Ökonometrie

Kurz & einfach erklärt:

Ökonometrie verständlich & knapp definiert

Ein Teilgebiet der Volkswirtschaftslehre, bei der ökonomische Theorie auf statistische Modelle angewandt wird. Die Ökonometrie ist Grundlage jeder ökonomischen empirischen Arbeit.

Die Ökonometrie bildet einen Zweig der Wirtschaftswissenschaften, der sich mit der Überprüfung und Analyse ökonomischer Theorien mit Hilfe von mathematisch-statistischen Verfahren befasst. In diesem Sinne dient sie als Hilfswissenschaft dazu, die Aussagekraft wirtschaftswissenschaftlicher Modelle zu testen und ökonomische Vorhersagen zu machen.

Ökonomische Theorien messen und testen

Die Ökonometrie wurde als eigenständiger Wissenschaftszweig von einer Gruppe namhafter Wirtschaftswissenschaftler in den 1930er Jahren begründet. Mit der Einrichtung der Econometric Society und der Gründung der Zeitschrift Econometrica im Jahre 1933 fand der Begriff auch offizielle Anerkennung und Verwendung. Der Begriff "Ökonometrie" ist ein Kunstwort. Es setzt sich zusammen aus "Ökonomie" für Wirtschaftswissenschaften und "Metrie" aus dem griechischen metron = Maß, Messung. Ökonometrische Untersuchungen und Verfahren werden vor allem im Bereich der Volkswirtschaftslehre eingesetzt, es gibt aber auch einige Anwendungen auf betriebswirtschaftlichen Gebieten. Die ökonometrische Analyse benötigt dabei immer eine theoretische Bezugsgrundlage, außerdem ist die Verfügbarkeit von geeigneten Daten eine wesentliche Voraussetzung, um Verfahren zum Testen und Überprüfen anwenden zu können.

Ziele der Ökonometrie

Auf dieser Grundlage verfolgt die Ökonometrie unterschiedliche Zielsetzungen:


  • die Ökonometrie will abstrakte theoretische Parameter in wirtschaftswissenschaftlichen Modellen auf der Basis empirischer Daten quantitativ bestimmen. In einer gesamtwirtschaftlichen Investitionsfunktion, die den Zusammenhang zwischen Investitionstätigkeit und Zinssatz beschreibt, versucht die Ökonometrie zum Beispiel die Abhängigkeit der Investitionsneigung vom Zinssatz zu messen. Während im theoretischen Modell hierfür nur ein allgemeiner Zusammenhang beschrieben wird, liefert die Ökonometrie eine konkrete Zahl für eine bestimmte Volkswirtschaft.
  • Die Ökonometrie dient auch dazu, wirtschaftswissenschaftliche Hypothesen zu testen. Eine Hypothese ist noch keine Theorie, sondern eine Vermutung über einen logischen Zusammenhang, für den noch der Nachweis fehlt. Die Ökonometrie liefert solche Nachweise durch mathematisch-statistische Testverfahren, mit denen die Güte einer Hypothese geprüft werden kann. Oft bestehen mehrere konkurrierende Hypothesen, um einen Sachverhalt zu erklären. Mit Hilfe der Ökonometrie kann festgestellt werden, welche Hypothese die beste Erklärung liefert.
  • Ein drittes Aufgabengebiet der Ökonometrie ist die Simulation und Prognose. Mit Hilfe von Modellen, die aus früheren Datenschätzungen abgeleitet wurden, lassen sich Vorhersagen über die zukünftige Entwicklung ableiten oder es können Aussagen getroffen werden, was passiert, wenn sich einzelne Parameter verändern. Solche Aussagen sind zum Beispiel wertvoll, um die Wirkung von wirtschaftspolitischen Maßnahmen abschätzen zu können.

Regression und Korrelation - die Methodik

Das klassische Instrument der Ökonometrie ist die Regressionsanalyse. Sie besitzt nach wie vor zentrale Bedeutung, um Zusammenhänge festzustellen, zu beschreiben oder zu testen. Die in ihrer einfachsten Form lineare Regressionsanlayse wurde dabei in den letzten Jahrzehnten wesentlich verfeinert und differenziert. Darüber hinaus ist die Korrelationsanalyse (siehe auch Korrelation) in der Ökonometrie von besonderer Bedeutung. Sie überprüft die Stärke von Zusammenhängen.


Die moderne Computertechnik hat dabei die Möglichkeiten und Komplexität der ökonometrischen Methodik nachhaltig erweitert. Sie hat zum Beispiel auch die Anwendung nicht-linearer Modelle oder neuronaler Netze möglich gemacht. Ökonometrische Analysen können allerdings immer nur einen mathematisch-statistischen Zusammenhang aufzeigen, dies ist noch nicht zwangsläufig der Nachweis eines sachlogischen Zusammenhangs. Hier liegen die Grenzen der Ökonometrie.

Zusammenfassung Ökonometrie

  • in den 1930er Jahren als ökonomische Hilfswissenschaft entstanden
  • Analysen zum Schätzen, Testen und Überprüfen
  • Verbindung von ökonomischer Theorie und empirischer Überprüfung
  • Mathematisch-statistische Verfahren als Grundlage
  • Regressionsanalyse und Korrelationsanalyse

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