Die Kryptowährung Ethereum erklärt

Ethereum ist schon seit geraumer Zeit die große Nummer zwei hinter Bitcoin und wird von vielen als logischer Thronfolger gehandelt. Diese Wahrnehmung speist sich vor allem daraus, dass die Blockchain, auf der Ethereum aufbaut, wesentlich schlanker und doch vielseitiger ist als jene von Bitcoin. Denn anders als bei Bitcoin hat Ethereums Blockchain nicht nur eine Kryptowährung zum Gegenstand (Ether genannt), sondern gestattet es, sogenannte “Smart Contracts“ (schlaue Verträge) abzuschließen.

Kryptwährungen wie Ether und Bitcoin
Ether, Bitcoin & Co
Diese ermöglichen beispielsweise den Abschluss eines Lieferauftrags. Es wird ein Smart Contract diesbezüglich abgeschlossen. Sobald der Adressat sein Paket in Empfang genommen hat, bestätigt er über die Ethereum Blockchain den Empfang, woraufhin der Smart Contract abgehandelt wird und der Lieferant vom Absender in Ether für die nachweislich erfüllte Leistung bezahlt wird. Der Vorgang ist extrem effizient. Es kommt erst zur Zahlung, sobald die Leistung erfüllt wurde. Der Zusteller erhält diese jedoch binnen von wenigen Minuten, nachdem der Empfänger den Erhalt bestätigt hat. Und das ist nur ein sehr banales Beispiel für einen Smart Contract.

Genau darin liegt das weiterführende Potential von Ethereum. Es ist quasi eine konsequente Weiterentwicklung der Blockchain, sodass es nicht mehr bloß darum geht, Geldflüsse einer virtuellen Kryptowährung zu ermöglichen und zu verifizieren. Stattdessen lassen sich nun auch vertragliche Obligationen in Ethereums Blockchain festlegen, bei denen genau eingegeben werden kann, wer wann was bestätigen muss, damit ein Smart Contract als vollzogen gilt. Sobald sich ein solcher Vorgang nummerisch bzw. rechnerisch darstellen lassen kann, kann er im Rahmen von Ethereums Blockchain als Smart Contract konfiguriert und vollzogen werden.

Wo kann man Ethereum erwerben?

Ether wird an allen relevanten Krypto-Börsen gehandelt. Da die Blockchain Konsens durch den “Proof of Work“ erzeugt (so wie auch Bitcoin), kann es außerdem geschürft werden. Die dazu notwendige Rechenpower haben aber Privatleute mit Sicherheit nicht. Natürlich können Online Händler sich auch dazu entscheiden, Ether als Zahlung zu akzeptieren und so in den Besitz der Kryptowährung gelangen.


Akzeptanz von Ethereum

Die Akzeptanz von Ether ist logischerweise an Geschäftsmodelle gebunden, die sich auch Applikationen bzw. Smart Contracs auf Basis der Ethereum Blockchain stützen. Davon gibt es mittlerweile aber so einige. Teilweise handelt es sich dabei um hochspezialisierte Weiterentwicklungen der Ethereum Blockchain, die sich rund um spezielle Services und Übertragungsdienste drehen. Golem beispielsweise ist eine Plattform, die auf Ethereum aufbaut und es gestattet, gegen Ether verfügbare Rechenleistung von anderen Computern, die an das Golem Netzwerk angeschlossen sind, quasi zu mieten.

Ethereum als CFD

Etherum als CFD kaufen
Wo kann Ethereum als CFD gekauft werden?
Viele CFD Broker bieten auch Differenzialkontrakte für Ethereum/Ether an. Der Vorteil dabei ist, dass man die Währung nicht an sich erwerben muss, aber dennoch an ihrer Wertentwicklung spekulativ partizipieren kann. Allerdings sind hier wirklich kundige Hände gefragt, da CFD Handel kein Pappenstiel ist und, falsch angegangen, sehr verlustreich enden kann.

Bewertung der bisherigen Entwicklung von Ethereum

Teilweise ist unter Krypto-Anhängern die Frage umstritten, inwiefern es überhaupt Sinn macht, Ethereum als Konkurrenzsystem zu Bitcoin zu bewerten, da Bitcoin eine reine Kryptowährung ist, während Ethereum den Bogen weiter spannt. Jedoch lässt sich nicht von der Hand weisen, dass Ethereum zweifelsohne eine Weiterentwicklung der Blockchain ist, was die langfristige Perspektive theoretisch in ein besseres Licht rückt als jene von Bitcoin. Überdies ist Ethereum auch schneller, da die einzelnen Blöcke kleiner sind und fortschrittlicher geskriptet wurden. So ist Ethereum trotz größerer funktionaler Komplexität und Flexibilität das schnellere der beiden Systeme. Rein funktional betrachtet ist es Bitcoin zweifelsohne überlegen.

