Rechnungswesen » Weiterbildung » Bilanzbuchhalter
Der Beruf des Bilanzbuchhalters ist eines der anspruchsvollsten Berufsbilder im betrieblichen Rechnungswesen.
Deswegen handelt es sich beim Bilanzbuchhalter auch nicht um einen Ausbildungsberuf im engeren Sinne, den man in einer dreijährigen Lehrzeit erlernen kann.
Wer Bilanzbuchhalter werden möchte, muss vielmehr zunächst eine kaufmännische Ausbildung absolvieren und dann einige Jahre Berufserfahrung in der Buchhaltung sammeln,
am besten in der Abteilung Rechnungswesen in einem Unternehmen oder bei einem Steuerberater.
Dabei sollte er nicht nur mit den täglich anfallenden Buchungen betraut sein,
sondern auch mit den Abschlussarbeiten für die Aufstellung des Jahres- oder Konzernabschlusses. Dann besucht man in aller Regel einen Kurs zur Vorbereitung auf die
Prüfung zum Bilanzbuchhalter, die vor der lokalen Industrie- und Handelskammer
abzulegen ist. Dieses Examen ist sehr anspruchsvoll und erfordert ein breit angelegtes theoretisches und praktisches Wissen.
Bilanzbuchhalter sind Experten für die Aufstellung von Jahresabschlüssen nach Handels- und Steuerrecht,
auch Konzernabschlüsse nach nationalem Recht (HGB) und internationalen Vorschriften (zum Beispiel IFRS) stellen sie auf.
Viele Unternehmen erstellen nicht nur nach der Beendigung eines Geschäftsjahres gesetzlich vorgeschriebene Jahresabschlüsse,
sondern auch unterjährig Monats-, Quartals- und Halbjahresabschlüsse. Deutsche Konzerntöchter ausländischer Unternehmen müssen oft
sogenannte "Packages" ausfüllen, in denen sie die wichtigsten Abschlussdaten für einen bestimmten Zeitraum an ihr Mutterunternehmen übermitteln.
Auch für diese Aufgaben ist in der Regel der Bilanzbuchhalter zuständig.
Die Bilanzen werden aus der laufenden Buchhaltung (Jahresabschluss)
beziehungsweise aus Einzelabschlüssen im Wege der Konsolidierung (Konzernabschluss) abgeleitet. Der Bilanzbuchhalter trägt ständig Sorge dafür,
dass alle Buchungen im Rechnungswesen zeitnah, richtig und vollständig erfolgen. Oft ist er anderen Buchhaltern vorgesetzt, die er fachlich anleitet und für die er disziplinarische Verantwortung trägt. Darüber hinaus ist er wichtiger Ansprechpartner für das Controlling, die Unternehmensleitung
sowie Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, die für die Gesellschaft tätig sind.
Da der Weg zum Bilanzbuchhalter - wie oben beschrieben - lang und hart ist, wird diese Qualifikation nur von wenigen Mitarbeitern im Rechnungswesen angestrebt
und erworben. Deswegen ist die Nachfrage nach guten Bilanzbuchhaltern immer hoch, die Gehälter entsprechend überdurchschnittlich gut.
Auch die Aufstiegschancen für Bilanzbuchhalter, zum Beispiel zum Leiter Rechnungswesen oder zum kaufmännischen Leiter, sind ausgezeichnet.