Wirtschaftswachstum

Kurz & einfach erklärt:

Wirtschaftswachstum verständlich & knapp definiert

Das Wirtschaftswachstum wird anhand der Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts einer Volkswirtschaft bemessen. Ein konstantes und angemessenes Wachstum gilt als eines der wichtigsten Ziele, das die Wirtschaftspolitik verfolgt.

Der Begriff des Wirtschaftswachstums beschreibt die Zunahme des sogenannten Bruttoinlandsproduktes einer Volkswirtschaft. 


Um das auch als BIP abgekürzte Bruttoinlandsprodukt zu ermitteln, wird die Summe der Preise aller in der Volkswirtschaft innerhalb des Betrachtungszeitraumes hergestellten Waren und Dienstleistungen addiert. In der Regel wird dabei ein Zeitraum von einem Kalenderjahr zugrunde gelegt. Liegt eine negative Veränderung des Wirtschaftswachstums vor, wird vom sogenannten negativen Wirtschaftswachstum gesprochen. 

Aus dem Verlauf des Wirtschaftswachstums kann grundsätzlich eine Ableitung über die Höhe des Wohlstandes in einer Volkswirtschaft erfolgen. Denn es wird davon ausgegangen, dass Güter in einer Volkswirtschaft grundsätzlich nur begrenzt vorhanden sind. 

Erhöht sich jedoch das Wirtschaftswachstum, nimmt die Zahl der verfügbaren Waren und Dienstleistungen zu. Somit stehen mehr Güter für den Konsum zur Verfügung, was wiederum den Wohlstand erhöht.

Angestrebte Höhe des Wirtschaftswachstums

Wie hoch das Wachstum einer Wirtschaft ausfällt, hängt von verschiedensten Faktoren ab. Für entwickelte Industrienationen gilt, dass Werte zwischen 0 und 2 Prozent pro Jahr im Rahmen des Möglichen sind. So heißt es auch im Magischen Viereck, dass für Deutschland ein angemessenes und stabiles Wachstum erreicht werden soll. In den vergangenen Jahrzehnten konnten die Zielwerte mit geringen Ausnahmen erfüllt werden.

Anders sieht es hingegen in Schwellen- und Entwicklungsländern aus. Gerade Erstgenannte zeichnen sich in der Regel durch immens hohe Wachstumsraten aus, die teilweise bei 10 bis 15 Prozent pro Jahr liegen können. Ein gutes Beispiel hierfür ist die chinesische Volkswirtschaft, die seit Jahren konstante Wachstumsraten zwischen 6 und 8 Prozent aufweist. Auch in anderen südostasiatischen Staaten oder im Iran können derlei Werte erzielt werden.

Faktoren für das Wirtschaftswachstum

Das Wachstum der Wirtschaft kann von einer Vielzahl von Faktoren abhängig sein. Insbesondere zu nennen sind hier Zuwächse bei den gesamtwirtschaftlichen Produktionsfaktoren, also Arbeit und Kapital. Zur Zeiten der Industrialisierung stieg beispielsweise die Bevölkerungszahl stark an, was ein Wachstum der Wirtschaft zur Folge hatte. Gleichzeitig wurde Produktionskapital in Form von Maschinen und Gebäuden aufgebaut, was das Wachstum weiter befeuerte.

Nicht zuletzt spielt auch der technologische Fortschritt eine entscheidende Rolle beim Wachstum der Wirtschaft. Im Schnitt gibt es alle 50 Jahre (Kondratiev-Zyklen) eine besondere Erfindung, die die weltweite Wirtschaft ankurbelt. Anfang der 2000er war dies das Internet, in den 1950ern die benzinbetriebenen Autos und in den 1900ern die Fortschritte im Elektroingenieurswesen.

Wirtschaftswachstum – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Wirtschaftswachstum beschreibt die Zunahme des realen oder nominalen BIP einer Volkswirtschaft
  • Für Deutschland sind Wachstumsraten zwischen 0 und 2 Prozent normal
  • Wirtschaftswachstum wird vor allem durch technologischen Fortschritt bedingt

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Themen: VWL

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