Wann und für wen lohnt sich eine Mietkautionsversicherung?


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Wer in eine neue Mietwohnung zieht, muss in den meisten Fällen eine Kaution von bis zu drei Monats-Kaltmieten an den Vermieter zahlen, so dass schon zu Beginn vier Monatsmieten fällig werden. Möbelkauf oder andere notwendige Anschaffungen werden deshalb häufig aufgeschoben, um die Kaution zu hinterlegen. Die Kosten lassen sich unter Umständen sparen, wenn der Vermieter eine Bankbürgschaft oder aber eine Mietkautionsversicherung akzeptiert. Doch für wen lohnt sich diese Versicherung und was sind die Vor- und Nachteile?


Wie funktioniert eine Mietkautionsversicherung?

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Eine Kaution dient als Sicherheit für den Vermieter, wenn er während oder bei Beendigung des Mietverhältnisses berechtigte Forderungen gegenüber dem Mieter, wie z.B. ausstehende Mietzahlungen oder vom Mieter verursachte Schäden oder Verstößen gegen die Mieterordnung, hat. Statt jedoch eine Mietkaution auf einem Sparbuch oder Tagesgeldkonto verzinst zu hinterlegen und den Kautionsbetrag einschließlich Zinsen nach Beendigung des Mietverhältnisses zurückzubekommen, kann der Mieter auch eine Bankbürgschaft übergeben, Einverständnis des Vermieters natürlich vorausgesetzt.

Eine andere Möglichkeit ist der Abschluss einer Mietkautionsversicherung. Auch hier muss der Mieter die Kaution nicht einzahlen, sondern kann dem Vermieter ein Versicherungs-Dokument in Form einer Mietbürgschaft überlassen. Entstehen während der Mietdauer Forderungen gegenüber dem Mieter (Versicherungsnehmer), käme die Versicherung zunächst für diese Kosten auf, doch selbstverständlich holt sie sich diese vom Mieter auch wieder zurück.
Versicherung kann jederzeit gekündigt werden

An die Mietkautionsversicherung zahlt der Mieter eine jährliche Prämie während der gesamten Mietdauer. Er kann die Versicherung jedoch auch jederzeit kündigen und stattdessen eine o.g. andere Art der Mietkaution, z.B. eine Barkaution, wählen. Die Mietbürgschaft wird dann – wie auch im Fall einer Beendigung des Mietverhältnisses – an den Versicherer zurückgegeben.

Hier gibt es zwei Varianten zu Beginn das Mieterverhältnisses:

  1. Der Versicherer sendet die Bürgschaftsurkunde an den Mieter, der diese an den Vermieter übergibt
  2. Der Versicherer sendet die Bürgschaftsurkunde direkt an den Vermieter

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Vergleichsweise hohe Kosten für Mietkautionsversicherungen

Trotzdem der Mieter mit einer Mietkautionsversicherung die Kosten für die eigentliche Kaution anfangs spart, zahlt er am Ende drauf. Für die Versicherung wird eine jährliche Prämie berechnet. Sie beträgt im Schnitt rund 5% der Kautionssumme, d.h. eine Kaution von insgesamt 3.000 EUR kostet den Mieter jährlich 150 EUR Versicherungsprämie. Die meisten Versicherer berechnen hierbei noch eine zusätzliche Bearbeitungs- oder Aufnahmegebühr (Grundgebühr) bei Abschluss der Versicherung. Bei einer Mietdauer von 10 Jahren entspricht die Prämie ohne die Grundgebühr bereits der 50% der Kautionssumme. Die Prämie wird am Ende der Versicherungsdauer natürlich nicht wieder zurückerstattet wie der Mieter eine Kaution zurückerhalten würde.

Welche Alternativen gibt es zur Mietkautionsversicherung?

Hinterlegung einer Barkaution auf Sparbuch oder Tagesgeldkonto

Bei hinterlegter Barkaution, z.B. auf einem an den Vermieter verpfändeten Sparbuch, erhält der Mieter sein Geld hingegen am Ende der Mietdauer vollständig verzinst zurück, wenn keine Forderungen gegen ihn bestehen. Hier hat er mit der Geldanlage noch einen Zinsgewinn gemacht.

Der Nachteil: Die Kaution ist definitiv während der Mietdauer weg. Nach Beendigung des Mietverhältnisses kann es u.U. bei unberechtigten Forderungen des Vermieters oder Differenzen darüber zu verzögerter Rückgabe der Kaution bzw. zu Streitigkeiten kommen, die sich auch länger hinziehen können.

Bankbürgschaften beinhalten höhere Anforderungen & einige Risiken für den Mieter

Bankbürgschaften beinhalten höhere Anforderungen & einige Risiken
Für eine Bankbürgschaft werden im Durchschnitt etwa 3,5% p.a. der Bürgschaftssumme berechnet, was bei einer Kautionssumme von 3.000 EUR einer jährlichen Gebühr von 105 EUR entspricht, zuzüglich eventueller Kontoführungsgebühren. Der Nachteil von Bankbürgschaften ist jedoch eine Bonitäts-Senkung, da sie ähnlich einem Kredit eingetragen wird, der zwingende Nachweis von Einkommensnachweisen und Mietschuldenfreiheitsbescheinigung und es ist eine höhere Bonität als bei der Mietkautionsversicherung erforderlich.

