Beschaffungsmarkt


Kurz & einfach erklärt:

Beschaffungsmarkt verständlich & knapp definiert

Ein dem Endverbrauch vorgelagerter Markt, bei dem sich Unternehmen zum Beispiel Produktionsgüter beschaffen können. Hierbei kann es mehrere vorgeschaltete Beschaffungsmärkte geben, abhängig von der jeweiligen Länge der Produktionskette.
notes Inhalte

Beim Beschaffungsmarkt handelt es sich um einen der Produktion vorgelagerten Markt, indem das Unternehmen Waren und Dienstleistungen beschafft und nachfragt, die von anderen Marktteilnehmern geliefert beziehungsweise angeboten werden. Im Grunde beschreibt die Betriebswirtschaftslehre diesen Markt als größtmögliche Konzentration von tatsächlichen und gemeinhin möglichen Beziehungen, die Unternehmen zu anderen Wirtschaftseinheiten eingehen. 


Notwendige Rohstoffe sowie andere Produktionsfaktoren werden vorgelagert beschaffen, sodann man den Beschaffungsmarkt aus Sicht des Verkäufers auch als sogenannten Absatzmarkt bezeichnet. Unternehmen gehen notwendige Beziehungen zu benötigten Faktormärkten ein, an denen für die Leistungserstellung nötigen beschafft werden. 

Gemäß der unterschiedlichen Art von sogenannten Inputfaktoren bedarf es eines differenzierten Beschaffungsmarktes. Beispielsweise für Arbeitsmärkte (Beschäftigung), Kapital (Finanzierung) oder aber Gütermärkte (Rohstoffe).

Beschaffungsmarkt und Absatzmarkt
Das Zusammenspiel vom Beschaffungsmarkt und dem Absatzmarkt

Dynamik des Beschaffungsmarkts

So wichtig der Beschaffungsmarkt für ein Unternehmen ist, so instabil ist er meistens auch. Gerade wenn auf den Markt Rohstoffe erworben werden sollen, unterliegen diese in aller Regel starken Preisschwankungen. Begründet ist dies sowohl in einer inkonstanten Nachfrage als auch in Börsenspekulationen oder Kartellbildungen der Anbieter. Ein gutes Beispiel für ein solches Kartell ist die OPEC, der Zusammenschluss der Golfstaaten und Russlands. Vor allem in den 70er und 80er Jahren kontrollierte dieses Kartell die weltweiten Ölmärkte und setzten krasse Obergrenzen für die Förderung von Öl durch.

Aus Sicht des Unternehmens ist es wichtig, sich intensiv mit den Beschaffungsmärkten zu befassen und auf mögliche Preisschwankungen zu reagieren. Hier bieten sich vor allem zwei Maßnahmen:

  • Ausweichen: Der Beschaffungsmarkt ist mittlerweile global, Produkte müssen nicht mehr aus einer bestimmten Region oder von einem spezifischen Produzenten beschafft werden. Lokalen Preiserhöhungen kann mit einem Ausweichen auf andere Märkte aus dem Wege gegangen werden.
  • Termingeschäfte & lange Verträge: Der Beschaffer einigt sich mit den Produzenten auf besonders lange Lieferverträge zu festen Konditionen. Diese liegen dann zwar über dem aktuellen Preisniveau, dafür besteht im Gegenzug absolute Kalkulationssicherheit.

Arten des Beschaffungsmarkts

Bereits angeklungen ist, dass der moderne Beschaffungsmarkt global ist. Dennoch lässt er sich in Abhängigkeit der bezogenen Güter bzw. Leistungen in folgende Bereiche gliedern:

  • Rohstoffe: Auf den Rohstoffmärkten werden unbehandelte, in der Natur vorkommende Ressourcen erworben.
  • Arbeit: Auch der Arbeitsmarkt ist aus Sicht von Unternehmen ein Beschaffungsmarkt, ohne den keine Produktion von Gütern vollzogen werden könnte.
  • Arbeitsmaterialien: Der Begriff der Arbeitsmaterialien ist weit gefasst, meint aber generell solche Produkte, die zur Produktion anderer Güter verwendet werden.
  • Energie: Aufgrund ihrer hohen Relevanz und individuellen Besonderheit werden die Energiemärkte meist getrennt von Rohstoffen betrachtet.
  • Vor- und Teilprodukte: Unternehmen kaufen nicht nur unbehandelte Rohstoffe auf dem Beschaffungsmarkt, sondern auch fertige Vor- und Teilprodukte.

Beschaffungsmarkt – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Der Beschaffungsmarkt dient dem Bezug von Gütern, die für die Produktion benötigt werden
  • Mittlerweile ist der Beschaffungsmarkt von Unternehmen global
  • Beschafft werden nicht nur Rohstoffe, sondern auch Arbeit, Energie oder Vorprodukte

 


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