Kreuzpreiselastizität


Kurz & einfach erklärt:

Kreuzpreiselastizität verständlich & knapp definiert

Die Kenngröße für die Änderung des Absatzes einer Ware im Falle einer Preisänderung einer anderen Ware.
notes Inhalte

Die Kreuzpreiselastizität ist ein Maß, das die Reagibilität der Nachfrage nach einem Gut bei Preisänderungen eines anderen Gutes misst. Elastizitätsmaße besitzen in der Volkswirtschaftslehre im Rahmen der sogenannten Mikrotheorie große Bedeutung, um einzelne Märkte zu analysieren. Mit der Kreuzpreiselastizität wird ausgedrückt, wie stark die Nachfrage nach einem Gut von der Preisentwicklung bei einem anderen Gut abhängt.

Die "normale" Preiselastizität der Nachfrage gibt dagegen an, wie stark der Absatz eines Gutes auf Preisveränderungen desselben Gutes reagiert. Führen Preisveränderungen zu überproportionalen Absatzveränderungen, wird von einer elastischen Nachfrage gesprochen. Unterproportionale Mengenänderungen bedeuten eine unelastische Nachfrage. Proportional elastisch reagiert die Nachfrage, wenn die prozentuale Mengenänderung der prozentualen Preisänderung entspricht.

Was gemessene Kreuzpreiselastizitäten bedeuten


Bei der Kreuzpreiselastizität wird im Unterschied zur normalen Preiselastizität die Nachfrageänderung eines Gutes bei Preisänderungen eines anderen Gutes betrachtet. Auch hier kann es zu elastischen, unelastischen oder proportional elastischen Reaktionen kommen. Je nachdem, welche Ausprägung und Richtung die Kreuzpreiselastizität besitzt, lassen sich Aussagen über (Markt-)Beziehungen unterschiedlicher Güter zueinander treffen:

  • wenn die Kreuzpreiselastizität null oder nahe null ist, heißt das: die Nachfrage reagiert nicht oder kaum auf Preisänderungen eines anderen Gutes. Man sagt dann, die betreffenden Güter sind voneinander unabhängig oder indifferent. Beispiel: Nachfrage nach Fernsehgeräten wird nicht von Preisänderungen bei Autos beeinflusst;
  • ist die Kreuzpreiselastizität positiv und größer als 1, bedeutet dies: die Nachfrage reagiert gleichgerichtet und überproportional auf Preisänderungen eines anderen Gutes. Steigt dort der Preis, wird deutlich mehr von dem betrachteten Gut nachgefragt. Positive und überproportionale Kreuzpreiselastizitäten kommen vor allem bei substitutiven Gütern vor - also Gütern, die gegeneinander austauschbar sind. Beispiel: Nachfrage nach Margarine steigt überproportional, wenn die Preise für Butter steigen, weil Butter verstärkt durch günstigere Margarine ersetzt wird;
  • wird eine negative Kreuzpreiselastizität mit einem Wert unter -1 gemessen, heißt das: die Nachfrage reagiert entgegengesetzt und überproportional auf Preisänderungen eines anderen Gutes. Dies ist typischerweise bei stark komplementären Gütern der Fall - das sind Güter, die üblicherweise gemeinsam nachgefragt werden, weil sie sich in ihrem Nutzen gegenseitig ergänzen und nicht gegeneinander austauschbar sind. Beispiel: Die Nachfrage nach Benzin sinkt, weil die Preise für Autos steigen und wegen der dadurch bedingten geringeren Autonachfrage weniger Treibstoff getankt wird.

Ein nützliches Instrument der Preispolitik


Häufig werden Kreuzpreiselastizitäten bei Produkten innerhalb des Portfolios eines Unternehmens ermittelt. Damit lässt sich u.a. feststellen, wie sich preispolitische Maßnahmen auf den Absatz und den Umsatz bei anderen Produkten eines Unternehmens auswirken würden. Kreuzpreiselastizitäten liefern so wichtige Informationen für das Preismanagement. Sie sind ein Instrument der strategischen Preispolitik.

Zusammenfassung Kreuzpreiselastizität

  • die Kreuzpreiselastizität ist ein Maß für die relative (Absatz-)mengenänderung eines Gutes bei relativen Preisänderungen eines anderen Gutes;
  • Ausprägung und Richtung der Kreuzpreiselastizität ermöglichen Aussagen über Güterbeziehungen (unabhängige, komplementäre, substitutive Güter);
  • die Ermittlung von Kreuzpreiselastizitäten kann ein sinnvolles Instrument zur Unterstützung der Preispolitik von Unternehmen sein.


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