Vermögen aufbauen mit ETF Sparplänen - einfache Anleitung!

ETF Sparpläne machen den Vermögensaufbau einfach und kostengünstig. Anleger können sich in kurzer Zeit und mit wenigen Grundregeln ein diversifiziertes Portfolio zusammenstellen und dieses durch regelmäßige Einzahlungen laufend vergrößern. Dieser Beitrag zeigt, wie Vermögensaufbau mit ETF Sparplänen funktioniert und warum es sich lohnt.

Grundlagen: Was ist ein ETF Sparplan?

Mit ETF-Sparplänen ein Vermögen aufbauen
Ein ETF Sparplan wird für Wertpapierdepots eingerichtet. Es handelt sich um die Kombination von zwei Daueraufträgen. Erstens wird monatlich, zweimonatlich, quartalsweise, halbjährlich oder jährlich ein bestimmter Geldbetrag von einem Konto abgebucht und auf ein Sparplankonto eingezahlt. Zweitens wird zu einem festen Termin im Monat für diesen Betrag ein bestimmtes Wertpapier (auch in Bruchstücken) gekauft.

ETF Sparpläne sind keine langfristigen Verträge und können jederzeit storniert werden. Die Einrichtung ist bei vielen Brokern online möglich. Die Sparraten beginnen je nach Broker bei etwa 25-50 EUR. Broker können Gebühren für die Sparplanausführung verlangen. Häufig gibt es jedoch zumindest ein Kontingent von gebührenfreien ETF-Sparplänen – dies ist im Brokervergleich ggf. vorab zu prüfen.

Cost Average Effekt: Die Vorteile eines Sparplans

Der Durchschnittskosteneffekt (auch als Cost Average Effekt bezeichnet) tritt bei regelmäßigen Einzahlungen in Sparpläne auf. Zahlt ein Sparer einen festen Betrag (z. B. 100) in festen Intervallen (z. B. monatlich) in einen Sparplan ein, werden mit diesem Betrag unterschiedlich viele Wertpapiere erworben. Notieren die Kurse hoch, werden relativ wenige Stücke gekauft, notieren die Kurse niedrig, fällt die Zahl der über den Sparplan erworbenen Stücke automatisch höher aus. Sparpläne sind deshalb in gewissem Umfang automatisch antizyklisch ausgerichtet.

Sparplan Portfolio erstellen: So geht es

Soll ein Betrag von z. B. 50.000 EUR einmalig angelegt werden, ist Diversifikation Pflicht. Ohne Diversifikation ist das Risiko zu groß: Geldanlagen in Wertpapieren müssen auf verschiedene Märkte aufgeteilt werden. Dasselbe gilt, wenn monatlich z. B. 300 EUR in ETF Sparpläne investiert werden. Auch dann bietet sich die Aufteilung auf mehrere ETFs an. Bei einer monatlichen Sparleistung von 300 EUR könnten z. B. monatlich jeweils 50 EUR in sechs verschiedene Marktsegmente investiert werden. Ein Beispiel für die Umsetzung könnte wie folgt aussehen:

  • 50 EUR in einen DAX ETF
  • 50 EUR in einen Stoxx50 ETF
  • 50 EUR in einen S&P 500 ETF
  • 50 EUR in einen MSCI World ETF
  • 50 EUR in einen ETF auf langfristige Staatsanleihen
  • 50 EUR in einen ETF auf mittelfristige Unternehmensanleihen
Wie genau ein Sparplanportfolio diversifiziert wird, hängt von den Anlagezielen, dem Zeithorizont und der Risikotoleranz des Sparers ab. Das obige Portfolio weist einen Rentenanteil (Renten sind am Finanzmarkt Anleihen) von einem Drittel auf. Der Aktienanteil entfällt überwiegend auf Blue Chips aus Industrieländern: Über den MSCI World ist lediglich ein sehr kleiner Teil des Portfolios in Schwellenländern und in Unternehmen der zweiten Reihe investiert. Ein solches Portfolio kann bei einem Zeithorizont von zehn Jahren als ausgewogen betrachtet werden.

Szenarien: Was auf 100 EUR pro Monat werden kann

Was lässt sich mit einer Einzahlung von 100 EUR pro Monat erreichen? Das hängt von der Dauer der Einzahlungen und der mit den ETFs erzielten Rendite ab. Wer 20 Jahre lang spart, erzielt bei 7 % jährlicher Rendite ein Endvermögen in Höhe von 51.040 EUR vor Steuern. Bei 8 % Rendite beträgt das rechnerische Endkapital 57.266 EUR, bei 6 % 45.565 EUR.

