Geschlossene Fonds

Kurz & einfach erklärt:

Geschlossene Fonds verständlich & knapp definiert

Bei einem geschlossenen Fonds handelt es sich um einen Investmentfonds mit einem vor Verkaufsbeginn festgelegten Volumen. Häufig werden geschlossene Fonds zur Finanzierung von bestimmten Projekten wie dem Bau von Immobilien, Schiffen, Windparks o.ä. aufgelegt.

Die Grundlagen geschlossener Fonds

Grundlagen von geschlossenen Fonds
Bei Fonds handelt sich um Geldmittelbestände, die einem bestimmten Zweck zugeordnet werden. Dienen Fonds der Geldanlage, so spricht man von Investmentfonds. Bei diesen wird wiederum zwischen offenen und geschlossenen Fonds unterschieden. Der grundlegende Unterschied zwischen beiden Formen ist, dass die aufzubringende Summe und die entsprechende Zahl der Anteile beim geschlossenen Fonds bereits vor Beginn des Verkaufs von Anteilen streng festgelegt ist. Bei einem offenen Fonds können dagegen bei hoher Nachfrage weitere Anteile ausgegeben werden. Eine solche Ausweitung kann auch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Beim geschlossenen Fonds gibt es dagegen ein so genanntes Platzierngsfenster. Dies bedeutet, dass Investitionen in den Fonds nur innerhalb eines bestimmten Zeitraums erfolgen können und der Fonds im Anschluss geschlossen wird. Weiterhin besteht bei einem geschlossenen Fonds auch nicht die Möglichkeit der Rückgabe der Anteile an den Fonds selber.

Typische geschlossene Fonds

Die Festlegung des geschlossenen Fonds auf eine bestimmte zu erreichende Summe macht diesen für die Finanzierung von Projekten mit Fremdkapital besonders interessant. Wenn es etwa um den Bau eines Windparks geht, so steht die notwendige Investitionssumme für das Grundstück, die Technik sowie die erforderlichen behördlichen Genehmigungen und Nebenkosten mit Abschluss der Planungen meist relativ fest. Zu dieser Summe kommen die Kosten, die im Rahmen der Planung und Verwaltung des Fonds als solchem entstehen. Im nächsten Schritt kann dann um Investoren im Rahmen eines geschlossenen Fonds geworben werden. In ähnlicher Weise geschieht dies regelmäßig bei der Realisierung von größeren Immobilienprojekten, beim Bau großer Schiffe oder im Rahmen der Finanzierung von Filmprojekten.

Chancen und Risiken von geschlossenen Fonds

Geschlossene Fonds wurden von Anlegern früher bevorzugt zur Stundung von Einkommenssteuern genutzt. Dies geschah durch eine Zuweisung von hohen Verlusten in der frühen Phase des durch den Fonds finanzierten Projekts. Seit 2005 verhindert der damals neu eingeführte § 15 a EStG die Zuweisung von Verlusten, die den Wert des eingezahlten Anteils übersteigt. Die Verlagerung von Steuerschulden in die Zukunft im Wege der Geldanlage in einen geschlossenen Fonds ist daher heutzutage nicht mehr möglich. Insofern hängt der Nutzen des Investition inzwischen ausschließlich von der Entwicklung des finanzierten Projekts ab. Hierbei kann es zu Verlusten kommen. Führen diese Verluste zur Insolvenz der Gesellschaft des Fonds, so bedeutet dies einen Totalausfall für die Anleger des Fonds. Für diesen Totalverlust gibt es auch keine Absicherung durch den Einlagensicherungsfonds da es sich bei der Investition in einen geschlossenen Fonds um keine Spareinlage handelt.

Zusammenfassung

  • Bei geschlossenen Fonds ist das Anlagevolumen von Anfang an klar festgelegt
  • Die Investition in einen geschlossenen Fonds kann nur während eines bestimmten Zeitraums erfolgen
  • Geschlossene Fonds dienen regelmäßig der Finanzierung von Projekten wie Immobilien, Schiffen etc..
  • Da es sich um keine Spareinlage handelt besteht das Risiko des Totalverlusts bei Insolvenz

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Themen: Börse

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