Kontenplan


Kurz & einfach erklärt:

Kontenplan verständlich & knapp definiert

Der Kontenplan ist ein Verzeichnis für die jeweiligen Konten eines Unternehmens. Er ist Bestandteil der doppelten Buchführung.

Ein Kontenplan umfasst alle Konten der Buchführung in einer systematischen und unternehmensindividuellen Art und Weise. Der Kontenplan wird auf den Geschäftsbetrieb des jeweiligen Unternehmens zugeschnitten und für Zwecke des Betriebsvergleichs vereinheitlicht.

Erstellung des Kontenplans

Die im Kontenplan enthaltenen Positionen sind keine Konten im Bankensinne. Vielmehr handelt es sich um eine Aufstellung der buchhalterischen Konten wie Anlagevermögen, Umlaufvermögen oder Betriebliche Aufwendungen.
Die Basis für den Aufbau des Kontenplans bildet dabei ein Kontenrahmen.

Der Rahmen dient in der Finanzbuchhaltung dazu, sämtliche Geschäftsvorfälle aufzuzeichnen. Diese übergeordneten Rahmen werden für verschiedene Wirtschaftszweige entwickelt und dienen als Anhaltspunkt für junge Unternehmen, auf dieser Basis einen individuellen Kontenplan zu entwickeln.

Vom Kontenrahmen zum Kontenplan

Kontenplan und Kontenrahmen sind also prinzipiell gleich aufgebaut. Um zu veranschaulichen, wie der für die Branche standardisierte Kontenrahmen zum Kontenplan verkleinert oder vergrößert wird, seien einige Beispiele genannt:


  • Eine Versicherung nutzt einen standardisierten Kontorahmen für Dienstleister. Das Unternehmen benötigt aber kein Konto „Rohstoffe“, weil es diese schlicht nicht einkauft. Folglich entfernt es die Position aus dem Kontorahmen und kreiert so automatisch einen individuellen Kontenplan.
  • Ein großes Unternehmen kooperiert mit einer Vielzahl von Lieferanten. Es unterteilt daher das Konto „Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen“ des Kontorahmens in Personenkonten, die sich jeweils auf einen Lieferanten beziehen.
  • Unternehmen können einzelne Konten auch umbenennen. Die Kontonummer darf jedoch nicht verändert werden.

Aufbau eines Kontenplans

Unabhängig vom Wirtschaftszweig sind Kontenpläne in zehn verschiedene Kontenklassen unterteilt. Innerhalb der übergeordneten Gruppen finden sich dann jeweils die angesprochenen unternehmensspezifischen Unterteilungen. Folgende Konten sind so im Standardkontorahmen04 verankert:

  • In der Kontoklasse 0 wird das Anlagevermögen aufgeführt, das für den langfristigen Finanzierungsbedarf des Unternehmens genutzt wird. Die einzelnen Konten gliedern sich etwa in „Maschinen“, „Grundstücke“ oder „Gebäude“.
  • In Klasse 1 ist hingegen das Umlaufvermögen aufgelistet. Hier existieren Konten für Warenbewegungen, kurz- und mittelfristige Finanzgeschäfte sowie die aktive Rechnungsabgrenzung.
  • Kontenklasse 2 umfasst das Eigenkapital das Unternehmen. Neben einem Konto für das Eigenkapital an sich sind werden auch Kapital- und Gewinnrücklagen sowie Ergebnisvorträge gesondert gelistet.
  • In der dritten Klasse führt der Rahmen das Fremdkapital auf. Je nach Kontenplan können einzelne Konten für bestimmte Banken oder Finanzierungsarten wie Fremdkapital oder Anleihen geführt werden.
  • Insgesamt sechs weitere Klassen sind im Kontorahmen grob vorgegeben, die sich bei der Erstellung des Kontenplans verfeinern lassen.

Kontenplan – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Kontenplan umfasst alle buchhalterischen Konten eines Unternehmens
  • Kontenplan als unternehmensindividualisierter Aufbau eines standardmäßigen Kontenrahmens
  • Verschiedene übergeordnete Kategorien des Kontenrahmens werden durch unternehmensspezifische Belange im Kontenplan weiter gegliedert


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