Jung beginnen zahlt sich aus

Klar ist: Je früher im Leben mit regelmäßigen Einzahlungen in ETF-Sparpläne begonnen wird, desto höher ist am Ende das verfügbare Kapital. Aus 100 EUR monatlicher Sparrate werden bei 7 % Rendite nach 30 Jahren 117.606 EUR, bei 8 % Rendite sogar 141.761 EUR.

Im Zeitverlauf ändert sich die Zusammensetzung des jährlichen Gesamtzuwachses. Zu Beginn wird der Vermögenszuwachs maßgeblich durch die Sparrate bestimmt. So steht bei  7 % Rendite am ersten Tag des zweiten Sparjahres ein Gesamtbetrag in Höhe von 1.251 EUR zur Verfügung – nur 51 EUR bzw. rund 4 % dieses Betrages resultieren aus Erträgen. Im letzten von 30 Sparraten wird ein Wertzuwachs in Höhe von 9.568 EUR realisiert – nur gut 12 % entfallen auf die Einzahlungen dieses Jahres.
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Insbesondere bei Berechnungen mit langen Zeiträumen sollte die Inflation berücksichtigt werden, um ein realistisches Bild zu erhalten. 100.000 EUR sind 2040 höchstwahrscheinlich weniger wert als im Jahr 2018. Beträgt die jährliche Inflationsrate in diesem Zeitraum 2 %, verringert sich die Kaufkraft des Geldes bis 2040 um rund 35 %.

Rendite-Dreieck: Welche Aktienrenditen gab es in der Vergangenheit?

Lohnt sich Sparen in ETFs eigentlich? Es gibt Gründe, die dagegen sprechen. Die Börsen sind schon weit gelaufen – es könnte also bald zu einer Korrektur kommen. Die Weltwirtschaft ist diversen Risiken ausgesetzt, die Geldpolitik ist schon lange sehr locker: Diese und weitere Argumente lassen sich gegen ETF Sparpläne als Vehikel für den Vermögensaufbau anbringen.

Zwei Gegenargumente dürfen dann allerdings nicht fehlen. Erstens: Wer über Sparpläne investiert, teilt den Einstieg auf zahlreiche Einstiegszeitpunkt auf und erwischt allenfalls mit einigen Sparraten ein deutlich zu hohes Kursniveau. Zweitens: So wahrscheinlich zwischenzeitliche Kursverluste auch sind, so wahrscheinlich werden diese langfristig wieder aufgeholt.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.) berichtete im Jahr 2017 über Forschungsergebnisse zu historischen Aktienrenditen seit dem Jahr 1900. Ein Ergebnis: "Mit amerikanischen Aktien hätte man unter Berücksichtigung der Inflation eine Rendite von 6,4 Prozent pro Jahr erreicht."

Ein weiteres Ergebnis: "Die Deutschen haben im 20. Jahrhundert zwei Weltkriege verloren, sie haben 1923 eine traumatische Inflation erlebt und 1948 eine Währungsreform. Trotzdem kommen die Wissenschaftler auch für deutsche Aktien von 1900 bis heute auf eine durchschnittliche Rendite von 3,3 Prozent (nach Abzug der Teuerung)."

Kurzum: In den letzten mehr als 100 Jahren waren die Aktienmärkte eine sehr gute Geldanlage, auch wenn es immer wieder zu Schwankungen kam.

Das Rendite-Dreieck des DAI

Letztere These lässt sich am Rendite-Dreieck des Deutschen Aktieninstituts (DAI) belegen. Die jährlich aktualisierte Grafik gibt für die letzten 50 Jahre an, welche Rendite mit einem Investment in den DAX erzielt worden wäre. Dabei kann für jede Kombination von Einstiegs- und Ausstiegsjahr ein konkreter Prozentsatz abgelesen werden.

Die Grafik verdeutlicht, dass langfristige Engagements im DAX in der Vergangenheit nahezu immer mit einem Gewinn abgeschlossen werden konnten. Wer z. B. ausgerechnet am Ende des Jahres 2000 – auf dem Höhepunkt des Neuen Marktes und kurz vor einem historischen Crash – investiert und Ende 2017 verkauft hat, erzielte eine jährliche Rendite in Höhe von 4,2 Prozent.