Überdies hat die Kryptowährung Ether den Vorteil, dass sie klar zweckgebunden ist und von all jenen genutzt wird, die auf Ethereum oder auf darauf aufbauende Systeme setzen wollen. Wenn die Ethereum Blockchain also insofern mehr an Traktion und Verwendung finden sollte, wäre das auch eine effektive Bedarfs- und Umlaufsicherung für Ether als zugrundeliegendes Kryptogeld.

Entwicklung vom Ethereum
Ein Nachteil, den die Ethereum Blockchain leider hat, besteht darin, dass sie (wie Bitcoin) auf dem Proof of Work Prinzip beruht, um Konsens zu erzeugen und Transaktionen zu verifizieren. Dies ist zwar ein etabliertes und sicheres Verfahren, um Konsens zu erzeugen und die Integrität der Blockchain zu wahren. Jedoch bedingt diese Herangehensweise auch, dass die Berechnungen mit der Zeit immer aufwendiger werden, mehr Rechenleistung und Strom von Seiten der Miner abverlangen. Dadurch wird der Umfang derer, die überhaupt effektiv schürfen können, immer kleiner und irgendwann stimmen Aufwand und Ertrag nicht mehr. Überdies werden solche Systeme tendenziell immer langsamer, je größer sie werden. Daher ist davon auszugehen, dass regelmäßige Forks durchgeführt werden müssen, damit die Blockchain nicht zu lang wird. Dies kam bereits einmal vor, wodurch “Ethereum Classic“ entstanden ist.

So lange Kryptogeld noch eine überschaubare Verbreitung hat, mag das nicht allzu wild sein. Aber sollte jemals eine echte Verbreitung im Mainstream erfolgen, dann ist der Proof of Work perspektivisch einfach eine vollkommen ungeeignete Herangehensweise, weil er zu schnell zu aufwändig wird und der Kreis derer, die das stemmen können, immer exklusiver ausfällt.

Allerdings ist man sich bei Ethereum dieses Problems bewusst und will dort wohl bald auf ein anderes System zur Konsensfindung und Validierung umsatteln – den Proof of Stake. Der ist zwar auch nicht ohne Probleme, würde aber einige der maßgeblichen Probleme des Proof of Work, allem voran den eskalierenden Energieverbrauch und die schlechte Skalierbarkeit, beheben.

Auch unerwähnt bleiben sollte nicht, dass viele Kryptowährungen, die nach Ethereum kamen, aktiv auf der Ethereum Technologie aufbauen. Die Zeit könnte also durchaus erweisen, dass Ethereum, auch wenn es jetzt zu Recht erfolgreich ist, eher als eine Art Brückenkopf Technologie in die Geschichte eingeht, die jedoch andernorts weiter entwickelt wird. Was in diesem Zusammenhang nachteilig gegen Ethereum spricht, ist dass Entwickler eine noch sehr junge Programmiersprache eigens für Ethereum erlernen müssen, genannt Solidity. Direkte Mitbewerber, wie Lisk oder NEM, sind da weiter und bieten Entwicklern die Möglichkeit, eigene Applikationen unter Zuhilfenahme bekannter Programmsprachen zu generieren.

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Eckdaten zu Ethereum im Überblick


  • Seit wann auf dem Markt: 2015
  • Wer steht dahinter: Vitalik Buterin, Gavin Wood, Jeffrey Wilcke (Entwickler)
  • Generelle Preisentwicklung bisher: Ether hat sich während des Krypto-Bullenmarktes 2017 bis Anfang 2018 rasend entwickelt und dort ein erstes klares Rekordhoch vermerkt. Allerdings kam im Anschluss daran eine saftige Kurskorrektur, wie auch bei den meisten anderen Kryptowährungen. Nichts desto trotz ist Ethereum eine der gegenwärtig wertvollsten Kryptowährungen, mit einem durchschnittlichen Wert von mehreren hundert Euro pro Token.
  • Marktkapitalisierung: Ethereum hat die zweithöchste Marktkapitalisierung nach Bitcoin mit über 50 Mrd. Dollar.
  • Besonderheiten: Die wohl größte Besonderheit von Ether als Kryptowährung besteht darin, dass die zugrundeliegende Ethereum Blockchain vielmehr ein Baukasten als einfach nur eine Blockchain ist.
  • Alles, was programmatisch in einem Ethereum Block abgehandelt werden kann, kann zu einem neuen Geschäftsmodell von Smart Contracts oder selbst ausführenden Applikationen führen. Dies kann als Grundlage für weitgehende bis vollständig automatisierte Prozesse genutzt werden, bei denen Abwicklung und prompte Zahlung von ganz allein erfolgen. Viele fortschrittliche Systeme, aber auch andere Kryptowährungen (!), basieren auf Ethereum.

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