Anlagenspiegel

Kurz & einfach erklärt:

Anlagenspiegel verständlich & knapp definiert

Das Handelsgesetzbuch schreibt Unternehmen vor, die Wertentwicklung ihrer Wirtschaftsgüter über den Zeitverlauf darzustellen. Diese Aufstellung wird Anlagenspiegel gemeint.

Im Rahmen eines Jahresabschlusses und der dazugehörigen Bilanz erstellen Kapitalgesellschaften unter anderem auch einen Anlagenspiegel


Diese auch als Anlagengitter bezeichnete Aufstellung bietet einen Überblick über die wertmäßige Veränderung des Anlagevermögens einer Kapitalgesellschaft bezogen auf das entsprechende Abschlussjahr. Bis zur Änderung im Rahmen der Bilanzrichtlinien am 01.01.1987 war der Begriff des Anlagenspiegels gebräuchlich. 

Aktuell findet jedoch eher die Begrifflichkeit des Anlagengitters Verwendung. Kleinere Kapitalgesellschaften sind von der Pflicht zur Erstellung eines Anlagengitters befreit. Genauere Regelungen dazu finden sich im §3274a des Handelsgesetzbuches. 

Das Anlagengitter muss nach einer im HGB vorgegebenen Gliederung angefertigt werden. Es muss die ursprünglichen Anschaffungswerte bzw. die Herstellungskosten der angegebenen Werte wiedergeben. Zudem sind Zu- und Abgänge, sowie Umbuchungen innerhalb des Anlagevermögens zu verzeichnen. Auch vorgenommene Abschreibungen dürfen nicht fehlen. Alle Angaben müssen sich auf das betreffende Geschäftsjahr beziehen.

Anlagenspiegel erstellen

Wenn Unternehmen eine Bilanz erstellen, so sind hieraus verschiedenste Kennzahlen und Werte abzulesen. Von Interesse ist oftmals das Anlagevermögen, schließlich handelt es sich hierbei um die Sachwerte, die das Unternehmen besitzt. Allerdings werden in der Bilanz selbst lediglich die Buchwerte zum Jahresende und dem Jahresbeginn angezeigt. Hingegen fasst die Gewinn- und Verlustrechnung nur die Abschreibungen des Geschäftsjahres zusammen. Für externe Betrachter der Bilanz könnten aber weitere Fragen von Interesse sein:

  • Wie viel Kapital ist im Geschäftsjahr investiert worden?
  • Wie hoch fallen die ursprünglich investierten Beträge aus?
  • Bis zu welchem Grad wurden die Anlagegüter bereits abgeschrieben?


Diese Fragen sind nur dann zu beantworten, wenn der sogenannte Anlagenspiegel erstellt wird. Mittelgroße und große Kapitalgesellschaften sind nach dem HGB zur Aufstellung eines solchen Spiegels verpflichtet. Er wird im Anhang des Jahresabschlusses dargestellt und liegt üblicherweise in Form einer Tabelle vor.

Beispiel für den Analgenspiegel

Betrachtet werden soll hier nur eine einzige Kategorie des Anlagevermögens. Angenommen, das Unternehmen kauft im Januar eine neue Fabrikhalle für 1.000.000 Euro, wobei die Nutzungsdauer insgesamt 10 Jahre betrage. Aus Vereinfachungsgründen wird von einer linearen Abschreibung ausgegangen, pro Jahr werden also genau 100.000 Euro abgeschrieben. Bisher verfügt das Unternehmen noch über keine eigenen Lagerhallen, es handelt es sich um die erste selbst erbaute Halle. Im Analgenspiegel wird die Lagerhalle jetzt zu ihren Anschaffungskosten von 1.000.000 Euro in die Spalte Zugänge des ersten Teils des Spiegels eingetragen. Es gibt keine Abgänge und einen Endbestand in eben dieser Summe.

Weiter werden die kumulierten Abschreibungen im Anlagenspiegel erfasst. Auch hier besteht die Tabelle wieder aus dem Anfangsbestand, Zugängen, Abgängen und einem Endbestand. Den letzten Teil des Anlagenspiegels bilden die Nettobuchwerte. Hier werden die kumulierten Abschreibungen von den historischen Anschaffungskosten abgezogen, so dass in diesem Beispiel ein Wert von 900.000 Euro verbleibt.

Anlagenspiegel – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Der Anlagenspiegel muss von mittleren und großen Kapitalgesellschaften erstellt werden
  • Er zeigt an, wie sich das Anlagevermögen entwickelt hat
  • Dazu werden Anschaffungskosten und kumulierte Abschreibungen dargestellt

 

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Themen: Buchhaltung

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