Konsolidierung

Kurz & einfach erklärt:

Konsolidierung verständlich & knapp definiert

In der Theorie öffentlicher Haushalte (Finanzwissenschaft) bezeichnet Konsolidierung den Prozess, innerhalb dessen fiskalische Defizite des öffentlichen Haushalts sukzessive begrenzt und abgebaut werden. In der Betriebswirtschaftslehre bezeichnet Konsolidierung den Prozess der Substitution von Fremd- durch Eigenkapital oder von Fremd- durch Fremdkapital, das zu besseren Konditionen aquiriert werden kann.

Unter einer Konsolidierung versteht man in allen Wissenschaften etwas anderes. Immer aber geht es um eine Verfestigung oder der Erlangung von Stabilität von etwas. Auch die Zusammenfassung mehrerer Teile zu etwas Ganzem wird gerne als Konsolidierung oder auch Konsolidation bezeichnet. 


Im Rechnungswesen meint man mit Konsolidierung die Vereinheitlichung der Einzelabschlüsse in einem Konzern. Dabei handelt es sich um einen kleinen Prozess, der die Summe der jeweiligen Einzelabschlüsse um solche Positionen ergänzt oder bereinigt, dass der Art des wirtschaftlichen Zusammenschlusses Genüge getan wird. Das Ziel ist eine Darstellung des gesamten Konzernabschlusses, als handle es sich bei den einzelnen Unternehmen inklusive der Muttergesellschaft um eine Einheit, also einen einzigen Betrieb. So lässt sich die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage noch besser darstellen als mit den einzelnen Ergebnissen.

Konsolidierung beim Konzernabschluss

Eine der wichtigsten Bedeutungen hat der Begriff der Konsolidierung beim Konzernabschluss. Besonders große Wirtschaftsunternehmen wie etwa Siemens oder auch Google sind nicht mehr nur in einer einzigen, rechtlichen Gesellschaft organisiert. Durch Zukäufe und aus organisatorischen Gründen heraus verfügen sie über Anteile an unterschiedlichsten Tochtergesellschaften, die aber aus wirtschaftlicher und rechtlicher Sicht komplett zum Mutterunternehmen gehören.

Um die tatsächliche Wirtschaftskraft des „Hauptkonzerns“ beurteilen zu können, muss also auch die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage der einzelnen Tochtergesellschaften mit in den Jahresabschluss des Konzerns einfließen. Sowohl externe als auch interne Institutionen erhalten so ein umfassendes Gesamtbild der aktuellen Lage, aus der sich wiederum direkte Handlungen ableiten lassen.

Konsolidierung im Finanzwesen

Der Begriff der Konsolidierung wird aber auch immer in Zusammenhang mit Verschuldung gebracht. In der Tat meint Konsolidierung hier, dass kurzfristige Schulden – beispielsweise von Privatpersonen, Unternehmen oder Staaten – in langfristige Verbindlichkeiten umgewandelt werden. Ein Beispiel:

  • Ein Unternehmen hat hohe Schulden bei Lieferanten, die allesamt kurzfristig zu tilgen sind.
  • Kommt es nicht zur Tilgung, müsste das Unternehmen Insolvenz
  • Um liquide Mittel zu generieren, wird eine Anleihe mit einer Laufzeit von 5 Jahren emittiert.
  • Somit werden die kurzfristigen Schulden auf fünf Jahre verteilt.


Ziel einer solchen Maßnahme ist es fast immer, das wirtschaftliche Überleben zu sichern. Ohne die Konsolidierung wäre es nicht mehr möglich, kurzfristige Forderungen zu bedienen, was unweigerlich zur Insolvenz führt.

Konsolidierung – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Der Begriff Konsolidierung bezeichnet verschiedenste Prozesse
  • Im Rahmen des Rechnungswesens ist das Zusammenführen mehrerer Jahresabschlüsse gemeint
  • Konsolidieren sich etwa Unternehmen, so schulden sie kurzfristige in langfristige Verbindlichkeiten um

 

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Themen: Buchhaltung

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