Mietkautionskonto eröffnen - wie funktioniert das?


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Die Zahlung einer Mietkaution erfolgt in den meisten Fällen als Zahlung auf ein Mietskautionskonto. Viele Vermieter bevorzugen diese Alternative für eine rechtssichere Hinterlegung der Mietsicherheit, aber auch für Mieter handelt es sich um eine sichere Alternative z.B. anstelle der Übergabe von Bargeld. Doch wie funktioniert die Hinterlegung einer Kaution für den Mieter und wie eröffnet man ein Mietkautionskonto?

Die Kautionssumme wird auf dem Sparbuch, Kautions- oder Tagesgeldkonto zu den marktüblichen Zinsen bis zum Auszug aus der Mietsache oder abzüglich zwischenzeitlicher, berechtigter Forderungen des Vermieters verzinst, so dass der Mieter den Betrag zuzüglich Zinsertrag zurückerhält. Trotzdem hat eine Kaution als Geldanlage für den Mieter kaum einen Effekt, denn die Zinsen für Sparanlagen sind viel zu niedrig.

Welche Unterschiede gibt es zwischen Kautions-Sparbuch, Kautions-Konto & Tagesgeldkonto?

Für die Eröffnung eines Mietkautionskonto gibt es mehrere Möglichkeiten
Generell ist die Höhe der Zinsen für eine Kaution weniger entscheidend. Sie sind infolge der Niedrigzins-Politik auch sehr gering, für Sparbuch-Anlage betragen die Zinsen beispielsweise aktuell durchschnittlich nur 0,02% p.a. Damit lässt sich auch nach Jahren während des Mietverhältnisses der Betrag – auch unter Berücksichtigung der Inflation – nicht lohnenswert vermehren.

Wichtiger ist es, die Kaution sicher und vor einem unberechtigten Zugriff geschützt auf einem Bankkonto zu verwahren. Deshalb werden Kautionen auch kaum noch als Barbetrag dem Vermieter übergeben, sondern durch direkte Einzahlung oder Überweisung auf ein Sparbuch oder Konto durch den Mieter gezahlt.

Wählen können Mieter bzw. Vermieter zwischen einem Kautions-Sparbuch, einem Kautions-Konto oder einem Tagesgeldkonto. Alle drei Kontoarten bei einem Kreditinstitut entsprechen den Vorschriften für ein Mietkautionskonto, wenn die Voraussetzung der Sperre erfüllt ist und der Vermieter nicht unberechtigt auf die Kaution zugreifen kann.

Der entscheidendste Unterschied zwischen Sparbüchern und Sparkonten im Vergleich zu einem Tagesgeldkonto ist, dass beide Sparkonto-Arten eine Kündigungsfrist von 3 Monaten beinhalten, wenn das Guthaben (Kaution) über 2.000 EUR beträgt. Tagesgeld-Konten bedürfen hingegen keiner Einhaltung einer Kündigungsfrist und sind täglich. Im Zweifel hat der Mieter sein Geld von einem Tagesgeldkonto nach Beendigung des Mietverhältnisses also schneller zurück.

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick

Sparbuch & Sparkonto Tagesgeldkonto
Sicherheit & Anlegerschutz: keine Unterschiede
Zinsen: für alle Kunden gleich z.T. befristet mit Zinsgarantie
Höhe der Zinsen: höher niedriger
Verfügbarkeit: Bis zu 2.000 Euro monatlich täglich
Verfügbarkeit des gesamten Guthabens: Kündigungsfrist 3 Monate vollständige Summe

Wie eröffnet man ein Mietkautionskonto?

Eröffnung eines Mietkautions-Kontos mit Verpfändungserklärung durch den Mieter

Für die Eröffnung eines Kautions-Sparbuchs bzw. Kautions-Sparkontos kann der Mieter einfach zu seiner Bank oder Sparkasse gehen und unter Vorlage seines Ausweisdokuments (Personalausweis oder Reisepass) ein Sparbuch eröffnen. Dazu erhält er ein Formular für eine Verpfändungserklärung, welche vom Mieter und vom Vermieter unterzeichnet werden muss und der Bank übermittelt wird. Nach Rücklauf der unterzeichneten Verpfändungserklärung und Gutschrift der Kaution auf dem Sparbuch bzw. -kontos sendet die Bank das Sparbuch bzw. die Kontoinformationen direkt an den Vermieter.
Unser Tipp

Beantragen Sie einen Freistellungsauftrag für die künftigen Zinserträge aus dem Sparguthaben. Dann erfolgt durch die Bank kein automatischer Abzug der Abgeltungssteuer aus den Zinserträgen.

