Festgeldzinsen


Kurz & einfach erklärt:

Festgeldzinsen verständlich & knapp definiert

Bei Festgeldzinsen handelt es sich um Guthabenzinsen, die von einer Bank für die Anlage von Kapital auf einem Festgeldkonto ausgezahlt werden. Sie werden stets in Prozent angegeben und sind ein wesentlicher Faktor bei der Berechnung der Rendite. Das Kapital wird von der Bank verwendet, um ihrerseits Anlagen zu tätigen und damit Gewinne zu erwirtschaften. Über die Festgeldzinsen wird der Anleger an diesen Gewinnen beteiligt.

Unterscheidung von Nominal-, Real- und Effektivzinssatz

Festgeldzinsen einfach erklärt
Grundsätzlich lassen sich drei Zinssätze voneinander unterscheiden: Nominalzins, Realzins und Effektivzins. Der Nominalzinssatz ist der eigentliche Preis bzw. die Vergütung für das verliehene Geld, also auch jener Satz, mit dem die Zinsen berechnet werden.

Auf Basis des Nominalzinssatzes wird der Realzinssatz berechnet. Der Unterschied besteht darin, dass bei letzterem die Inflation mit berücksichtigt wird. Die aktuelle Inflationsrate wird dabei vom Nominalzinssatz abgezogen. Spätestens an dieser Stelle zeigt sich, dass es sich lohnen kann, die Festgeldzinsen europaweit zu vergleichen, da in den einzelnen Ländern unterschiedliche Inflationsraten vorherrschen. Je größer die Differenz zwischen Nominalzinssatz und Inflationsrate, desto besser auch die Verzinsung auf das angelegte Kapital.

Beim effektiven Zinssatz werden zusätzlich noch Kosten und unterjährige Zinszahlungen mit berücksichtigt. Damit bringt er die tatsächliche Auszahlung unter Berücksichtigung aller kostenrelevanten Faktoren zum Ausdruck. Ist das zugehörige Festgeldkonto kostenlos, kommt es in diesem Zusammenhang zu keinerlei Abzügen. In aller Regel finden beim Festgeld auch keine unterjährigen Zinsgutschriften statt, weswegen auch dafür keinerlei Korrekturen vorgenommen werden müssen.

Höhe der Festgeldzinsen

Festgeldzinssätze fallen regelmäßig höher aus als beispielsweise Tagesgeldzinsen oder die Verzinsung auf Girokonten. Das liegt vor allem daran, dass den Banken ein bestimmter Anlagebetrag über einen mittel- bis langfristigen Zeitraum hinweg fest zugesichert wird. Der Anleger hat während dieses Zeitraums also keine Möglichkeit, über sein Kapital zu verfügen. Der Bank eröffnet sich durch diese Zusage ein deutlich größerer Handlungsspielraum. Folglich kann sie das Kapital umso langfristiger und meist auch gewinnbringender anlegen, je länger der Anlagezeitraum vom Anleger festgelegt wurde. Je mehr Geld der Bank auf diesem Wege zur Verfügung gestellt wird, desto höher fallen auch die Festgeldzinsen aus. Gleiches gilt für die Laufzeit, da sich der Handlungsspielraum dann entsprechend erweitert.

Ein weiteres wichtiges Merkmal der Festgeldzinsen besteht darin, dass sie für die gesamte Dauer der Anlage festgeschrieben sind. Der Anleger kann also vorab genau kalkulieren, mit welchen Gewinnen er am Ende der Laufzeit rechnen darf. Sollten die Festgeldzinsen zwischenzeitlich fallen, muss er keinerlei Verluste befürchten. Steigen die Zinsen jedoch, entgehen ihm Gewinne. Es kann sich also durchaus lohnen, das zur Verfügung stehende Anlagekapital auf mehrere Festgeldkonten zu verteilen, um sich so einen gewissen Handlungsspielraum zu wahren. Erst im Rahmen einer Prolongation, womit die erneute Anlage des Kapitals nach dem Ende der Laufzeit gemeint ist, werden sowohl Zinsen als auch Rendite neu berechnet.
Auszahlung der Gutschrift

Die Gutschrift der Zinsen wird am Ende der Laufzeit vorgenommen. Anleger haben dann die Wahl, ob sie sich den Betrag samt Zinsen ausbezahlen lassen möchten oder ob beide erneut angelegt werden sollen. Hier käme dann erstmals der Zinseszinseffekt zum Tragen, da sich die gutgeschriebenen Zinsen in der nächsten Anlageperiode mit verzinsen würden.


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