ist vergleichsweise zeitlos, die Strategie erscheint langfristig erfolgreich zu sein. In vielen bedeutenden Aktienindizes finden sich deshalb Mischkonzerne, die trotz aller Technologiesprünge schon seit langem existieren und mit außerordentlich hohen Umsatzrenditen und einer großen Belegschaft die Zukunft gestalten können.

Zusammengefasst kann gesagt werden:

 

  • Der Begriff Mischkonzern beschreibt das Konstruktionsprinzip von Unternehmen
  • Wesentliche Elemente sind Risikostreuung bzw. Tätigkeit in unterschiedlichen Branchen 
  • Die Stärke des Unternehmens erleichtert die Marktbearbeitung und sichert Kosten- oder Technologievorteile

 



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