Ausgabeaufschlag

Kurz & einfach erklärt:

Ausgabeaufschlag verständlich & knapp definiert

Der Ausgabeaufschlag, oft auch als Agio bezeichnet, ist eine prozentuale Gebühr seitens der Fondsgesellschaft, welche einmalig auf jeden Kauf von Fondsanteilen erhoben wird.

Weshalb und in welcher Höhe der Ausgabeaufschlag anfällt

Weshalb fällt der Ausgabeaufschlag an?
Erhoben wird der Ausgabeaufschlag um die Verwaltungs- sowie Vertriebskosten des Fonds zu decken. In Abhängigkeit des Fonds und des Anbieters variiert dieser zwischen null und sieben Prozent. Hierbei gilt in der Regel: Je beratungs- und analyseintensiver sich die Fondsstrategie erweist, desto höher liegt der Ausgabeaufschlag. Aus diesem Grund weisen aktiv gemanagte Aktienfonds zumeist deutlich höhere Ausgabeaufschläge auf, als es etwa bei den passiv gemanagten Geldmarkt-, Dach- oder Rentenfonds der Fall ist. Zurückbezahlt wird das Agio beim Verkauf der Anteile nicht. Das Entgelt wird von der Fondsgesellschaft eingenommen und wird somit nicht von der Bank, bei der das Depot eröffnet oder unterhalten wird, einbehalten. Nicht verwechselt werden darf der Ausgabeaufschlag mit der Management-, beziehungsweise Verwaltungsgebühr, die jedes Jahr anhand des jeweiligen Werts der Anlage ermittelt und zumeist kontinuierlich dem Fonds entnommen wird.

Wie der Ausgabeaufschlag berechnet wird

Am Markt haben sich zwei Ermittlungsmethoden zur Errechnung des Ausgabeaufschlags etabliert. Hierbei handelt es sich um die:
Nettomethode

Sie ist am weitesten verbreitet und bestimmt den Ausgabeaufschlag als Prozentsatz auf den Rücknahmepreis. Die Formel hierfür lautet: (Ausgabepreis x 100 / Rücknahmepreis) - 100. Belaufen sich die Kosten für den Erwerb eines Fondsanteils auf 40 Euro und liegt der Rücknahmepreis bei 38 Euro, so ergibt sich ein Ausgabeaufschlag in Höhe von 5,263 Prozent.

Bruttomethode

Die Fondsgesellschaft ermittelt den Ausgabeaufschlag auf der Grundlage des Ausgabepreises des Fonds. Der Unterschied zur Nettomethode wird zum Beispiel bei Erwerb von Fondsanteilen im Wert von 100 Euro deutlich. Unter Anwendung der Formel zur Nettomethode wird ein Ausgabeaufschlag von 4,76 Euro fällig, weil Anteile im Wert von 95,24 Euro erworben werden. Im Falle der Bruttomethode beträgt der Ausgabeaufschlag dagegen exakt fünf Euro je Anteil. In das Depot werden demnach nur Anteile im Gegenwert von 95 Euro gebucht. Für den Anleger ist die Bruttomethode somit unrentabler.

Hinweis: Nicht immer wird der Ausgabeaufschlag vom zur Verfügung stehenden Vermögen abgezogen, wie es zumeist bei Fondssparplänen mit jeder Rate der Fall ist. Bei geschlossenen Fonds sowie bei Einzelkäufen von Fonds wird der Ausgabeaufschlag in der Regel auf den Kaufpreis aufgeschlagen.

Woraus ergeht die Höhe des Ausgabeaufschlags?

Das Agio wird per Definition seitens der Kapitalverwaltungsgesellschaft bestimmt und im Verkaufsprospekt sowie in den Anlagebedingungen angegeben. Darüber hinaus ist das Entgelt auf den Wesentlichen Anlegerinformationen (KIID) zu erwähnen, wo sämtliche Fondskosten offenzulegen sind. Genauso wie die Transaktionskosten fließt auch der Ausgabeaufschlag nicht in die Gesamtkosten des Fondsvermögens (TER) ein.

Für welche Finanzprodukte der Ausgabeaufschlag anfällt

Zwar wird der Begriff des Ausgabeaufschlags überwiegend bei offenen Investmentfonds (Publikumsfonds) verwendet. Doch auch bei der Emission anderer Vermögensanlagen und Wertpapiere kann der Aufschlag erhoben werden, zum Beispiel bei geschlossenen Fonds, Zertifikaten oder Anleihen. Hierbei geht es um den Aufschlag, um welchen der Nennwert der Anlage aufgestockt wird. Aktien haben keine erheblichen Kaufkosten, weshalb deren Erwerb am kostengünstigsten ist.

Welche Auswirkungen der Ausgabeaufschlag hat

Das Agio belastet grundsätzlich die Rendite. Dies verdeutlicht nachfolgendes Rechenbeispiel, bei dem eine jährliche Wertentwicklung von sieben Prozent angenommen wird. Betrachtet wird die Nettorendite (%) in Abhängigkeit der Aufschlagshöhe.

Agio 5% Agio 2,5%
Haltedauer
5 Jahre 5,96% 6,47%
10 Jahre 6,48% 6,74%
20 Jahre 6,74% 6,87%

Wie sich der Ausgabeaufschlag reduzieren lässt

Zwischen den Fondsgesellschaften herrscht ein intensiver Wettbewerb um die Gunst der Anleger. Deshalb bieten einige von ihnen teils erhebliche Rabatte auf den Ausgabeaufschlag. Dies gilt vor allem für Online-Broker und Direktbanken, die nicht selten für bestimmte Fonds sogar ganz auf den Ausgabeaufschlag verzichten. Bei ETF's, also Indexfonds, gibt es sogar grundsätzlich keine Ausgabeaufschläge. Denn diese bilden nur passiv einen Börsenindex wie beispielsweise den DAX oder den Dow Jones nach und bedürfen keines aktiven Managements.

Wichtige Informationen im Kurzüberblick:

  • Der Ausgabeaufschlag wird einmalig beim Kauf eines Fonds als Gebühr von der Fondsgesellschaft zur Kostendeckung erhoben
  • Die Höhe des Ausgabeaufschlags ergibt sich aus Verkaufsprospekt und Anlagebedingungen
  • Am höchsten fällt dieses Entgelt bei aktiv gemanagten Fonds aus und beträgt bei passiv gemanagten Fonds (z.B. Geldmarktfonds) teils deutlich weniger
  • Dieses Agio wirkt sich negativ auf die Rendite aus, fließt aber nicht in die Gesamtkosten des Fonds (TER) ein
  • Direktbanken sowie Online Broker verzichten teilweise oder gänzlich auf den Ausgabeaufschlag, der beim Kauf von ETF's grundsätzlich nicht anfällt.

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Themen: Kostenrechnung

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