Einkaufsmanagerindex

Kurz & einfach erklärt:

Einkaufsmanagerindex verständlich & knapp definiert

Beim Einkaufsmanagerindex handelt es sich um eine Kennzahl, die als Frühindikator Hinweise auf die zukünftige Entwicklung der Volkswirtschaft geben soll. Am Bekanntesten dürfte der Chicagoer Einkaufsmanagerindex (Englisch: Purchase Manager Index) sein, der für die USA bereits seit 1967 erhoben wird. Das Konzept des Einkaufsmanagerindexes war so erfolgreich, dass es in ähnlicher Art und Weise auf andere Länder übertragen wurde.

Der Einkaufsmanagerindex vermeidet die Zeitverzögerung klassischer Kennzahlen

Die Notwendigkeit der Erhebung des Einkaufsmanagerindexes wird insbesondere dann deutlich, wenn die Situation ohne einen solchen Index betrachtet werden würde. Wertpapiermärkte und alle mit der Produktionsplanung befasste Unternehmensfunktionen könnten bei Ihren Dispositionen lediglich einen Trend- oder Umsatzkanal in die Zukunft hochrechnen und ggf. Währungsveränderungen mit einbeziehen.

Da aber Investitions- und Konsumentscheidungen nicht nur aus rein rationalen Erwägungen heraus getroffen werden, fehlt ohne den Einkaufsmanager-Index die Einschätzung der Marktteilnehmer. Manager und Unternehmenslenker geben deshalb ihre individuellen Einschätzungen im Bezug auf die zukünftigen Marktentwicklungen ab. Bei jedem Einkaufsmanagerindex gibt es einen Zahlenwert, ab dem von einem wirtschaftlichen Wachstum auszugehen ist. Wird diese Marke unterschritten so stehen die Zeichen auf Rezession. Beim Chicagoer Einkaufsmanagerindex liegt dieser Wert bei 50.

Um eine einigermaßen kontinuierliche Zahlenfolge darstellen zu können wird diese Zahl monatlich errechnet.

Wenn reine Umsatzkennziffern oder Bilanzzahlen - wie die beliebten Quartalszahlen - ohne Frühindikatoren verwendet werden würden: Dann könnten die die Wertpapiermärkte lediglich die Vergangenheit "einpreisen" und reine Trendgeraden verwenden.

Jeder Einkaufsmanagerindex orientiert sich an der Wertschöpfungskette

Die Idee des Einkaufsmanagerindexes wird auch auf andere Länder - wie beispielsweise China - übertragen. China hat noch nicht vollständig zu den vollkommen entwickelten Volkswirtschaften aufgeholt, was sich an einem hohen Anteil der produzierenden Unternehmen und einem Nachholbedarf des tertiären Sektors (z. B: der Beratung und der Dienstleistungen) zeigt.

Der Einkaufsmanagerindex hat dort deshalb als Konjunkturindikator vielleicht eine noch eine höhere Berechtigung.

Der Einkaufsmanagerindex und Schwankungen an den Wertpapiermärkten

Der Einkaufsmanagerindex des jeweiligen Marktes ist insbesondere für diejenigen Anlegerinnen und Anleger von Bedeutung, die Positionen innerhalb eines Tages oder eines kurzen Zeitraumes öffnen oder schließen möchten.
Meist ergibt sich folgendes Bild

Weicht der Einkaufsmanager-Index zu stark von den Erwartungen der Analysten bzw. des Marktes ab, dann kommt es zu kurzfristigen Kurssprüngen. Insbesondere die größeren Aktiengesellschaften oder Indices eines jeweiligen Marktes "springen" dann nach oben (bei übertroffenen Erwartungen) oder es gibt einen leichten, kurzfristigen Kursrücksetzer (wenn Erwartungen nicht erfüllt werden konnten).

Insbesondere Hebelprodukte und Futures werden dann sehr rege gehandelt, um die kurzfristige Veränderung der Marktstimmung aufnehmen und in Wertschöpfungspotenzial umzuwandeln. Dabei denken die Händler und Anleger immer daran, dass es sich beim Einkaufsmanagerindex um Erwartungen bzw. Einschätzungen geht.

Der Einkaufsmanagerindex ermöglicht einen fundierteren Blick in die Zukunft

In der Zusammenfassung können die wesentlichen Merkmale beim Einkaufsmanagerindex wie folgt beschrieben werden:

  • Er entsteht durch Befragung von Unternehmen bzw. deren Einkaufsmanagern und setzt sich aus verschiedenen Dimensionen/Bewertungskriterien zusammen
  • Anders als Bilanzkennzahlen oder die Gewinn- und Verlustrechnung blickt der Einkaufsmanagerindex in die Zukunft
  • Er ist so bedeutend, dass er bei den meisten Nachrichtenagenturen oder Informationsdienstleistern in den Kalender der Wirtschaftstermine aufgenommen wird

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Themen: Wirtschaft

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