Kapitalkonsolidierung


Kurz & einfach erklärt:

Kapitalkonsolidierung verständlich & knapp definiert

Um Doppelerfassungen bei der Aufstellung der Konzernbilanz zu vermeiden, ist eine Kapitalkonsolidierung notwendig. Die Anteile, welche eine Muttergesellschaft an ihrer Tochtergesellschaft hällt würden ohne Konsolidierung in der Konzernbilanz sowohl passiv im Eigenkapital der Tochtergesellschaft als auch aktiv in den Beteiligungen der Muttergesellschaft auftauchen und zu einer Doppelerfassung führen. Der Anteil am Eigenkapital der Tochtergesellschaft, welcher von der Muttergesellschaft gehalten wird ist daher mit den Beteiligungen, welche die Muttergesellschaft an der Tochtergesellschaft hält zu konsolidieren.

Die Kapitalkonsolidierung ist eine Berechnungs- und Bilanzierungsmethode im Zusammenhang mit Konzernstrukturen oder der Zuordnung zu Mutter- und Tochtergesellschaften. Das Ziel der Kapitalkonsolidierung ist die Abbildung der tatsächlichen wirtschaftlichen Lage. Deshalb werden alle Vermögensgegenstände bzw. Kapitalkonten, die Rechnungsabgrenzungsposten und ähnliches der Tochtergesellschaft in der Muttergesellschaft konsolidiert. Problematisch dabei ist weniger die Zuordnung zu Mehrheitsgesellschaftern oder einem Gesamteigentümer, sondern - wie bei der Erstellung der Bilanz im Allgemeinen auch - die Bewertung der Aktiva und Passiva.

Übliche Vorgehensweise und Wahlrecht des Unternehmers


Eine 100%-ige Tochtergesellschaft oder eine Mehrheitsbeteiligung wird üblicherweise in der Bilanz der Muttergesellschaft konsolidiert. Dies bedeutet, dass die einzelnen Aktiva und Passiva in die einzelnen Konten eingehen und nicht nur als eine Beteiligung bilanziert werden. Damit ergibt sich ein wesentlich umfassenderes und genaueres Bild, als wenn die Tochtergesellschaft lediglich unter Finanzbeteiligungen aufgeführt werden würde. Bilanz- und Unternehmenskennzahlen lassen sich damit wesentlich besser bilden und auch ein Vergleich mit Konzernen gleicher Größenklasse wird ermöglicht.

Bei dieser direkten und detaillierten Bilanzierung stellt sich allerdings die Frage, wie der sog. Good Will eines Unternehmens verbucht werden soll. Dies ist insbesondere nach dem Kauf einer Unternehmensbeteiligung von außerordentlicher Bedeutung, weil ein entsprechender, marktüblicher Mehrwert ebenfalls bilanziert werden soll. Deshalb bieten die Internationalen Rechnungslegungsstandards die Möglichkeit, diesen Mehrwert in der Bilanz abzubilden. dabei handelt es sich um ein Wahlrecht des Unternehmers.

Ist ein Unternehmen keine 100%-ige Tochtergesellschaft, so werden die Gewinnanteile oder auch Vermögensanteile der Minderheiten-Gesellschafter separat ausgewiesen.

Zusammenfassend ist die Kapitalkonsolidierung durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

  • Sie ordnet die Vermögensgegenstände einmalig der höchsten Ebene einer Konzernstruktur zu, um eine Doppelberechnung zu vermeiden
  • Sie wird insbesondere bei 100%-igen Beteiligungen verwendet
  • Bei der Bilanzerstellung gibt es die gleichen Herausforderungen wie bei allen sonstigen Bilanzpositionen auch


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