Darüber hinaus hat der Vermieter bei Bankbürgschaften länger Zeit für die Rückgabe nach Beendigung des Mietverhältnisses, z.B. wenn noch nicht abgerechnete Nebenkosten des laufenden Jahres ausstehen. Auch prüft die Bank Forderungen der Vermieter kaum bis gar nicht. Sind die Forderungen des Vermieters aus der Bürgschaft beglichen, holt sich die Bürgschaftsbank das Geld vom Konto des Mieters wieder zurück. Es ist dann Sache des Mieters gegen unberechtigte Forderungen des Vermieters im Nachhinein vorzugehen, die von der Bank aus der Bürgschaft gezahlt wurden.

Für wen eignet sich die Mietkautionsversicherung?

Prinzipiell eignet sich die Mietkautionsversicherung für:

  • Mieter mit wenigen Ersparnissen/Rücklagen
  • Mieter mit niedrigem Einkommen
  • Auszubildende, Studenten, Berufsanfänger, Rentner, Familien, Alleinerziehende
  • Mieter, die keine Bankbürgschaft ihrer Bank erhalten
  • Mieter, die ihr Geld lieber in Anschaffungen, wie Wohnungseinrichtung investieren möchten
Doch nicht alle Mieter bekommen auch tatsächlich eine Mietkautionsversicherung oder können sie nutzen. Nur zwei – dabei aber wesentliche – Voraussetzungen schränken den Kreis deshalb wieder ein:

  • Ausreichende Kreditwürdigkeit (Bonität) – Versicherung stellt vor Abschluss Schufa- oder Infoscore-Anfrage
  • Ablehnung einer Mietkautionsversicherung durch den Vermieter möglich
Kommt die Mietkautionsversicherung aufgrund schlechter Bonität des Mieters nicht zustande oder lehnt der Vermieter die Versicherungs-Bürgschaft ab, bleibt nur, den Kautionsbetrag bar aufzubringen und die Kaution auf dem üblichen Weg über ein Sparbuch an den Vermieter zu verpfänden. Wer nicht kreditwürdig ist, wird auch keine Bankbürgschaft bzw. einen Dispo oder Ratenkredit bekommen.

Ansonsten gelten die folgenden Voraussetzungen für eine Mietkautionsversicherung:

  • Mindestalter 18 Jahre
  • Übermittlung des vollständig ausgefüllten Versicherungsantrags
  • Wohnsitz & Mietobjekt in Deutschland
  • Positive Bonitätsprüfung

Laufzeit & Kündigung von Mietkautionsversicherungen

Es besteht keine feste Laufzeit, die Mietkautionsversicherung kann vom Versicherungsnehmer (Mieter) jederzeit gekündigt werden. Dies funktioniert jedoch nur, wenn der Mieter die Versicherungs-Bürgschaft vom Vermieter ausgehändigt bekommt und an die Versicherung zurücksendet. Der Vermieter wird gegen Aushändigung dann eine andere Form der Kaution verlangen, wenn das Mietverhältnis weiterbesteht.

Endet das Mietverhältnis, sendet der Mieter die Bürgschaftsurkunde nach Erhalt vom Vermieter ebenfalls an den Versicherer zurück. Anteilige Versicherungsprämien werden nach Kündigung oder Beendigung des Mietverhältnisses vom Versicherer erstattet.

Vorteile

  • Höhere Liquidität für andere Ausgaben, z.B. Wohnungseinrichtung
  • Keine Bonitätssenkung (kein Schufa-Eintrag)
  • Jederzeitige Kündigung möglich (z.B. bei Umwandlung in eine Barkaution)

Nachteile

  • Hohe Kosten (Grundgebühr/Bearbeitungsgebühr & jährliche Prämie von ca. 5%)
  • Bonitätsprüfung durch den Versicherer
  • Ablehnung des Vermieters möglich

Fazit zur Mietkautionsversicherung

Eine Mietkautionsversicherung lohnt sich nur, wenn der Mieter zumindest kurzfristig keine Barkaution oder Bankbürgschaft stellen kann bzw. die Kosten zur Aufbringung einer Barkaution durch Aufnahme eines Dispos oder Ratenkredits die Versicherungskosten übersteigen. Wer eine Mietkautionsversicherung abschließt, sollte diese Lösung besser als vorübergehend sehen und – sobald er über den Kautionsbetrag in bar verfügt – eine Barkaution auf einem Sparbuch oder Tagesgeldkonto hinterlegen.

Vor der Frage der Art der Kaution ist es allerdings erst einmal wichtig zu klären, ob der Vermieter eine Mietkautionsversicherung überhaupt akzeptiert. Denn bisher stehen nur wenige Vermieter der Versicherungs-Bürgschaft positiv gegenüber und bevorzugen nach wie vor die Barkaution mit klassischem Sparbuch oder eine Bankbürgschaft.

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