Kapitalakkumulation


Kurz & einfach erklärt:

Kapitalakkumulation verständlich & knapp definiert

Von Kapitalakkumulation ist zu sprechen, wenn durch eine Investition neues Kapital entsteht und dieses zum Investor zurückfließt. Dieses neu gewonnen Geld kann er jetzt nutzen, um weitere Investitionen zu tätigen und weiteres Kapital zu akkumulieren.

notes Inhalte

Als Kapitalakkumulation wird die Erweiterung des Kapitals durch Reinvestition des realisierten Mehrwerts beschrieben. Anders ausgedrückt: Durch Kapitalinvestitionen entsteht neues Kapital, das anschließend wieder investiert werden kann.

Bedeutung der Kapitalakkumulation

Grundsätzlich kann sich die Kapitalakkumulation auf die Produktionsmittel beziehen, aber auch auf die Beschäftigung. Denn ein Teil des Mehrwerts – der durch Investition von Kapital entsteht – kann anschließend wieder für die Bezahlung von Arbeitnehmern verwendet werden. Unabhängig davon läuft die Kapitalakkumulation nach folgendem Grundprinzip ab:

  • Kapital wird vom Halter eben dieses Kapital investiert.
  • Durch die Investitionen in beispielsweise Maschinen entsteht ein Mehrwert, etwa in Form von produzierten Produkten.
  • Dieser Mehrwert fließt in Form von Geld an den Investor zurück.
  • Er kann den Mehrwert jetzt nutzen, um weitere Investitionen zu tätigen und sein Kapital so stetig zu erhöhen.


Nach Karl Marx hat diese Akkumulation zwei Seiten. Zum einen gäbe es immer mehr Kapital, das sich in den Händen der Kapitalisten befinde. Zum anderen entstehe immer mehr Armut auf Seiten der Arbeitnehmer.

Aus heutiger, ökonomischer Sicht ist diese Annahme durchaus begründet. Allerdings sorgt die heutige steuerliche Gesetzgebung dafür, dass der Mehrwert – also der Unternehmensgewinn – nicht zu 100 Prozent wieder zurück zu den Kapitalbesitzern fließt.

Produktion, Verteilung und Krise

Einen Einfluss auf die Kapitalakkumulation hat insbesondere die Veränderung der effektiven Nachfrage. Hierauf kann das Produktionssystem einer Volkswirtschaft mit insgesamt drei Mechanismen reagieren:

  • Änderungen der Auslastungsintensität der Produktionsmittel
  • Mittelfristige Flexibilität der Faktoreinsatzproportionen
  • Langfristige Anpassung der Produktionskapazität durch Akkumulations- oder Deakkumulationsprozesse


Insofern wirkt die Kapitalakkumulation vor allem auf lange Sicht. Schließlich dauert es eine gewisse Zeit, bis investiertes Kapital mit Gewinnen wieder zurückfließt. Anschließend müssen die nächsten Investitionen geplant werden, bevor dann erneut Geld angelegt wird.

Beispiel für die Kapitalakkumulation

Ein „Kapitalbesitzer“ verfügt über einen Kapitalstock von einer Million Euro. Dieses Geld investiert er jetzt in eine Fabrik, die Schlafzimmer produziere. Statt einer Million Euro an flüssigen Mitteln besitzt der Investor jetzt ein Unternehmen im gleichen Wert. Aber: Schon nach dem ersten Geschäftsjahr wirft die Schlafzimmerproduktion einen Gewinn von 100.000 Euro ab. Dieses Geld fließt jetzt an den Kapitalbesitzer zurück.

Dieser verfügt dann nicht mehr nur über eine Firma im Wert von einer Million Euro, sondern über zusätzliche liquide Mittel von 100.000 Euro. Dieses Geld kann er wiederum verwenden, um eine neue Firma zu gründen oder sein derzeitiges Unternehmen auszubauen. Dieser Prozess der Kapitalakkumulation kann praktisch ewig fortgesetzt werden.

Kapitalakkumulation – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Kapitalakkumulation bezeichnet einen Prozess, bei dem aus einer Kapitalinvestition neues Kapital entsteht
  • So sammle sich laut Marx im Zeitablauf immer mehr Kapital auf Seiten der Kapitalbesitzer
  • Heutzutage wird dieser Unternehmensgewinn durch Steuern stark umverteilt


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