Kredit


Kurz & einfach erklärt:

Kredit verständlich & knapp definiert

Als Kredit wird die Überlassung von Geld oder Sachen auf einen festgelegten Zeitraum bezeichnet. Der Kreditnehmer hat mehrere Möglichkeiten, dem Kreditgeber die Summe nach Ablauf der Frist zurückzuzahlen.
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Privatpersonen und Unternehmer können Finanzbedarf mit einem Kredit decken. Eine Bank oder ein anderer Kreditgeber leiht ihnen Geld, die Konditionen schreiben die Vertragsparteien in einem Kreditvertrag fest. Dort finden sich insbesondere Regelungen zur Rückzahlung und zu den Kosten. In der Praxis unterscheiden sich Darlehen in vielen Facetten.

Sie lassen sich beispielsweise nach dem Verwendungszweck, nach der Art der Zinsfestlegung, nach Zielgruppe und nach Typ des Kreditgebers einteilen. Ratenkredit, Festkredit, variables Darlehen, Baugeld, Beamtenkredit und Privatkredit sind nur einige der geläufigen Bezeichnungen. In diesem Artikel wird geklärt, wie ein Kredit überhaupt definiert ist und was zu beachten ist. 

Die passende Kreditart wählen

Angesichts der zahlreichen Bezeichnungen verlieren manche Verbraucher den Überblick. Deshalb sind hier die vier wichtigsten Kredittypen kurz erklärt:

  • Ratenkredit: Diese Kreditart zeichnet sich durch gleichbleibende monatliche Raten aus. Am Anfang liegt der Zinsanteil hoch, während der Rückzahlung steigt die Tilgungsquote. Ratenkredite finden weite Verbreitung, zum Beispiel als Darlehen ohne Verwendungszweck, als Kfz-Darlehen oder als Fotovoltaik-Finanzierung. Dem stehen Tilgungskredite gegenüber, bei denen Kreditnehmer monatlich den gleichen Betrag tilgen. Die Raten setzen sich aus diesem Betrag und dem nach und nach sinkenden Zinsanteil zusammen.
  • Dispokredit / Abrufkredit: Bei diesen Krediten erhalten Verbraucher einen Überziehungsrahmen. Beim Dispo räumt ihn die Bank auf dem Girokonto ein, beim Abrufkredit auf einem extra Kreditkonto. Zinsen fallen nur für die Summe an, die Kreditnehmer tatsächlich nutzen. Für die Rückzahlung gibt es keinen festen Plan. 
  • Baufinanzierung: Bei Immobilienkrediten übertragen Verbraucher dem Kreditgeber meist ein Grundpfandrecht auf ihr Haus, es dient als Sicherheit. Die Laufzeiten von Immobilienkrediten übertreffen die Laufzeiten von gewöhnlichen Darlehen bei Weitem. Häufig bleibt am Ende eine Restschuld übrig, die eine Anschlussfinanzierung erfordert.

Darüber hinaus weisen viele weitere Kreditbezeichnungen auf die jeweiligen Eigenschaften hin: Urlaubs-, Auto- und Renovierungskredite dienen zum Beispiel einem bestimmten Zweck. Beamtenkredite richten sich speziell an Beamte, die aufgrund ihres sicheren Arbeitsplatzes meist bessere Konditionen erhalten.

Die Kreditvergabe: Banken prüfen die Bonität

Banken wollen sichergehen, dass Kreditnehmer die finanziellen Forderungen begleichen können. Deswegen führen sie eine Bonitätsprüfung zu, die aus zwei Elementen besteht: Erstens begutachten sie die Schufa-Datei.

In dieser zentralen Auskunftsdatei über Verbraucher finden sich Informationen über bestehende Kreditverträge und sämtliche Zahlungsversäumnisse. Zweitens verlangen Kreditgeber Einkommensnachweise. Bei einem negativen Ergebnis dieser Bonitätsprüfung lehnen Banken eine Kreditanfrage ab. Die Institute legen hierfür aber jeweils unterschiedliche Maßstäbe an. Bei einem positiven Resultat beeinflusst die Bonität zudem den persönlichen Zinssatz. Es gilt die Grundregel: je besser die Kreditwürdigkeit, desto niedriger der Zins.

Kosten: Nicht allein auf den Nominalzins achten!

Beim Vergleich von Kreditangeboten kommt den Kosten eine entscheidende Bedeutung. Es genügt aber nicht, den Nominalzinssatz zu betrachten. Geben Banken dafür zum Beispiel 5 % an, kann der tatsächliche Zinssatz bei 5,2 oder 6,0 % liegen. Als besseres Vergleichskriterium fungiert der effektive Zinssatz, der zwei Faktoren berücksichtigt: Erstens basiert er auf der genauen Zins- und Tilgungsverrechnung, die üblicherweise monatlich erfolgt. Dadurch ergeben sich im Vergleich zu einer jährlichen Ratenzahlung Verschiebungen zwischen Nominal- und Effektivzins.

Zweitens fließen in die Berechnung des Effektivzinssatzes Bearbeitungsgebühren ein. Wie diese Gebühren den effektiven Zinssatz beeinflussen können, soll ein einfaches Beispiel verdeutlichen: Eine Kreditsumme beträgt 1.000, die Laufzeit ein Jahr, der Nominalzinssatz 5 %, die Raten werden monatlich fällig. Bei einem gebührenfreien Kredit zahlen Kreditnehmer Monatsraten von 85,61 Euro, der Effektivzinssatz liegt bei 5,12 %. Bei einer Bearbeitungsgebühr von 20 Euro würden die monatlichen Raten auf 87,32 Euro und der effektive Jahreszinssatz auf 9,07 % steigen.

Weitere beachtenswerte Konditionen beim Kredit

Bei Darlehen interessieren aber nicht nur der Zinssatz und Gebühren. Bei allen Krediten mit monatlichen Raten fragt sich zudem, ob Kreditgeber die Rückzahlung flexibel handhaben. Zum einen betrifft das Rückzahlungen außerhalb der festgelegten Raten. Bestenfalls erlauben Kreditgeber hohe und gebührenfreie Sondertilgungen.

Zusätzlich sollten sie eine vorzeitige Ablösung des Darlehens zu geringen Gebühren oder gar kostenlos ermöglichen. Zum anderen umfasst die Thematik die mögliche Aussetzung von Raten bei vorübergehenden Zahlungsschwierigkeiten. Manche Anbieter zeigen sich großzügig und akzeptieren eine zwischenzeitliche Unterbrechung der Rückzahlung.

Kredit Definition auf einem Blick:

  • Unterschiedliche Kreditarten: Verbraucher müssen den geeigneten Typen suchen
  • Bonitätsprüfung: Sie entscheidet über die Kreditvergabe und den individuellen Zinssatz. Banken legen unterschiedliche Maßstäbe an.
  • Kosten: Der effektive Zinssatz gibt die Kosten exakt an.
  • Flexibilität bei der Rückzahlung als wichtiges Kriterium


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