Stimmrecht

Kurz & einfach erklärt:

Stimmrecht verständlich & knapp definiert

Wer Aktien eines Unternehmens erwirbt, wird automatisch zum Eigenkapitalgeber und damit zum Anteilseigner der Aktiengesellschaft. Dadurch haben Aktionäre in aller Regel ein Stimmrecht, mit dem sie auf der Hauptversammlung über wichtige, teils strategische Unternehmensentscheidungen abstimmen können.

Das Stimmrecht ist ein sogenanntes Aktionärsrecht. Es besagt, dass er im Zuge der ordentlichen Hauptversammlung zur Abstimmung berechtigt ist. Bei Stammaktien entfällt auf jede einzelne Aktie ein Stimmrecht.

Worüber kann mit dem Stimmrecht abgestimmt werden?

Erwirbt eine Privatperson oder ein institutioneller Anleger Aktien eines Unternehmens, so wird er automatisch Teilhaber eben dieses Konzerns. Insofern sieht der Gesetzgeber vor, dass dem Aktionär ein Mitbestimmungsrecht im Rahmen der Satzung des Unternehmens gewährt wird. Es gilt der Grundsatz: Für jede Stammaktie erhält der Aktionär genau ein Stimmrecht. Jedoch können Unternehmen auch sogenannte Vorzugsaktien emittieren, bei denen das Stimmrecht entfällt. Dafür erhalten Besitzer des Wertpapiers in der Regel höhere Dividendenzahlungen als die Inhaber der Stammaktien.

Auf welche Aspekte des operativen Geschäfts Aktionäre Einfluss haben, ist von Unternehmen zu Unternehmen verschieden. In der Regel gilt aber, dass einzelne Aktienbesitzer kaum einen Einfluss auf die Geschäftspolitik haben. Auch bei speziellen Entscheidungen, die die wirtschaftliche Zukunft des Unternehmens bestimmen, können die Aktionäre nicht mitreden. Denn das würde gerade bei großen Konzernen mit tausenden Wertpapierbesitzern, die unterschiedliche und individuelle Ziele verfolgen, zu absoluter Unwirtschaftlichkeit führen.

Aktive Ausübung des Stimmrechts

Abgestimmt wird meist vor allem darüber, was mit dem in einer Periode erzielten Unternehmensgewinn geschieht. Vorstände von Aktiengesellschaften machen hierzu einen Vorschlag und gegeben dabei eine Dividendenzahlung an, die bei Genehmigung an die Aktionäre ausgeschüttet würde. Das Abstimmverfahren läuft dann wie folgt ab:

  • Einmal im Jahr wird eine Hauptversammlung abgehalten, zu der alle stimmberechtigten Aktionäre eingeladen sind.
  • Der Vorstand publiziert hier den Jahresbericht und gibt Zukunftsaussichten.
  • Aktionäre entlasten den Vorstand bzw. Aufsichtsrat und stimmen darüber ab, ob sie mit der Gewinnverwendung einverstanden sind.
  • Weil dies in aller Regel der Fall ist, erhalten sie in den Tagen nach der Hauptversammlung dann eine Dividendenausschüttung.


Aktionäre, die nicht an der Hauptversammlung teilnehmen, können ihr Stimmrecht nur dann ausüben, wenn sie es an eine dritte Person oder Partei übertragen. Es kann sich hierbei beispielsweise um Interessensverbände von Aktionären oder die deoptführende Bank handeln.

Es besteht jedoch ausdrücklich keine Pflicht dazu, an Abstimmungen teilzunehmen. Gleichzeitig ist es aber auch nicht möglich, aus der Ferne oder online über die Punkte der Tagesordnung der Hauptversammlung abzustimmen.

Stimmrecht – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Für jede erworbene Stammaktie erhält dessen Inhaber ein Stimmrecht
  • Dieses Stimmrecht berechtigt ihn dazu, im Rahmen der Hauptversammlung über bestimmte Tagespunkte abzustimmen
  • Für die Abstimmung muss der Aktionär persönlich erscheinen oder das Stimmrecht an eine dritte Partei übertragen

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Themen: Börse

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