Wer sein Mietkautions-Konto oder Sparbuch nicht an den Vermieter verpfänden möchte, kann alternativ ein Mietkautionskonto mit Sperrvermerk eröffnen. In den Kontobedingungen wird von der Bank vermerkt, dass Abhebungen von diesem Konto nur mit Zustimmung von Mieter und Vermieter vorgenommen werden dürfen.

Die Vorteile des Mieter-Kautions-Kontos:

  • Schutz bei Insolvenz des Vermieters (z.B. Bankrott einer Wohnungsgesellschaft)
  • Zinsverwaltung in Eigenregie des Mieters
  • Bank-Information an den Mieter bei Kontozugriff durch den Vermieter
  • Keine Kontoführungskosten

Eröffnung eines Mietkautionskontos durch den Vermieter

Auch der Vermieter kann ein Mietkautionskonto bei seiner Bank oder Sparkasse eröffnen, auf welches der Mieter die Kaution einzahlt. Das Konto lautet dann nicht auf den Namen des Mieters, sondern auf den Vermieter. Es wird rechtssicher treuhänderisch durch die Bank oder Sparkasse verwaltet.

Sowohl für den Vermieter als auch für den Mieter ist diese Variante im Grunde weniger attraktiv als das Mietkautionskonto des Mieters. Der Vermieter muss in diesem Fall eine jährliche Abrechnung über die Zinserträge an den Mieter übermitteln, denn schließlich sind es die Kapitalerträge des Mieters. Ein Freistellungsauftrag ist hier ebenfalls nicht möglich. Die automatisch abgeführte Abgeltungssteuer geht also zu Lasten des Mieters und schränkt seine Zinserträge ein. Häufig verlangen Banken vom Vermieter auch eine Gebühr für die Mietkautionskonto-Eröffnung.

Ein dritter Punkt: Nach Ende des Mietverhältnisses zahlt die Bank die Kaution an den Vermieter aus, der den Betrag an den Mieter weiterleiten muss. Natürlich kann es passieren, dass dies nicht erfolgt und der Mieter den Rechtsweg einschlagen muss, um an seine Kaution zu kommen, wenn der Vermieter sich nicht an die Vorschriften hält.

Eröffnung eines Tagesgeldkontos

Das Tagesgeldkonto hat den Vorteil der täglichen Verfügbarkeit ohne die Möglichkeit eines Bargeldzugriffs. Die Bedingungen können wie bei den oben erwähnten Varianten in Sachen Sicherheit an ein Mietkautionskonto angepasst werden und erfüllen somit ebenfalls die Bedingungen für ein Mietkautionskonto.

Die Zinsen auf Tagesgeldkonten sind in der Regel noch niedriger als die Sparzinsen auf Sparbuch und Sparkonto. Sie fallen auf Sparkonten höher aus, weil die Verfügbarkeit von Beträgen über 2.000 EUR monatlich einer Kündigungsfrist von 3 Monaten bedarf und die Banken so länger mit dem Guthaben arbeiten können. Trotzdem ist die aktuelle Zinshöhe aber auch für Sparkonten nicht sonderlich attraktiv und beträgt je nach Kreditinstitut zwischen 0,01% (Postbank) oder 0,02% (Sparkassen).

Fazit zum Mietkautionskonto

Abschließendes Fazit zum Mietkautionskonto
Aus Mietersicht ist die klassische und gleichzeitig auch sichere Hinterlegung der Mietkaution auf einem Sparbuch oder Sparkonto mit Zinsverwaltung in Eigenregie die beste Lösung. Das Mietkautionskonto lautet hierbei auf den Namen des Mieters. Entweder verpfändet er dies mit Verpfändungserklärung an den Vermieter oder lässt einen Sperrvermerk eintragen, der Auszahlungen nur ermöglicht, wenn beide – Mieter und Vermieter – diesen zustimmen.

Wer die 3 Monate Kündigungsfrist bei einem Sparbuch nicht in Kauf nehmen will, wenn es sich um einen höheren Guthaben- bzw. Kautionsbetrag über 2.000 EUR handelt, kann sich auch bei deutschen Auslandsbanken wie z.B. der niederländischen Rabobank nach Sparkonten als Mietkautionskonto erkundigen. Sie bieten im Gegensatz zu deutschen Banken und Sparkassen teilweise auch Sparkonten mit kürzerer Kündigungsfrist, so dass Mieter am Ende des Mietverhältnisses weniger lange auf die Rückzahlung bzw. Freigabe ihrer Kaution warten müssen.
Die Barkaution ist nicht zu empfehlen

Nicht zu empfehlen ist in jedem Fall die Übergabe der Mietkaution an den Vermieter in bar. Mieter sollten immer auf ein Bankkonto mit den obigen Voraussetzungen für ein Mietkautionskonto bei der Hinterlegung der Kaution bestehen.

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