Cash Pooling

Kurz & einfach erklärt:

Cash Pooling verständlich & knapp definiert

Cash Pooling findet in großen Unternehmen statt, die aus mehreren Tochtergesellschaften bestehen. Ziel ist es, die Liquidität in den einzelnen Organisationseinheiten optimal im Gesamtkonzern zu verteilen. So kann der Bedarf an Fremdkapital auf ein Minimum gesenkt werden.

Cash Pooling (Liquiditätsbündelung) beschreibt den konzerninternen Liquiditätsausgleich, der meist in großen Unternehmen stattfindet. Übernommen wird das Cash Pooling durch ein zentrales, von der Konzernobergesellschaft organisiertes Finanzmanagement. Die Obergesellschaft entzieht den Tochtergesellschaften überschüssige Liquidität und deckt Liquiditätsengpässe durch Kredite.

Cash Pooling im Konzern

Große Konzerne bestehen in aller Regel aus zahlreichen Tochterfirmen, die rechtlich unabhängig in Kapitalgesellschaften organisiert sind. Dennoch agiert der Konzern strategisch natürlich als einheitliche Organisation. Aus diesem Grund unterstützen sich die einzelnen Unternehmen unter anderem im Bereich der Liquidität. Konkret sorgt meist die Obergesellschaft dafür, dass flüssige Mittel zwischen den Tochtergesellschaften adäquat verteilt werden:

  • Überschuss: Gibt es in einigen der Unternehmen zu viel Liquidität, die aktuell nicht benötigt wird, zieht die Obergesellschaft diese ab. Schließlich kann das Geld an anderer Stelle etwa für Investitionen genutzt werden und bringt so eine Rendite.
  • Engpass: Entsteht in einer der Gesellschaften hingegen ein Engpass, bedroht das deren Existenz. Denn fehlende Liquidität führt dazu, dass Forderungen nicht mehr nachgekommen werden kann, was wiederum eine Insolvenz bedingt. Entsprechend greift die Obergesellschaft ein und stellt kurzfristige Kredite zur Verfügung.

Vorteile und Nachteile von Cash Pooling

Der größte Vorteil von Cash Pooling liegt darin, dass liquide Mittel in großen Unternehmen optimal verteilt werden können. Dadurch reduziert sich wiederum der Bedarf an Fremdkapital auf ein Minimum. Durch das zentrale Finanzmanagement besteht zudem eine Übersicht über die Liquidität im Gesamtkonzern.

Nachteile – oder vielmehr Risiken – bestehen vor allem dann, wenn beim Cash Pooling Fehler passieren. Angenommen, neun von zehn Tochtergesellschaften verfügen derzeit über Liquiditätsüberschüsse und nur eine Gesellschaft meldet einen Engpass. Entsprechend leitet die Obergesellschaft die Liquidität jetzt um. Doch die kreditnehmende Gesellschaft befindet sich in einer wirtschaftlich enorm schlechten Situation und kann die intern vergebenen Kredite nicht mehr zurückzahlen.

Darüber hinaus besteht keine wirtschaftliche Unabhängigkeit der Tochtergesellschaften mehr. Sie könnten dazu neigen, ihre Liquiditätsplanung zu vernachlässigen, denn die Obergesellschaft kann im Notfall eingreifen und Abhilfe schaffen. Auch der Verwaltungsaufwand für Überwachung und Steuerung der Liquidität darf nicht unterschätzt werden.

Cash Pooling – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Cash Pooling beschreibt die Liquiditätsplanung in großen Konzernen
  • Dabei werden liquide Mittel zwischen einzelnen Tochtergesellschaften verteilt
  • So soll eine optimale Verteilung der Liquidität bei gleichzeitig geringem Fremdkapitalbedarf entstehen

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