Finanzielles Gleichgewicht

Kurz & einfach erklärt:

Finanzielles Gleichgewicht verständlich & knapp definiert

Das finanzielle Gleichgewicht eines Unternehmens besteht, wenn nach Art und Fristigkeit Kapitalbedarf und Kapitalbeschaffung übereinstimmen. Das heißt zum Beispiel, dass kurzfristige Geldnachfrage mit kurzfristigen Krediten gedeckt werden muss, langfristige Vermögenspositionen aber eher in langfristigen Investitionen strukturiert werden sollten.

Das finanzielle Gleichgewicht stellt ein Finanzierungsziel von Unternehmen dar. Es besagt, dass die Einzahlungen größer oder gleich den Auszahlungen sein müssen, damit alle Verbindlichkeiten jederzeit beglichen werden können.

Sicherstellung des finanziellen Gleichgewichts

finanzielles-gleichgewicht auf einer Waage und ein Buch
Das finanzielle Gleichgewicht ist ein Finanzierungsziel des Unternehmens

Das Ziel des finanziellen Gleichgewichts ist vom Unternehmen langfristig zu planen. Es gilt, nicht nur kurzfristige Verbindlichkeiten, sondern auch in der Zukunft fällige Forderungen zu berücksichtigen. Diese künftigen Forderungen sind nicht immer planbar: Die Kredittilgung steht beispielsweise im Vorhinein fest und lässt sich genau kalkulieren, Steuernachzahlungen oder notwendige Investitionen können hingegen nicht exakt beziffert werden.

Damit das finanzielle Gleichgewicht erreicht werden kann, müssen die Einzahlungen stets größer sein als die Auszahlungen. Es empfiehlt sich daher, einen Teil der heutigen Einzahlungen in der Kasse oder auf einem Girokonto aufzubewahren.

Werden alle Einzahlungen direkt ausgegeben, sorgen außerplanmäßige Aufwendungen oder nicht berücksichtigte Zahlungsforderungen für ein Ungleichgewicht. Dieses führt wiederum dazu, dass Unternehmen ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können und schlimmstenfalls Insolvenz anmelden müssen.

Finanzielles Gleichgewicht – Beispiel der Auswirkungen

Ein kleiner Tischlerbetrieb stellt individuelle Möbel her. Aktuell ist der Bestand an Bargeld und Sichteinlagen bei null. Das Unternehmen erhält für den Verkauf zweier Möbelstücke allerdings insgesamt 3.000 Euro in Bar. Der Tischlermeister freut sich über die Zahlung und kauft direkt eine neue Maschine für 2.500 Euro, um in Zukunft auch hochwertige Kommoden herstellen zu können.

Eine Woche später wird eine Kreditrate für den Bau der Produktionsstätte über 500 Euro fällig. Diese kann der Tischlermeister aus den eingenommenen Einzahlungen finanzieren und hält das finanzielle Gleichgewicht somit ein. Nur wenige Stunden nach der Zahlung stellt der Unternehmen allerdings fest, dass er ein Teil seines Werkzeugs austauschen muss, weil dieses schon früher als geplant verrostet ist. Für weitere Auszahlungen hat der Tischlermeister allerdings kein Geld mehr, weil er in der Finanzplanung keine Posten für unvorhergesehene Ausgaben aufgestellt hatte. Entweder muss der Tischlermeister jetzt einen teuren Kredit aufnehmen oder die Produktion einstellen.

Finanzielles Gleichgewicht – Erklärung & Definition – Zusammenfassung

  • Finanzielles Gleichgewicht liegt vor, wenn die Einzahlungen größer oder gleich den Auszahlungen sind
  • Ist das Gleichgewicht gestört, kann es zu Liquiditätsengpässen und letztlich der Insolvenz kommen

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