Finanzielle Freiheit


Kurz & einfach erklärt:

Finanzielle Freiheit verständlich & knapp definiert

Unter dem Begriff "Finanzielle Freiheit" oder "Finanzielle Unabhängigkeit" wird ein Zustand verstanden, in dem es möglich ist, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, ohne dabei auf Erwerbseinkommen - insbesondere solches aus abhängiger Beschäftigung - angewiesen zu sein. Abgesehen vom Rentner-Status, bei dem der Lebensunterhalt (noch) wesentlich durch die gesetzliche Rente garantiert wird, oder vom Anspruch auf Alimentierung durch Dritte (u.a. Anspruch auf Unterhaltszahlungen) ist finanzielle Freiheit nur möglich, wenn entsprechendes Vermögen vorhanden ist. Die Finanzierung erfolgt dann durch Erträge aus Vermögen und ggf. durch Vermögensverzehr.
notes Inhalte

Warum finanzielle Freiheit für viele ein Ziel ist

Es gibt verschiedene Beweggründe, um finanzielle Unabhängigkeit anzustreben, zum Beispiel der Wunsch:

  • sein Leben selbstbestimmt gestalten zu können
  • frei von Zwängen und Rücksichtnahmen auf Dritte zu sein
  • sich nicht den Anordnungen und Vorgaben eines Arbeitgebers unterordnen zu müssen
  • lang gehegte Träume realisieren zu können
  • einer Arbeit nachgehen zu können, die sinnstiftend und nicht in erster Linie erwerbsgetrieben ist

Nur wenige sind finanziell unabhängig

Finanzielle Freiheit ist ein Privileg von wenigen Menschen
Das Streben nach finanzieller Unabhängigkeit haben viele Menschen, nur relativ wenigen gelingt die Verwirklichung. Folgt man einer Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes von Mitte 2017, gibt es in Deutschland rund 624.000 Personen, die sich überwiegend aus ihrem Vermögen finanzieren - also finanziell frei oder unabhängig sind. Das entspricht einem Anteil von weniger als einem Prozent an der Gesamtbevölkerung. Häufig dürfte es sich nicht ausschließlich um selbst erwirtschaftetes Vermögen handeln, sondern um ererbtes Vermögen. Da angesichts des demographischen Wandels in den nächsten Jahren mit einer stark steigenden Zahl an Erbschaften mit Vermögenskonzentrationen zu rechnen ist, wird auch die Zahl finanziell unabhängiger Bundesbürger steigen.

Was finanzielle Freiheit bedeutet

So individuell die Motive für den Wunsch nach finanzieller Freiheit sind, so unterschiedlich kann deren konkretes inhaltliches Verständnis sein. Relevante Faktoren sind

  • der finanzielle Bedarf: der Anspruch an den eigenen Lebensstandard bestimmt, wie viel Geld aus einem Vermögen regelmäßig zur Verfügung stehen muss. Im Minimum muss das Vermögen ausreichen, um die notwendigen Ausgaben für Lebensunterhalt, Wohnung, Mobilität und Absicherung zu gewährleisten. Wer weitergehende Wünsche hat - zum Beispiel hinsichtlich Reisen, Hobbies und Vergnügungen -, benötigt entsprechend mehr.
  • der Zeithorizont: plant man finanzielle Unabhängigkeit nur bis zum Rentenbeginn, bis zum Lebensende oder darüber hinaus für nachfolgende Generationen? Von der Antwort auf diese Frage hängt ab, ob für die finanzielle Freiheit das Vermögen verbraucht werden darf oder ob diese (ohne Vermögensverzehr) nur aus den Erträgen finanziert werden soll.
  • die Stabilität oder Sicherheit: bei der finanziellen Unabhängigkeit ist zu berücksichtigen, dass Vermögen und Erträge im Zeitablauf nicht stabil sind. Wertschwankungen sind je nach Vermögensstruktur genauso möglich wie Ertragsschwankungen. Wer finanziell unabhängig sein will, muss dies beachten und auch seine Risikoeinstellung kennen.

Kapitalaufbau und Vermögensverzehr

Generell lässt sich finanzielle Unabhängigkeit leichter und schneller erreichen, wenn Vermögensverzehr zugelassen wird. Das lässt sich an einem einfachen Rechenbeispiel nachweisen. Angenommen sei ein monatlicher Finanzbedarf von 2.000 Euro, der über 25 Jahre sicherzustellen ist. Dafür wird bei vollständigem Vermögensverzehr und einer unterstellten Verzinsung von 3 Prozent ein Vermögen von knapp 424.000 Euro benötigt. Soll das Kapital dagegen voll erhalten bleiben, wird eine Summe von 800.000 Euro benötigt (einmalige jährliche Zinszahlung unterstellt). Die Bildung eines solchen Vermögens dauert entsprechend länger bzw. es muss entsprechend mehr gespart werden.

Finanzielle Freiheit und Rendite

Mehr zu finanzielle Freiheit und Rendite
Auch die mit dem Vermögen erwirtschaftete Rendite beeinflusst die finanzielle Unabhängigkeit. Bei niedrigen Renditen muss mehr Vermögen vorhanden sein oder gebildet werden. Das gilt sowohl bei Vermögensverzehr als auch bei Vermögenserhalt. Alleine mit verzinslichen Anlagen ist eine adäquate Vermögensbildung kaum möglich. Auch hierzu ein Beispiel: um über 20 Jahre 400.000 Euro Vermögen mit regelmäßigem Sparen zu bilden, wird bei einer Rendite von einem Prozent eine monatliche Sparleistung von gut 1.500 Euro benötigt, bei 4 Prozent Rendite sind es nur knapp 1.100 Euro. Langfristig bieten breit gestreute Aktien-Investments die besten Rendite-Chancen. Vermögensportfolios für finanzielle Freiheit sollten allerdings aus Gründen der Risikostreuung mehrere Anlageklassen umfassen, nicht nur Aktien.

Zusammenfassung Finanzielle Freiheit

  • Finanzielle Freiheit ist ein Zustand, bei dem man für seinen Lebensunterhalt nicht auf Erwerbseinkommen angewiesen ist. Die Finanzierung kann vielmehr aus eigenem Vermögen erfolgen
  • Selbstbestimmtheit, Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung sind häufige Motive für das Streben nach finanzieller Freiheit
  • Finanzielle Freiheit kann unterschiedlich verstanden werden. Der finanzielle Bedarf, der Zeithorizont und die persönliche Risikoeinstellung sind relevante Faktoren
  • Die Vermögensbildungs-Strategie und die Rendite beeinflussen die Chancen, finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen


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