Markttransparenz

Kurz & einfach erklärt:

Markttransparenz verständlich & knapp definiert

Mit dem Grad der Markttransparenz beschreiben Wirtschaftswissenschaftler, auf wie viele Informationen Nachfrager und Anbieter zugreifen können. Kennen sie alle vorhandenen Informationen über Preise, Konkurrenten, Qualitäten und Co., so ist von vollkommener Markttransparenz zu sprechen. Dementsprechend beschreibt vollkommene Marktintransparenz das genaue Gegenteil.

Mit Markttransparenz ist der allgemeine Informationsstand über einen Markt in Sicht einer gesamten Volkswirtschaft gemeint. Kunden, Interessenten, Konkurrenten und die Medien sind dabei jederzeit in der Lage, sich Kenntnis über alle Details zu verschaffen. Je mehr in Erfahrung zu bringen ist, umso transparenter ist ein Markt. Es gibt in Deutschland die Markttransparenzstelle, welches zum Bundeskartellamt gehört, die stets den aktuellen Stand der Markttransparenz überwacht. 


Das ist notwendig, denn mit Unwissenheit und mangelnder Markttransparenz werden verbotene Preisabsprachen sowie Kartellbildung ermöglicht. Damit lässt sich hoher Profit erzielen, dem keine Leistung gegenüber steht. Beispiel: Tankstellen.

Determinanten der Markttransparenz

Der Grad der Markttransparenz lässt sich rein mathematisch vergleichsweise einfach bestimmen:

Informationsgrad der Markttransparenz = (tatsächlich vorhandene Informationen / verfügbare Marktinformationen)

Angegeben wird der Wert in Prozent, wobei 100 Prozent die vollkommene Markttransparenz und 0 Prozent die vollkommene Marktintransparenz beschreibt. Der Zustand der vollständigen Transparenz meint dabei, dass sowohl Anbieter als auch Nachfrager über sämtliche Gegebenheiten auf dem Markt informiert sind. Dazu gehören:

  • Güterpreise
  • Qualität der Güter
  • Nachfragemengen
  • Lieferungs- und Zahlungsbedingungen


Zusätzlich dazu wissen die Anbieter, welche Güter die Nachfrage zu welchem Preis und in welcher Menge kaufen möchten. Gleichzeitig sind die Nachfrager über die genauen Verkaufsmengen und Preise der Anbieter informiert.

Grundsätzlich wird in der Praxis davon ausgegangen, dass es kaum Märkte mit (nahezu) vollständiger Transparenz gibt. Einzig und allein der Wertpapiermarkt und Teile der Rohstoffmärkte werden als solche angeführt. Hier können Anleger durchaus jederzeit einsehen, für wie viel Geld ein Wertpapier gerade gehandelt wird. Vor allem durch die Digitalisierung, die den weltweiten Zugriff auf alle Börsenplätze ermöglicht, ist die Transparenz noch einmal stark gestiegen.

Wirtschaftliche Relevanz der Markttransparenz

Den Zustand der vollkommenen Markttransparenz zu erreichen ist in der Praxis kaum möglich. Allerdings ist es wichtig, dass ein möglichst hoher Grad vorherrscht, weil es sonst zu Wohlfahrtsverlusten kommen kann. In der Praxis sind die Anbieter in der Regel deutlich besser über den Markt informiert als die Nachfrager. Der Grund: Sie befassen sich täglich mit dem Markt und verdienen ihren Lebensunterhalt durch den Verkauf der jeweiligen Produkte.

Kennt ein Nachfrager beispielsweise keine Marktpreise, kann er das Preis-Leistungsverhältnis eines Anbieters nicht bewerten. So wird er entweder zu viel Geld bezahlen oder den Kauf unterlassen, wenn er sich über seine eigene Unwissenheit im Klaren ist. Zudem regt Marktintransparenz die Bildung von Kartellen an, die zwangsweise zu Wohlfahrtsverlusten führt.

Markttransparenz – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Markttransparenz beschreibt den Grad der Informationsverteilung in einem Markt
  • Bei hoher Markttransparenz wissen sowohl Anbieter und Nachfrager viel/alles über Preise, Mengen und Qualität der Güter
  • Geringe Marktransparenz führt nicht selten zu Wohlfahrtsverlusten

 

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Themen: VWL

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