Kapitalbindung

Kurz & einfach erklärt:

Kapitalbindung verständlich & knapp definiert

Kapital, welches nicht in liquider Form im Unternehmen vorliegt, sondern in Vermögensgegestände investiert worden ist, wird gebundes Kapital genannt. In diesem Sinne beschreibt Kapitalbindung das vorhandene Kapital des Betriebes in Form von Gegenständen, die nicht unmittelbar freisgesetzt werden können.

Kapitalbindung bedeutet, dass Unternehmen für eine bestimmte Zeitspanne nicht auf das Kapital zugreifen können. Diese Dauer unterscheidet sich stark: Sie kann mehrere Jahre betragen, zum Beispiel bei der Anschaffung einer Maschine. Sie kann aber auch bei wenigen Tagen liegen, etwa bei Forderungen gegenüber Kunden.

Kapitalbindung im Anlagevermögen

Mittel- bis langfristige Kapitalbindungen finden sich vornehmlich im Anlagevermögen. Das gilt unter anderem für Investitionen in Grundstücke, Immobilien, Maschinen, Anlagen, Fahrzeuge und die Betriebs- und Geschäftsausstattung. Mit der Anschaffung nehmen Firmen den jeweiligen Kaufpreis in ihre Bilanz auf. Anschließend reduziert sich die Kapitalbindung durch Abschreibungen nach und nach. Ein einfaches Beispiel: Ein Unternehmen kauft eine Maschine für 10.000 Euro mit einer geplanten Nutzungsdauer von 4 Jahren.

In diesem Fall schreibt es jedes Jahr 2.500 Euro ab. Zugleich gewinnt sie dieses Kapital durch die Verkaufserlöse wieder, da sie den Wertverlust der Maschine in die Verkaufspreise einrechnet. Entsprechend verringert sich die Kapitalbindung und die liquiden Mittel erhöhen sich. Hierbei handelt es sich jedoch um den Idealfall: Bleiben die Umsatzerlöse hinter den Erwartungen zurück, verbucht der Betrieb weniger oder gar keine zusätzlichen liquiden Mittel.

Umlaufvermögen und Kapitalbindung

Die Kapitalbindung im Umlaufvermögen ist in der Regel kurzfristiger Natur. Insbesondere zwei Posten verdienen Erwähnung:

  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen: Vom Tag der Lieferung beziehungsweise der Erbringung der Leistung bis zur Bezahlung durch den Kunden ist das Kapital gebunden. Erst mit dem Geldeingang auf dem Bankkonto oder in der Kasse löst sich die Kapitalbindung auf.
  • Lagerbestände: Sämtliche Lagerbestände binden ebenfalls Kapital. Das gilt unter anderem für Rohstoffe, Vorprodukte und vom Unternehmen fertiggestellte, aber noch nicht verkaufte Waren.

Kurze Kapitalbindungsdauer als Ziel

Gebundenes Kapital verursacht Zinskosten: Beim Fremdkapital fordern die Geldgeber wie Banken eine Verzinsung, beim Eigenkapital erwarten die Anteilseigner eine Rendite. Deshalb streben Unternehmen danach, die Dauer der Kapitalbindung zu verkürzen beziehungsweise eine Kapitalbindung zu vermeiden. Das realisieren sie mit vielfältigen Mitteln: So können sie Instrumente der Kapitalfreisetzung einsetzen, sie verkaufen zum Beispiel Vermögenswerte.

Sie können auch das Zahlungsziel für Kunden reduzieren, um das Ausmaß der Forderungen einzudämmen. Outsourcing ist ebenfalls ein probates Mittel: Firmen beauftragen unter anderem eine Spedition für den Transport von Waren, sie müssen dann nicht in einen eigenen Fuhrpark investieren.

Kapitalbindung - Zusammenfassung:

  • Kapital ist für eine bestimmte Dauer nicht verfügbar
  • im Anlagevermögen meist langfristig
  • im Umlaufvermögen gewöhnlich kurzfristig
  • kürzere Kapitalbindungsdauer senkt Zinskosten

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