Netto

Kurz & einfach erklärt:

Netto verständlich & knapp definiert

Grundsätzlich bezeichnet der Begriff netto einen Betrag, von dem bereits andere Beträge abgezogen worden sind. Beispielsweise werden vom Bruttoeinkommen Steuern und Sozialabgaben subtrahiert, um zum Nettoeinkommen zu kommen. Als Entscheidungsbasis für Vertragsabschlüsse dienen in der Wirtschaft in der Regel Netto-Werte.

Der Begriff netto umfasst im Gegensatz zu „brutto“ nur einen Teil vom Ganzen. Im Rechnungswesen wäre dies beispielsweise der Fall, wenn ein Rechnungsbetrag ohne Umsatzsteuer ausgewiesen wird. (= Netto-Betrag)

Netto und brutto bei Einkommen

Netto und brutto sind zwei der wichtigsten Begriffe im Wirtschaftsleben. Als einfach zu merkende Faustregel gilt: „Netto hat einen Buchstaben weniger als brutto und ist daher immer weniger.“ Weniger ist netto daher, weil von den Bruttobeträgen Beiträge und Steuern abgehen. Dies ist beispielsweise beim Einkommen der Fall. Zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer wird in der Regel ein Bruttogehalt vereinbart, das beispielsweise bei 50.000 Euro pro Jahr liege. Hiervon muss der Arbeitnehmer jetzt aber einige Steuern und Beiträge zahlen:

Nach all diesen Abzügen erhält der Arbeitnehmer dann netto ungefähr 25.000 bis 30.000 Euro. Dieses Geld steht ihm tatsächlich zur Verfügung, um beispielsweise Aufwendungen des täglichen Lebens, Urlaube oder die Miete zu bezahlen.

Nettobeträge beim Einkauf von Waren

Eine der wichtigsten Steuern ist die Mehrwertsteuer. Sie beträgt derzeit 19 bzw. in Ausnahmefällen 7 Prozent und wird beim Kauf aller Güter berechnet. Aber: Unternehmen können sich die gezahlte Steuer vom Staat wiederholen, Träger der Steuer ist einzig und allein der Endverbraucher. Ein Beispiel:

  • Der Konsument möchte einen neuen Laptop kaufen.
  • Für die Produktion, Marketing und andere Aufwendungen gibt das Unternehmen 400 Euro aus.
  • Um noch einen Gewinn zu erzielen, wird eine Spanne von 10 Prozent aufgeschlagen, so dass der Nettoverkaufspreis bei 440 Euro
  • Hierauf zahlt der Endverbraucher allerdings noch die Mehrwertsteuer von 19 Prozent, der Ladenpreis beträgt letztlich 523,60 Euro.

Insofern verzerren Steuern das Kaufverhalten privater Konsumenten. Wer beispielsweise generell dazu bereit wäre, 440 Euro für den Laptop auszugeben, würde ihn ohne Steuer kaufen – schließlich liegt der Nettopreis bei eben diesen 440 Euro. Weil der Staat aber eine Steuer erhebt, steigt der Ladenpreis um 19 Prozent. So viel Geld ist dem Konsument das Produkt allerdings nicht Wert, weshalb er auf den Kauf verzichtet.

Netto – Definition & Erklärung

  • Netto meint, dass Beträge wie Einkommen oder Preise um Steuern, Abgaben und Beiträge bereinigt sind
  • Die wichtigsten Steuern in Deutschland sind die Einkommensteuer und die Mehrwertsteuer
  • Große Unterschiede zwischen netto und brutto verzerren Kaufentscheidungen

5.0 / 5  (1 vote)

Weiterführende Artikel:

Absatz: Mit dem Terminus Absatz wird die durch ein Unternehmen von einem Gut oder einer Dienstleistung in einer bestimmten Zeitspanne ...


Vermögen: Unter den Begriff Vermögen fallen alle Güter und Rechte, die Unternehmen, Privathaushalte und der Staat besitzen. Diese Kategorie ...


Abgrenzung (zeitlich): Eine Abgrenzung in zeitlicher Hinsicht erfolgt, um die Erfolgsermittlung (Gewinne, Verluste) periodengerecht durchführen zu ...


Accounting: Unter Accounting ist die systematische Erfassung und Überwachung der in einem Unternehmen entstehenden Geld- und Leistungsströme ...


Akkordlohn: Der Akkordlohn wird auf Basis des Mengenergebnisses pro Zeiteinheit vergeben. Dabei ist zwischen Zeit- und Geldakkord zu unterscheiden, ...


Aktivkonto: Mit dem Begriff Aktivkonto wird in der Betriebswirtschaftslehre ein Bestandskonto bezeichnet, das sich aus einer Unternehmensbilanz ableiten ...