Preistheorie

Kurz & einfach erklärt:

Preistheorie verständlich & knapp definiert

Die Preistheorie untersucht, wie sich die Preise an Märkten bilden. Dabei spielt die Konkurrenzsituation (Polypol, Oligopol, Monopol) eine wichtige Rolle.

Die Preistheorie ist ein Teilbereich der Volkswirtschaftslehre, in dem untersucht wird, wie sich Preise auf Märkten bilden. Entscheidend für den Preisbildungsmechanismus ist die Konkurrenzsituation auf dem betrachteten Markt, also wie viele Anbieter wie vielen Nachfragern gegenüberstehen. Damit einhergehend ist die Frage nach der Marktmacht, die einzelne Anbieter auf den Märkten besitzen.

Preisbildung im Polypol

Im Polypol gibt es eine Vielzahl an Anbietern, die vielen Nachfragern gegenüberstehen. Der einzelne Anbieter hat keine Marktmacht, sodass er den Preis durch sein Handeln nicht beeinflussen kann. Er fasst den Preis daher als exogen vorgegebene Größe auf, anhand der er sein Verhalten orientiert. Als rationaler Polypolist maximiert ein einzelner Anbieter seine Gewinnfunktion, die sich aus der Differenz von Erlösen und Kosten zusammensetzt.

Wichtig hierbei ist, dass der Preis exogen gegeben ist und nicht von der Menge abhängt. Im Gewinnmaximum ist die Ableitung der Gewinnfunktion gerade null und man kommt zu dem Ergebnis, dass im Polypol die Regel "Preis = Grenzkosten" erfüllt ist. Die angebotene Menge befindet sich im Schnittpunkt der Angebots- und Nachfragefunktion, die Wohlfahrt - bestehend aus Konsumenten- und Produzentenrente - ist maximal.

Preisbildung im Monopol

Im Monopol gibt es nur einen Anbieter, der seine angebotene Menge und den Preis frei wählen kann. Auch der Monopolist handelt rational und betreibt Gewinnmaximierung. Im Gegensatz zum Polypol ist der Preis jedoch nicht exogen vorgegeben, sondern wird als Funktion der Menge nun endogen bestimmt. Differenzierung der Gewinnfunktion des Monopolisten und Gleichsetzen mit Null für ein Maximum, liefert das Ergebnis, dass der Monopolist seinen Gewinn maximiert, wenn er die Regel "Grenzkosten = Grenzerlös" anwendet. Die angebotene Menge ist im Monopol niedriger, der Preis höher und die Wohlfahrt niedriger, allerdings ist der Gewinn des Monopolisten höher und die Konsumentenrente niedriger. Da die Gesamtwohlfahrt im Monopol niedriger ist und es nur einen deutlichen Gewinner (Monopolist) gibt, während es viele Verlierer gibt (Konsumenten), versucht der Staat Monopole nach Möglichkeit zu vermeiden.

Preisbildung im Oligopol

Im Oligopol hängt die Preisbildung davon ab, ob die wenigen Anbieter über den Preis oder die Menge in Konkurrenz treten. Treten sie über den Preis in Konkurrenz, stellt sich das gleiche Ergebnis ein wie im Polypol (Bertrand-Paradox). Die Oligopolisten haben den Anreiz, den Marktpreis geringfügig zu unterbieten, um den gesamten Markt zu übernehmen. Da alle Anbieter der gleichen Situation ausgesetzt sind, sinkt der Preis auf die Grenzkosten. Konkurrieren die Oligopolisten hingegen über die Menge, können sie Gewinne erzielen. Die Gewinne liegen dann zwischen dem Monopolgewinn und dem Gewinn im Polypol. Bei Oligopolen ist die Gefahr der illegalen Preisabsprachen besonders hoch, da sich die konkurrierenden Unternehmen gegenseitig vergleichsweise leicht überwachen können und die abgesprochenen Preise zu besonders vielversprechenden Gewinnen führen könnten.

Zusammenfassung Preistheorie

  • Die Preistheorie untersucht, wie sich Preise auf Märkten bilden
  • Die Preisbildung ist abhängig von der Anzahl der konkurrierenden Unternehmen und der Anzahl der Nachfrager
  • Im Polypol haben die Anbieter keine Preissetzungsmacht, sie nehmen die Preise als exogene Größe war
  • Im Monopol kann der alleinige Anbieter den Preis frei wählen
  • Im Oligopol sind nur Gewinne möglich, wenn die Anbieter über die Menge konkurrieren

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Themen: VWL

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