Ein weiterer rückblickend sehr ungünstiger Einstiegszeitpunkt war Ende 2007 kurz vor der Finanzkrise. Die durchschnittliche jährliche Rendite bei einem Verkauf Ende 2017: 4,8 %.

Steuerliche Behandlung von ETF Sparplänen

Einzahlungen in ETF-Sparpläne können nicht von der Steuer abgesetzt werden (zu Ausnahmen von dieser Regel siehe die Ausführungen zu Rürup ETF Sparplänen im letzten Absatz). Sämtliche mit ETFs erzielten Erträge fallen unter die Abgeltungssteuer. Zu den Erträgen gehören z. B. realisierte Kursgewinne, Zinsen und Dividenden. Die Abgeltungssteuer beträgt 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer.

Steuern sparen mit ETF Sparplänen?

Staatlich geförderte Altersvorsorgeprodukte können mit ETFs kombiniert werden. Das gilt z. B. für die Rürup-Rente (auch als Basisrente bezeichnet) und die Riester-Rente.

Ganz neu ist das Prinzip nicht: Frühere Fondspolicen sahen bereits die Anlage der Einzahlungen in Investmentfonds vor. Anstelle von klassischen Investmentfonds kommen bei neueren (und kostengünstigeren) Produkten ETFs zum Einsatz.

Der größte Vorteil von ETF-Sparplänen im Mantel einer staatlich geförderten Altersvorsorge besteht in der staatlichen Förderung. Die Rürup-Rente etwa ermöglicht die steuerliche Geltendmachung der Einzahlungen. Im Jahr 2018 können 86 % der Einzahlungen von der Steuer abgesetzt werden. Der absetzbare Anteil steigt jährlich auf an und erreicht im Jahr 2025 schließlich 100 %. Die in einem Vertrag angelegten Gelder sind während der Ansparphase pfändungssicher.

Staatlich geförderte Altersvorsorgeprodukte sind allerdings auch mit einigen Nachteilen verbunden. So ist der Zugriff während der Ansparphase nicht möglich. Im Fall der Basisrente beginnt die Verrentung des Vertragsguthabens frühestens mit dem 62. Lebensjahr. Sollen Hinterbliebene im Todesfall mit einer Rentengarantiezeit oder einer Kapitalabfindung berücksichtigt werden, fällt die Monatsrente geringer aus. Da die eingezahlten Beiträge bei Rentenbeginn garantiert sein müssen, kann nicht das gesamte Vertragsguthaben in Aktien investiert werden.

ETF-Sparpläne mit staatlicher Förderung über den Umweg der geförderten Altersvorsorge sind deshalb nicht automatisch besser als „frei“ eingerichtete Sparpläne. Die Basisrente ist tendenziell für Sparer mit hohem Grenzsteuersatz interessant, die Riester-Rente auch Sparer mit geringem Einkommen.

ETF Sparpläne ohne steuerliche Förderung als Altersvorsorge?

ETF Sparpläne eignen sich auch ohne steuerliche Förderung bzw. staatliche Zuschüsse als Altersvorsorge. Dass Wertpapiere größeren Schwankungen unterliegen, ändert daran nichts.

In der Tat: Wer mit 65 in den Ruhestand eintreten möchte, darf nicht ein Jahr zuvor zu 100 % in Aktien investiert sein. Kommt es dann zu einem Kurseinbruch an den Aktienmärkten, schrumpft das zur Verrentung verfügbare Kapital und die Rente fällt geringer aus.

ETF-Sparer sollten mit fortschreitendem Alter in regelmäßigen Abständen die Aktienquote ihres Portfolios reduzieren. So kann die Quote z. B. im Alter von 50 Jahren von 100 % auf 80 % herabgesetzt werden. Im Alter von 55 Jahren könnte eine weitere Reduzierung auf 60 % und danach im Abstand von jeweils zwei Jahren eine Reduzierung um zehn Prozentpunkte erfolgen. Mit Vollendung des 65. Lebensjahres beträgt die Anleihequote dann 100 %.

Wie wird aus ETFs eine Rente?

Wie aus den ETFs dann eine monatliche Rente generiert wird, kann der Depotinhaber selbst entscheiden. Eine Möglichkeit besteht in einer Rentenversicherung gegen Einmalzahlung, eine andere in der sukzessiven Auflösung des sicheren Anleiheportfolios zugunsten von Liquidität.

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