Just in Time

Kurz & einfach erklärt:

Just in Time verständlich & knapp definiert

Unter dem Begriff Just in Time ist eine Produktionsstrategie zu verstehen, bei der die entsprechenden Materialien erst dann geliefert werden, wenn sie tatsächlich in der Produktion gebraucht werden. Vorwiegendes Ziel ist es, den Materialfluss so zu gestalten dass er zeitlich optimal auf den entsprechenden Produktionsprozess abgestimmt ist. Die gesamte Wertschöpfungskette kann auf diese Weise schlanker gestaltet werden.

Just-in-Time ist eine Produktionsstrategie. Hierbei werden Materialien erst dann geliefert, wenn sie tatsächlich für die Produktion benötigt werden. Dadurch soll der komplette Wertschöpfungsprozess deutlich schlanker und kosteneffizienter gehalten werden.

Inhalt einer Just-in-Time-Strategie

Bei der Just-in-Time-Strategie wird der komplette Materialfluss so gestaltet, dass er zeitlich exakt auf den Produktionsprozess abgestimmt ist. Wichtige Vorprodukte werden nur kurze Zeit vor ihrer Verwendung geliefert. Dadurch kann das Unternehmen seine Lagerkosten reduzieren, weil Teile nicht wochenlang Kapazitäten im Lager beanspruchen. Zudem muss kein Kapital in Vorprodukten gebunden werden, weil diese direkt verarbeitet werden.

Zeitgleich ist es möglich, schnell auf Marktänderungen zu reagieren. Sind beispielsweise neue Produkte gefragt, muss hierzu nicht erst noch alter Lagerbestand abgebaut werden. Um diese Vorteile nutzen zu können, müssen Produzent und Lieferant allerdings eine enge Beziehung eingehen. Es entsteht dabei zwangsweise eine Abhängigkeit des Produzenten vom Lieferanten. Kann dieser die Produkte nicht Just-in-Time zur Verfügung stellen, kommt der komplette Produktionsprozess zum Erliegen.

Voraussetzung für den Einsatz von Just-in-Time

Just-in-Time kann nicht von jedem Unternehmen angewandt werden. Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:


  • Es besteht ein kontinuierlicher Bedarf an Produkten, der kaum Schwankungen aufweist.
  • Es sollten ausreichend Bereitstellflächen für die Lieferung zur Verfügung stehen.
  • Im Produktionsprozess sollten nur kurze Rüstzeiten bestehen. Zudem ist eine hohe Verfügbarkeit der Betriebsmittel wichtig.
  • Die Qualität der Vorprodukte muss zu 100 Prozent gewährleistet sein, weil sonst der komplette Produktionsprozess eingestellt werden muss.

Einsatzbereiche von Just-in-Time

Just-in-Time kommt insbesondere in der Automobilindustrie zum Einsatz. Sinnvoll ist das Verfahren etwa, wenn einzelne Verbauteile verschiedenste Varianten haben und diese nicht direkt an der Montagelinie untergebracht werden können. Auch wenn die Verbauteile als variantenreiche Baugruppen – beispielsweise bei Rädern, dem Frontend oder dem Cockpit – vorliegen, wird Just-in-Time angewendet. Der Zulieferer wird dann erst einige Stunden vor dem Einsatz des Bauteils über dessen genaue Konzeption informiert.

Dieses Just-in-Time-Konzept führt dazu, dass sich Zulieferer direkt in unmittelbarer Nähe des Herstellers ansiedeln. So kann der Zulieferer praktisch direkt in den Produktionsprozess eingebunden werden, was die Bauzeit von Autos drastisch reduziert.

Just-in-Time – Definition & Erklärung – Zusammenfassung

  • Just-in-Time ist ein Konzept, bei dem Vorprodukte erst kurz vor dessen Verarbeitung geliefert werden
  • Dadurch spart der Produzent Lagerkosten und kann effizienter produzieren
  • Damit die Produktionsstrategie aufgeht, müssen Lieferant und Produzent in eine enge Geschäftsbeziehung treten

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Themen: Logistik

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