Bank Run
Bank Run verständlich & knapp definiert
Im Zuge eines Bank Runs möchten massenweise Bankkunden ihre Einlagen etwa auf Girokonten wieder in Bargeld umwandeln. Weil Banken einen Großteil der Einlagen jedoch langfristig investieren, entstehen Liquiditätsengpässe. Im schlimmsten Falle führen diese sogar zur Insolvenz der Bank, auch wenn der Staat meist vorher als Bürge einspringt.
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Bei einem Bank Run versucht ein Großteil der Anleger einer Bank, seine Einlagen möglichst schnell gegen Bargeld zu tauschen. Weil Kreditinstitute die meisten Einlagen jedoch in langfristige Aktiva investieren, können sie den Forderungen nicht nachkommen und müssen im schlimmsten Fall Insolvenz anmelden.
Was ist ein Bank Run?
Von einem Bank Run sprechen Fachleute, wenn viele Anleger versuchen, ihre Bankeinlagen wieder gegen Bargeld zu tauschen. Das Problem: Banken nutzen die Einlagen, um ihrerseits wieder Investitionen in meist langfristige Geschäfte zu tätigen. Ein beispielhafter Ablauf:
- Ein Kontoinhaber zahlt 1.000 Euro in bar auf das Girokonto bei seiner Bank ein.
- Der Kontoinhaber hat jetzt Forderungen von 1.000 Euro gegenüber der Bank.
- Um Gewinne zu erwirtschaften, nutzt die Bank 900 Euro, um Kredite zu vergeben und hierfür Zinsen zu erhalten.
- Plötzlich und unerwartet möchte der Bankkunde aber seine Einlagen wieder gegen Bargeld tauschen.
- Die Bank kann der Forderung nicht nachkommen, weil die Einlagen in Kredite mit mehrjähriger Laufzeit investiert wurden.
Banken verfügen über recht genaue Erfahrungswerte, wie groß der Teil der Einlagen ist, über die regelmäßig verfügt wird. Abzüglich einer Sicherheitsreserve wird das restliche Kapital investiert, damit die Bank gewinnorientiert arbeiten kann. Im Zuge von Wirtschafts- und Finanzkrisen kann es jedoch – meist aus purer Angst – vorkommen, dass ungewöhnlich viele Bankkunden Bargeld abheben möchten.
Folgen eines Bank Runs
Die Folgen eines Bank Runs sind verheerend, zumal sich der Prozess selbst verstärkt. Insbesondere in Wirtschaftskrisen oder im Zuge hoher Inflationsraten versuchen die Bankkunden, an Bargeld zu kommen. Sie möchten hiermit direkt Güter des täglichen Bedarfs wie etwa Lebensmittel erwerben und haben Angst:
- Wirtschaftskrise: Es wird befürchtet, dass die Bank bald Insolvenz anmelden muss. Dann wären die Einlagen der Anleger verloren, so dass jeder Kunde versucht, sein Geld noch durch Abhebungen zu retten.
- Inflation: Weil das Geld schon morgen weniger Wert ist als heute, möchten die Bankkunden das Kapital schnell ausgeben.
Letztlich führt der Bank Run so zu einem Engpass bei der Bargeldausgabe. Dadurch bedingt werden weitere Kunden versuchen, ihre Einlagen aus der Bank abzuziehen. Letztlich muss die Bank in einem solchen Szenario Insolvenz anmelden, weil sie nicht mehr liquide ist. Oftmals springt jedoch der Staat als Bürge ein, um das Vertrauen in das Kreditinstitut wieder herzustellen und die Insolvenz abzuwenden.
Bank Run – Definition & Erklärung – Zusammenfassung
- Im Rahmen eines Bank Runs heben Bankkunden ihre Einlagen massenweise ab
- Dadurch kann der Bank im schlimmsten Fall die Insolvenz drohen
- Zu beobachten ist dieses Phänomen vor allem im Zuge von Wirtschaftskrisen
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